Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1888)
- Date
- 1888-05-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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111 „lieber einige Fragmente aus der Mischna des Abba Saul" S. 30—31) — R. Elasar, Sohn Arachs, welcher an Gelehrsanikeit und Scharfsinn alle seine Genossen überragte. Won aisschau. Am 16. März, am Begräbnistage Sr. Majestät des hochseligen Kaisers Wilhelm, fanden Trauergottesdienste in deil Synagogen statt. Aus allen Teilen Deutschlands sind uns Berichte zugegangen, die alle Zeugnis ablegen von der tiefen Trauer um den Heimgang des vielgeliebten Kaisers, den die Krone der Unsterblichkeit ziert. Auch die Gefühle der Liebe, der Treue und Verehrung für dessen erhabenen Thronfolger, unseren geliebten Kaiser Friedrich III. für dessen Leben und Gesundheit tiefempfundene Gebete gesprochen wurden, kamen überall zu Ausdrucke. Es sind uns zugegangen die bei diesem Anlasse gehaltenen Reden von den Herren Dr. A. Eckstein-Leipzig, Dr. J. Gelbhaus-Uordhaufen, Dr. Levi-Giefzen, Dr. Adolf Schmari-Karlsruhe, Dr. Uogelstein-Stettin, Dr. M. M. Ziickermandel-Trier. Alle diese Herren haben es verstanden der Trauer der Gemeinden beredten Ausdruck zu leihen und ein lichtvolles Bild des unvergeßlichen Fürsten ihren Hörern vor die Seele zu führen. — In Kördlingen starb am 26. Februar Herr Distriktsrabbiner Dr. Mar Michael Kohn und in Hamburg am 11. März Herr Oberrabbiner A. Stern. — In Wolfe» büttel starb der erst jüngst von seinem Amte zurückgetretene Direktor der Samsonschule Herr Dr. Kosenstock. — Die älteste Schwester Berthold Auerbachs, Jeanette, wandert trotz ihrer 78 Jahre nach Amerika aus, u»l bei ihre» Kindern zu leben. In seinen Briefen gedenkt der Dichter des Oeftereu dieser Schwester, die seit vielen Jahren in Cannstatt lebte und für sein poetisches Schaffen stets das lebendigste Interesse an den Tag legte. — Fräulein Betty Lehmann, die Tochter des bekannten Rechtsanivaltes Herr Emil Lehmann in Dresden, ist auf fünf Jahre fitr_ das Ludwig- Barnay-Theater in Berlin engagiert worden. — In Posen hat Herr Rabbiner Dr. Jeilchenfkld während der Wintermonate seine Predigten am Freitagabend statt am Sabbatmorgen gehalten. — In Kreuznach wurde Herr A. Tawrogi zum Rabbiner erwählt. — In Wehrda rettete Herr Moses Ster» mit eigener Lebensgefahr die vierzehnjährige Tochter des Herrn Ualentin Diehl, welche in einen Brunnen gefallen war. — Aus Kochum schreibt uns Herr H. Laubheim: Unser Verein ist vor 4 Jahren mit nur 20 Mitgliedern ins Leben getreten und hat sich seitdem zu der stattlichen Höhe von 100 Mitgliedern emporgeschwungen. Die Leiter desselben waren sich aller Zeit ihrer Aufgabe wohl bewußt, daß nur unverdrossene Ausdauer und zielbeivußtes Streben tut Stande sind, das anfänglich schwache Interesse zu größerer Begeisterung für die jüdische Litteratur und ihre kostbaren Geistesschöpfungen zu steigern. Zu diesem Emporblühen haben einerseits die in populärer Weise gehaltenen Vorträge und andrerseits die im vorigen Jahre begründete Bibliothek sehr wesentlich beigetragen. Es würde sicherlich zu weit führen, wollte ich über jeden einzeliieu Vortrag auch nur ein kurzes Referat folgen lassen. Ich bescheide mich damit, nur das Thema jedes einzelnen Redners auzuführen. In der nunmehr beendeten Wintersaison 1887/88 sprachen Herr Rabbiner Dr. Wedelt aus Düsseldorf über „Faust und Hiob", Herr Lehrer Osterma«n-Boch»m über „Berthold Auerbach", der evangel. Lehrer Herr Lutters-Castrop über „Nathan der Weise", Herr H. Laupheim zweimal über „Jüdische Hochschulen