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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-04-01 · Heft 4 (1.4.1888) · p. Seite 87

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 4 (1.4.1888)
Date
1888-04-01
Page
Seite 87 (sequence 15)
Language
German
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87 sprachen noch Herr Docent Dr. Müller, welcher den Hörern der Lehranstalt seine besten Wünsche für die Zukunft ansdrückte; Herr Rabb. Dr. Maylianm, der seinen Toast ans die Gemahlin des gefeierten Jubilars zu einer humoristischen Beleuchtung der Lebensstellung der Gattin eines Gelehrten, und znmal eines jüdischen, erweiterte; Herr San.-Rat Dr. Ueumann, der auch der anderen das Fest durch ihren schönen Kranz zierenden 'Damen gedachte und noch besonders die Verdienste der hochherzigen Wohlthäterin der Lehranstalt, Frau N»»»y Meyer hervorhob, Herr Dr. Bitter, welcher den Gedanken ausführte, daß die Hörer der Lehranstalt durch die ihrem greisen Lehrer erwiesene Ehre am meisten sich selbst geehrt hätten; Herr cund. jdiil. Sill,ermann, der im Namen des akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur für die Einladung zum Kommerse zur Feier eines Mannes dankte, der auch jenem Verein als Ehrenmitglied angehöre. Um 12 o* Uhr wurde der officielle Teil des Kommerses geschlossen; die Fidelitas deren Präsidium Herr Dr. Oppenheim übernahm, hielt die bierfrohen Kommilitonen noch bis in die tiefe Nacht hinein beisainmen. Das Fest ist zur größten Zufriedenheit aller Teilnehmer verlaufen xtub dürfte denselben noch lange in froher Erinnerung bleiben. — Der Mendelssohn-Verein in iranlrsurt a. M. ließ Herr Dr. David Calfel in Berlin zu seinem siebzigsten Geburtstage auf telegraphischen Wege beglückwünschen. Es ist von dem Herrn Jubilar ein Dankschreiben eingelaufen. — Das Kuratorium der Lehranstalt für Wissenschaft des Jxxdentnms in Belli» veranstaltete auch in diesem Winter die Abhaltung von Vorlesungen, die sich stets großer Teilnahme zu erfreuen hatten. _ Es sprachen Herr Dr. Gustav Karpeles über „Humor und Liebe in der hebräischen Poesie", Herr Prediger Dr. Kitter über den Satz Mendelssohns: „Das Judentum ist ein offenbartes Gesetz", Herr Docent Dr. Muster über „Jüdische Geschichte eines Novellisten", Herr Prof. Steinthal über „Demut", Herr Jxlstizrat Malrower „Ein Vorschlag" und Herr Carl Emil Kran;os über „Auerbach, Bernstein und Kompert". — In Breslau hat sich auf Anregung des Herrn Loses Ichönfeld ein Verein zur Pflege der jüdischen Litteratur gebildet, zu dessen ersten Vorsitzenden Herr Rabbinats-Candidat Dr. Leopold Goldhammcr gewählt wurde. Am 24. Januar hielt Herr Rabbiner Dr. Aoel in diesem Verein einen Vortrag, in welchem er „die Sendung Moses" von Schiller kritisch beleuchtete. Es sprachen ferner: Herr B. Wohlberg über „Heixxrich Heine und seine Stellung zum Judentume" und Herr Dr. Leopold Goldhammer, der erste Vorsitzende, über den jüdisch-spanischen Dichter Salomo Jbn Gabriol. — In Bielefeld hielt Herr Redakteur A. Äacody einen Vortrag über Heinrich Heine, den in jüngster Zeit so viel geschmähten Dichter. — Der bisherige Präsident des Badischen Finanzmiiiisteriunls, Herr Geh.-Rat Eststätter, wurde zum Finanzminister ernannt. Herr von Ellstälter ist der erste Jude, der in Deutschland das Amt eines Ministers verwaltet. — In Strahburg wurde Herr Landesgerichtsrat Leoni, ein Jude, ins Ministerium der Reichslande berufen. — Herr Prof. Senator ist ist zum Direktor der königlich-medizinischen Universitäts-Poliklinik in Berlin ernannt worden. — Wie im „Hamagid" berichtet wird, erhielt Herr Theodor Stern in Irankfurt «. M. das Commandeurkreuz des Portugiesischen Christnsordens. — Herr Bürgermeister Goldring in Iarotoschi», ein Jude, erhielt den Kronenorden vierter Klasse. — Herr Consnl Mar Wilmersdörffer in München wurde zum „Ritter des Verdienstordens der baierischen Krone", womit persönlicher Adel verbunden ist, ernannt. — Am 10. Februar starb in Leipzig der beriihmte Orientalist Geheimrat Prof. Mischer. Er war einer der hervorragenden

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