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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-06-01 · Heft 6 (1.6.1888) · p. Seite 128

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 6 (1.6.1888)
Date
1888-06-01
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 seiner Verwaltung unterstehen und seinen edlen Zwecken dienen*), möchte aber zum Schlüsse noch auf einen Punkt zu sprechen kommen, der Sie, meine Herren vom Mendelssohn-Verein ganz besonders interessieren muß, ich meine die Bestrebungen des Bundes zur Hebung der Volksbildung unter den Juden durch Belehrung in Wort und Schrift. Wir hier in Frankfurt a. M. sind berufen und berechtigt in dieser Sache ein Wort mitzusprechen. Haben wir ja hier durch die Gründung unseres Mendelssohn-Vereins zuerst in Deutschland schon im Jahre 1879 anregend nach dieser Seite gewirkt, viel Nachahmung gefunden, und für unsere Bestrebungen weitere Kreise erfüllt. So hatten wir die Freude zu sehen, wie beim jüngsten Gemeindetag der von Herrn Rabbiner vr. Silberstein in Wiesbaden schriftlich eingebrachte Antrag, der D. I. Gemeinde-Bund wolle sich die Förderung populär-wissenschaftlicher Vorträge über das Judentum, insbesondere über dessen Lehre und Geschichte, angelegen sein lassen und eine Organisation schaffen, die diesem eminent wichtigen Zweige des D. I. Gemeinde-Bundes diene, einstimmig angenommen wurde. Gleich uns stellt der Bund sich die Verbreitung der Kenntnisse von dem Wesen und der Geschichte des Judentums zur Aufgabe und will durch Verbreitung geeigneter Schriften — an welchen wir nebenbei gesagt sehr arm sind — und durch Anlegung von Bibliotheken dahin gehende Bestrebungen fördern. Meine Herren, wir haben in unseren Versammlungen und Sitzungen diese Angelegenheit ja schon des Oefteren besprochen und durch die jüngst gegebene Anregung zum Ankäufe der Zunz-Bibliothek gezeigt, wie uns diese Gedanken unausgesetzt beschäftigen. Durch Berufung von Herren aus den Nachbar- Gemeinden Mainz, Mannheim, Darmstadt, Alzey, wird es uns vielleicht gelingen, im nächsten Jahre, wenn unsere Mittel es erlauben, unsere Thätigkeit in Wort auch über Frankfurt hinaus auszudehnen und vielleicht gar eine Organisation für die Gemeinden am Main und Rhein im Bezug auf das Vortragswesen zu schaffen; der Teilnahme und Unterstützung des Bundes können wir uns dabei versichert halten, der diesem Gegenstände sein besonderes Interesse zuwendet und dem durch Bezirksvereine, die in seinem Geiste wirken, ein Teil seiner Arbeit abgenommen werden muß, soll er gedeihlich zu wirken im Stande sein. Der D. I. Gemeinde-Bund unterstützt ferner durch die von ihm begründete Zunz- Stiftung strengwissenschaftliche Forschungen. Er hat auch eine Kommission zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland begründet,- die eine Zeitschrift ins Leben gerufen hat, welche Gediegenes leistet und auf die der Tadel nicht zu übertragen ist, der allgemein laut wurde bei der Auswahl oder Nichtwahl der Personen für die betreffende Kommission. ‘) 1) D eutsch-Jsraelitische. Darlehenskasse für Frauen u. Jungfrauen, begr. 1875 (Verwaltung in Leipzig). 2) Philippson-Stiftung (zur Unterstützung bedürftiger Kultusbeamten), begr. 1875. 3) Herxheimer-Stiftung (Stipendien-Stiftung für jüd. Seminaristen), begr. 1877. 4) Religions-Unterrichts-Bereiu, begr. 1882. 5) Fricdrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung (Central-Versicherungskasse für jüdische Gemeindebeamte), begr. 1883. 6) Zunz-Stiftung (für Wissenschaft des Judentums) begr. 1884. 7) Historische Kommission zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, begr. 1885. 8) Abteilung zur Förderung des Handarbeitsunterrichts für Knaben, zur Erziehung der Jugend für Handwerk und technische Gewerbe, sowie zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen. 9) Abteilung für Statistik der Deutschen Juden. 10) Bibliothek für jüdische Litteratur.

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