Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1888)
- Date
- 1888-06-01
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2969669-2969754-2969761--2287-2972464- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
133 gewann. „Denn mit einer solchen Liebe und Huld wachte Gott über Moses, daß sogar diejenigen ihn ernähren und erziehen mußten, welche um seine Geburt zu verhindern, alle übrigen hebräischen Knaben zu vertilgen beschlossen hatten." Thermutis läßt sogleich eine Frau herbeiholen, welche den Knaben säugen sollte, doch weder von diesen, noch von anderen Ammen will das Kind Nahrung nehmen, bis auf Mirjams. Rath eine Frau herbeigeholt wird, die desselben Stammes ist. Die Prinzessin nahm den Knaben, weil er von so schöner Gestalt und guter Gemüthsart war, an Sohnes Statt an und führte ihn auch eines Tages ihrem Vater zu, der ihn an seine Brust drückte und ihm, um sich der Tochter gefällig zu zeigen, die königliche Krone auf das Haupt setzte. Moses aber warf die Krone zur Erde und trat mit seinen Füßen darauf, worin man offenbar nur eine schlimme Vorbedeutung für das Königtum erkennen konnte. Der Schriftgelehrte, der einige Jahre zuvor den König vor der ihm drohenden Gefahr gewarnt hatte, eilt auf die Kunde hiervon in den Palast und beschwört Pharao, das Kind zu tobten, da dies gewiß der von Gott ausersehene Retter der Israeliten sei. Die Prinzessin aber läßt Moses schnell verbergen, und auch der König zögert mit dem Mordbefehl, „weil es ihm Gott, der für das Leben des Knaben Sorge trug, so in den Sinn gelegt hatte." Später bricht ein Krieg zwischen den Aethiopiern und Epyptern aus, die ersteren erringen herrliche Siege und dringen bis nach Memphis und bis ans Meer vor. In dieser Bedrängnis nun nehmen die Egypter zu Orakeln und Weissagungen ihre Zuflucht, und die Götter erteilen den Rat, sie möchten einen Hebräer zu Hülfe nehmen. So wird denn Moses, nachdem der König seiner Tochter versprochen, daß er nichts zu seinem Verderben unternehmen wolle, an die Spitze des Heeres gestellt, und er legt in dem Kriege eine bewundernswerte Probe seiner Weisheit ab. Er führt, da auf dem Landwege, den er einschlägt, viel gefährliche Schlangen sind, deren manche sogar Flügel haben, Geflechte aus Rohr mit, in denen Ibisse sich befinden; denn vor diesen Tieren fürchten sich die Schlangen und werden auf der Flucht von ihnen mit des Hirsches Geschwindigkeit ereilt und verschlungen. Auf solche Weise konnte Moses seinen Marsch vollenden, ehe die Aethiopier nur etwas ahnten; daher überfiel er sie unversehens und richtete eine große Niederlage unter ihnen an, eroberte einen großen Teil ihres Landes und zwang sie zu einem für die Egypter höchst vorteilhaften Frieden, vermählte sich auch mit der Tochter des äthiopischen Königs, die in heftiger Liebe zu ihm entbrannt war. (Fortsetzung folgt.) Die Sprüche der Waler und ihre historischen Beziehungen. Von Rabbiner vr. S. Fried mann in Lublin itz. (Fortsetzung.) 9. „Er sprach zu ihnen: Wohlan, sehet zu, welches das rechte Verfahren ist, das der Mensch einschlagen soll! R. Elieser sagt: ein gutes Auge; R. Josua sagt: ein guter Genosse; R. Jose sagt: ein guter Nachbar; R. Simon sagt: