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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-06-01 · Heft 6 (1.6.1888) · p. Seite 136

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 6 (1.6.1888)
Date
1888-06-01
Page
Seite 136 (sequence 16)
Language
German
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136 ausgebildeten Epikuräismus entgegenzutreten, welcher den Lenker und denkenden Versorger der Welt leugnete und die Vorsehung aus dem Leben entfernte (Jos. Antiqn. X Ende. Sanh. 39b). 15—16. „R. Tarphon sagt: Der Tag ist kurz, die Arbeit groß, die Arbeiter träge, der Lohn groß und der Herr drängt. — Er Pflegte zu sagen: Nicht ist's an dir, die Arbeit zu vollenden, doch auch frei bist du nicht, dich ihr zu entziehen; wenn du viel Thora gelernt hast, so giebt man dir viel Lohn; und treu ist dein Arbeitgeber, der dir deiner Thätigkeit Lohn bezahlen wird, denn wisse, daß die Belohnung der Frommen in der Zukunft erfolgt." Zur Zeit der fünf Schüler des R. Jochanan b. Sackai, in welcher auch der oft als Gegner R. Akiba's auftretende R- Tarphon lebte, verbreitete sich das Judenchristentum in Kleinasien mit solcher Schnelligkeit, daß die römischen Kaiser darin einen Verstoß gegen ihre Staätsinstitutionen erblickten, und Domitian wie Trajan strenge Maßregeln gegen dasselbe ergriff. Nicht gering mochte auch die Gefahr jener Ausbreitung dem Judentum Vorkommen und man fieng an, auch hier mit Abschließungsmaßregeln vorzugehen und, jede Berührung mit den Judenchristen zu verbieten (s. oben 2, 10). R. Tarphon warnte sogar, die Schriften der Minim zu lesen (Sabbat 116a). Indessen, es konnte diese Warnung allein nicht genügen, es war nötig, dieselben durch Geist, Wort und Lehre zu bekämpfen. Und wenn auch einer solchen Bekämpfung nicht sobald der Erfolg winken konnte, so mußte man doch ans Werk gehen und den Lohn und Erfolg der Zukunft anvertrauen. Wonaisschau. Herr Dr. Dachau, Lehrer an der israel. Realschule in Frankfurt a. M., wurde als Direktor der Samsonschule nach Wolfenbüttel berufen. — In Leipzig wurde Herr Dr. Porges zum Prediger erwählt und in Schwerfens Herr Dr. S. Bamberger zum Rabbiner- — In Bremerhaven wurde Herr Felir Zoniber zum Königl. Portugiesischen Consul ernannt und in Berlin der Privatdocent Herr Dr. Bernstein zum außerordentlichen Professor an der juristischen Fakultät daselbst. — Am 21. März feierte Herr Dr. August Hirsch sein 25jähriges Jubiläum als Ordinarius der Geschichte der Heilkunde an der Universität in Berlin. — Am 8. April wurde in Görlitz eine D'noi-Dritb-Loge installirt. — Am 25. März wurde in Berlin die auf Kosten des L'vsi-Lritb-Vereins gebaute Synagoge ihrer Bestimmung übergeben. — In Stratzburg wurden zum ersten Male bei Gelegenheit der Totenfeier für den hochseligen Kaiser Wilhelm auch deutsche Lieder und Gebete vorgetragen. — Am 29. Ätärz starb in Breslau Herr Mar Kaystr, der bekannte socialdemokratische Abgeordnete, im Alter von 35 Jahren und in Stuttgart am 30. März der berühmte Nordpolfahrer Herr Dr. Emil Kessels. — In Berlin starb am 9. März Herr Sanitätsrath Dr. Bernhard Bamberger, der viele Wohlthätigkeitsstiftungen letztwillig reichlich bedacht hat. — Am 19. März starb in Hamburg Herr Dr. Snlomon Abendana Belmonte. Er war ein hervorragender Criminalist und war Redakteur der juristischen Zeitsch rift „Das Tribunal". — In Frankfurt a- M. wurde Herr Dr. Ma» BehrenL zur letzten Ruhe geleitet- Er war in Leipzig einer der ersten Autoritäten in

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