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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-04-01 · Heft 4 (1.4.1888) · p. Seite 93

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 4 (1.4.1888)
Date
1888-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
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93 cle la Pompe, wo Adolph Cremieur am 10. Februar 1880 gestorben, wird eine Gedenktafel angebracht. Uber ihn hielt in der Gesellschaft für jüdische Studien in Paris Herr Leuen einen Vortrag. — Herr Aaron Edmund von Rothschild in Paris läßt anf Vorschlag des Arztes seiner Kolonie iil Palästina, des Herrn I)r. Gregory d'Arbella, in der Kolonie „Rischon Lezion" ein großes Krankenhaus erbauen. — Die „Alliance isr. univ." läßt in Konstnntinopel ein prachtvolles Schulgebäude errichten. — In der „llemie dkg deur mondcs" (Januar) findet sich ein beachtenswerter Artikel über die Juden in Ialonichi. — Herr Baron Worms in London ist zuni Staatssekretär (Minister) der Kolonien mit Sitz im Kabinet ernannt worden. Derselbe ist ein Frankfurter (seinen Stamnibaum hat der sel. Elias Ullmann bearbeitet); sein Großvater hatte eine Tochter von Mayer Amschel von Rothschild zur Frau. — Lord Salisbury erklärte, es sei kein Grund für England vorhanden, um die Niederlassung von fremden Armen zu erschweren, >vie dies durch eine von Herrn Arnold White ins Leben gerufene Agitation verlangt wurde. — In London soll ein englisch-jüdisches Museum eröffnet und ein Asyl für Obdachlose gegründet werden. — Nach den neuesten statistischen Erhebungen leben in London 47000 Inden, welche ein Jahreseinkommen von 3,808,430 Pfund Sterling haben. — In Cardiff starb Herr Harris Aarnett im Alter von 103 Jahren. Die Leute holten bei diesem Hagestolz gerne ihre Trauringe aus weiter Ferne, denn sie hielten es für eine glückliche Vorbedeutung, vom „Alten Barnett" solche zu erhalten. Von Herrn p. Weber in London erscheint demnächst eine Geschichte der Musik in der biblischeil Zeit, illustrirt durch Abbildungen, wie sie auf alten Denkmalen gefunden wurden. Ein besonderes Kapitel ist der Posaune (Schofar) und den verschiedenen Tönen, die anf derselben gespielt lverden, gewidmet. — Die Oper „Asriel" von Herrn Baron Albert Tranchetti, einem Enkel aus dem Hause Rothschild in Paris, hat bei ihrer ersten Aufführung in Reggio einen durchschlagenden enthusiastischen Eerfolg erzielt. Die MusikZvird als durchaus originell und melodiös gerühmt. Die Ausstattung des Stückes ist feenhaft glänzend. Demnächst wird die Oper auch in Rom und Bologna zur Aufführung gelangen. — Herrn Adolf Aingen in Genna, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde daselbst, ist von König Humbert das Commandeurkreuz der Corona d'Jtalia in gerechter Würdigung der hervorragenden Verdienste, die derselbe sich um das Vaterland erworben, verliehen worden. — In der „Hazefirah" berichtet Herr Perl über interessante Reiseerlebnisse in Spanien. In einer Hafenstadt in der Nähe Barcelonas lebt nach denselben, wie Herr Gabbai persönlich erfahren, der christliche Stadtgeistliche nach jüdischem Gesetze. Derselbe besitzt eine Sefer Thora und zeigte seinen Stammbaum, der auf Rabbi Jizchak Abrabanel znrückführt. Selbstverständlich beschwor der Geistliche, ihn bei der christlichen Bevölkerung nicht zu veraten. Es sollen nach Angabe des Geistlichen in Spanien viele Geheimjuden leben. — Bei Beginn des neunzehnten Jahrhunderts war es den Juden bei Todesstrafe verboten, sich in Liffabon niederzulassen. Jetzt wohnen in der Hauptstadt Portugals etwa 300, zum größten Teil ans Marokko und Gibraltar, zuni kleinere» aus Frankreich und Deutschland stammende Israeliten. In 3 Synagogen halten sie ihre Gottesdienste ab. Ihre bürgerliche Stellung ist eine noch vielfach beschränkte. — In Mnemarlr leben nach den neuen statistischen Erhebungen 3946 jüdische Seelen. — Das „Sophie lloffiitljul’fdjt Asyl" fnr jüdische Kinder, gestiftet von Herrn Baron Georg jioseiithal in Amsterdam, wurde seiner Bestimmung übergeben. — Die Sinai-Gemeinde in Chicago hat Herrn Dr. (ff. 05. Hirsch, ihren Rabbiner, mit einem Gehalte von 12000 Dollars jährlich

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