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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-05-01 · Heft 5 (1.5.1888) · p. Seite 113

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 5 (1.5.1888)
Date
1888-05-01
Page
Seite 113 (sequence 17)
Language
German
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113 Jahre 1887 ausgegeben. Die Einnahmen beliefen sich auf Mk. 4061.62, wovon Mk. 2769 als Stipendien verausgabt wurden. Das Vermögen beläuft sich auf Mk. 27000. — Für die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden itt itaijern wurden ans Staatsmitteln auch für dieses Jahr 14000 Mk. bewilligt. — Man berichtet uns aus Leidig: Am 26. Februar fand im Sitzungssaale der Synagoge in Lcipfig die 27. ordentliche General-Versammlung einer Stiftung statt, welche nun schon seit mehr als ein viertel Jahrhundert segensreich wirkt. Die Mendelssohn- Stiftung trägt den Namen des großen Philosophen und seines Enkels, des Komivnisten. Studierende unserer Hochschule und Schüler unseres Konservatoriums ind es denn auch, welche sie im Falle genügender Würdigkeit und Bedürftigkeit >urch Stipendien unterstützt; aber außer den Jüngern der Wissenschaft und der Musik gewährt sie bekanntlich auch Künstlern und Kunstgewerbetreibenden, Schriftstellern, Lehrern u. s. w. im Notfälle vorübergehende kleinere Unterstützungen. Der vom Vorsitzenden gegebene Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr» sowie der Kassenabschluß des Schatzmeisters ergaben einen erfreulichen Stand dieses im Dienste der Humanität wirkenden Vereins. Zwar ist eine kleine Abnahme der Mitgliederzahl (von 160 auf 154) zu konstatiereil gewesen, da Einige durch Wegzug oder Tod ausgeschieden sind, allein das Vermögen der Stiftung hat sich trotzdem gehoben, und zwar vorwiegend durch Schenkungen, unter denen 2000 Mk. Legat des verewigteil früheren Vorsitzenden Herrn Herinann Meyer und 3000 Mk. Geschenk von dessen Kindern hervorzuheben sind. Der Fonds der Stiftung beträgt gegenwärtig 36000 Mk. Von den Zinsen dieses Kapitals, dem disponiblen Fonds und den Mitglieder-Beiträgen, ergaben sich über 3000 Mk. verfügbarer Betrag, aus welchem die Stiftung die eingegangenen Gesuche größtenteils zu berücksichtigen in der Lage war. Die Sectio» I der Stiftung hat 36 Semesterstipendien verteilen können und zwar 14 an Mediziner, 5 an Philosophen, 2 an Juristen, 10 an Konservatoristen, 4 an Schüler der Kunst-Akademie, 1 an eine Kindergärtilerin. Hierbei ist ohne engherzige konfessionelle Beschränkung sorgfältig nach Verdienst und Bedürftigkeit verfahren worden. Section II greift in weitere Kreise, beschränkt sich aber dafür auf kleinere Unterstützungen in momentaner Notlage. Hier finden wir 17 Schriftsteller und Studierende, 14 Künstler und Kunstgewerbetreibende, 19 Gelehrte und Lehrer, 13 Schauspieler und Rezitatoren, 42 Angehörige des Kaufmannsstandes und 33 des Gewerbestandes vertreten. Bisher hat die Mendelssohii-Stiftnng in ihrer siebenundzwanzigfährigen Thätigkeit (1861—1888) in Section I 791 Stipendien mit 47 947 Mk. in Section II 1242 Unterstützuilgen mit 13546 Mk. zur Verteilung gebracht und dadurch manchem Talent emporgeholfen, manche Sorge ehrlich und redlich vorwärts Strebender gelindert. Ein solches erfreuliches Resultat verdient gewiß die Beachtung und Teilnahme aller Menschenfreunde, zunral in unserer Stadt, wo Wissenschaft und Kllnst blühen und wo der Name Mendelssohn hoch geachtet ist. Unsere Mitbürger werden durch Schenkungen und durch Zeichnung von Jahresbeiträgen damit jedenfalls eine Sache der echten Humanität fördern. Die Generalversammlung erteilte der durch Herrn Bernhard Bodek in exactester Weise nun bereits 10 Jahre lang geübten Blich- und Kassaführung Decharge und votierte ihm für seine mühevolle Thätigkeit einstiminigeil Dank. Von den Neuwahlen sei noch erwähnt, daß auf Herrn S. Finkenstein die Wahl zum ersten Vorsitzenden fiel. Rufen wir der Stiftung ein Floreat und Crescat zu. — In Königstein wurde am 27. Januar eine Synagoge eingeweiht. — In Kirn fanden am 24. und 25. Februar die Einweihungsfeierlichkeiten der dortigen Synagoge 10

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