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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-06-01 · Heft 6 (1.6.1888) · p. Seite 127

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 6 (1.6.1888)
Date
1888-06-01
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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127 sicherunHsnehmer, welcher entweder Mitglied des Bundes oder einer Bundesgemeinde ist. Wenn Sie, meine Herren, als Mitglieder der Bundesgemeinde in Frankfurt a. M. z. B. mit der Viktoria eine Versicherung abschließen, so erzielen sie dadurch nicht nur für sich günstigere Bedingungen, sondern sie üben dadurch zugleich im Stillen die Wohlthat aus, der Pensionskasse des Bundes Mittel zuzuführen. Es wird somit jedem unserer Glaubensgenossen Gelegenheit geboten, schon durch den bloßen Akt der eigenen Versicherung bei der „Viktoria" ein so hochbedeutendes Wohlthätigkeitsunternehmen zu unterstützen, worauf hinzuweisen wir hier nicht verfehlen wollen. Großen Eifer entfaltet der Bund in der Arbeit, die Erziehung unserer Jugend für Handwerk, Landwirtschaft und technische Gewerbe mit Erfolg möglich zu machen, da der Handelsstand und die wissenschaftlichen Berufsarten überfüllt sind. Bedeutendes und Mustergiltiges hat auf diesem Gebiete der Verein in Düsseldorf zur Verbreitung und Förderung des Handwerkes unter den Juden geleistet, dessen Mitgliederzahl von 700 im vorigen Jahre auf 1082 gestiegen und dem jetzt 144 Gemeinden gegen 105 im vorigen Jahre angehören. In demselben wurde für 70 Lehrlinge gesorgt. Dieser Verein wird wohl berufen sein, auf diesem Gebiete richtunggebend zu werden. Nach dem uns vor Kurzem zugegangenen Berichte vom 1. April 1887 bis zum 81. März 1888 *) will der Verein ohne jede geographische Schranke einem jedem Knaben, welcher Gemeinde derselbe auch nur angehören mag, der seine Hilfe in Anspruch nimmt, dieselbe, wenn möglich, gewähren. Wir haben die Pflicht, hier mitzuhelfen, um die soziale Lage unserer Glaubensgenossen verbessern und unberechtigte Vorurteile beseitigen zu helfen. Es ist dies eine gemeinsame Angelegenheit her deutschen Judenheit und jeder hat die Pflicht, dahin gehende Bestrebungen zu unterstützen. Der D I. Gemeinde-Bund nimmt selbstverständlich an solchen von ihm angeregten Bestrebungen den wärmsten Anteil und hat dem genannten Vereine in diesem Jahre Prämien zur Verfügung gestellt, welche bei der am 10. Mai mit der Generalversammlung in Düsseldorf verbundenen Ausstellung zur Verteilung gelangen sollen. Der D. I. Gemeinde-Bund hat auch die Kranken- und Armenpflege sich zur Aufgabe gestellt. Besonders die Bundesgemeinde Breslau hat die Ausbildung von Krankenpflegerinnen mit Erfolg in die Hand genommen. Hier, in der Bundesgemeinde Frankfurt a. M., ist auch ein Versuch gemacht worden, und ich meine, es müßte, da das Institut der Krankenpflegerinnen mit einem eminent wichtigen Lokalbedürfnisse zusammentrifft, mehr hiefür geschehen. Ich bitte Sie, meine Herren, im Kreise der Damen diese Frage anzuregen. Bei dem bewährten hochherzigen Sinne unserer Frauen werden sich schon Wege finden lassen, nach dieser Seite hin sich auch hier um das Ganze verdient zu machen. Was nun die Bekämpfung des Bettels und Fürsorge für entlassene Sträflinge anlangt, so kann ich Ihnen eine interessante, das Ganze beleuchtende Notiz, die Herr Geheimrat Dr. Kristeller beim letzten Gemeindetage mitteilte, nicht vorenthalten. Ein jüdischer Bettler, der später mit den Behörden in Konflikt kam, hatte ein nachweisliches Jahreseinkommen von 9000 Mark. Sie sehen, hier ist Teilung der Arbeit und des Lohnes nötig. Ich kann in dein engen Rahmen eines Vortrages nicht das Wirken des Bundes erschöpfend behandeln, der zehn Anstalten und Abteilungen umfaßt, die >) Einnahmen Mk. 8815.53, Ausgaben Mk. 9212.31.

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