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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-04-01 · Heft 4 (1.4.1888) · p. Seite 88

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 4 (1.4.1888)
Date
1888-04-01
Page
Seite 88 (sequence 16)
Language
German
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88 Kenner des Hebräischeil unter den Christen. Er ist auch in jüdischen Kreisen durch seine wertvollen Beiträge zu Levy's neuhebräischen und chaldäischen Wörterbuche bekannt. — Man schreibt uns: In Berlin starb im 90. Lebensjahre Frau Bertha Gottheit, Mutter des Rabbiners Dr. Gottheit in New-Uork (am Tempel Emanu-El). Von hoher Intelligenz bewahrte die ehrwürdige Greisin alle ihre Geisteskräfte bis zum Dahinscheiden. Sie war die Tochter des berühmten Rabbi Akiba Adersbach, lange gekannt als der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Iraustadt. Auf der berühmten jüdischen Jeschiba (Hochschule) zu Prag gebildet, nahm Rabbi Akiba keine Rabbinatsstellung an, indem er eine gemeindeverwaltende Stelle derselben vorzog. Er wurde aber dennoch mit rabbinischen Funktionen betraut. Er war der Freund von David Irirdländer und der Männer der „Muristen-Schule" von Moses Mendelssohn, und wußte im außergewöhnlichen Grade die konservativste und skrupulöseste Pietät mit dem Liberalismus und der Jdeenweite der modernen Aufklärung zu vereinigen. Einer seiner Lieblingsschüler, ein großer Gelehrter, rief bei seinem Tode aus: „Nun ist der letzte Jude dahingegangen"! Eine von Rabbi Akiba geschenkte Thorarolle wird im Eiuunu-EI-Tempel aufbewahrt und am Tage der Gesetzesfreude mit ehrerbietiger Ceremonie nmhergetragen. — Aus Berlin schreibt man uns: Hier starb einer der ältesten Journalisten, Herr Dr. Z Gumbmner. Er war auch sonst mit historischen Studien beschäftigt und war Vorsitzender des Schiedmannvereins. — Im Alter von 102 Jahren starb Herr Abraham Wittkowski). — Aus Hannover teilt man uns mit: In Lamspringe starb Frau Zsaalr Brand. Dieselbe war eine allgemein beliebte Person und ihre Familie war die einzige israelitische in diesem Orte. Da dort kein jüdischer Begräbnisplatz existirt, so hat sich der dortige christliche Geistliche an das Konsistorium in Hannover mit der Bitte gewendet, daß das löbl. Konsistorium die Erlaubnis erteilen möge, daß man in Lamspringe auf dem christlichen Friedhof, n. z. in der Mitte desselben, ein Erbbegräbniß für Frau B. anlegen könne. Das Konsistorium gewährte das Ansuchen des ehrwürdigen Predigers und so wurde die verstorbene Frau Brand dort begraben und sollen mehr als 1000 Personen ihre Leiche begleitet haben. Der Landesrabbiner Dl-. Weihe ans Dessau hielt die Leichenrede. Auch der christliche Prediger sprach am Grabe. — Am 13. Februar fand in Königsberg eine Konferenz der Religionslehrer der ostpreußischen Verbandsgemeinden statt. — Am 13. Februar feierte Herr Dr. Zulius Stein in Breslau, der frühere langjährige Redakteur der „Breslauer Zeitung", sein 50jähriges Doktorjubiläum. — Aus Münden schreibt man uns: Am 31. Januar feierte Herr Prediger und Lehrer Kah das Fest seiner silbernen Hochzeit. Daß sich derselbe allgemeiner Beliebtheit erfreut geht daraus hervor, daß demselben seitens der Stadtkapelle sowie des Gesangvereins „Harmonia", der seine Mitglieder aus dem Beamten- und Bürgerstande rekrutirt, ein Ständchen gebracht wurde. Mitglieder hiesiger israel. Gemeinde erfreuten denselben durch sinnige Geschenke. Herr Katz, bekannt als Verfasser der traditionellen Synagogen-Gesänge, hat Krankheitshalber sein Amt niederlegen müssen und ist von der Regierung pensionirt. — Der Verein zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Kinder in Frankfurt a. M. hat im abgelaufenen Jahre 210 Knaben mit Kleidern versehen. — Die israelitische Sterbekasse in Frankfurt a- M., welche 258 ordentliche und 98 außerordentliche Mitglieder zählt, hat in der Generalversaminlung am 5. Dezember beschlossen, die Wirsamkeit des Vereins auch auf weibliche Personen auszudehnen. — Am 11. Februar fand in Frankfurt a. M die Feier des 150jährigen Bestehens der

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