Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1888)
- Date
- 1888-04-01
- Page
- Seite 86 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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86 eine Arbeit von Dr. David Nosin: „Reime und Gedichte des Abraham Jbn Esra". Die Zahl der Hörer ist von 41 auf 47 gestiegen. In der bisherigen Organisation des Seminars ist eine Aenderung durch Aufhebung der Gymnasial-Klassen eingetreten. Es findet sich tu diesem Berichte auch Ausführliches über die Graetz-Feier am 31. Oktober 1887. Bei der Entlassungsfeier hielt Herr Prof. Graeh einen Vortrag über „die Bedeutung des Judentums in der Gegenwart". — Herr Dr. freuöentljnl, Professor am jüdisch-theologischen Seminar in Breslau, ist zum ordentlichen Professor au der dortigen Universität ernannt worden. An seine Stelle wurde Herr De. Guttmann, bisher Rabbiner in Wdesheim, berufen. — Aus Berlin schreibt man uns: „Zu Ehren ihres Doeenten, Herrn De. David Eaffel, der am 11. Februar sein 70 Lebensjahr vollendet, hielten am 15. Februar die Hörer der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" im Saale des Brüdervereins einen solennen Festkommers ab, an dem sich außer einer Reihe voll Studierenden anderer Fakultäten, die namhaftesten hiesigen Vertreter und Förderer der Wissenschaft des Judentums eingefunden hatten. Man bemerkte besonders die Herren: Prof. Stendhal, Docent Dr. Müller, Prof. Lazarus, Rabb.Dr. Plmjbmnn, Rabb.-Ass. Dr. KaskNjmeig, Dr. Kitter, Dr. Kirstein, Dr. Apolant, Geh.-Rat I)r. Kristeller, San.-Rat Dr. Ueumann u. s. w. Um e. 91/* Uhr erösfnete der Präsident, Herr oand. pliil. Blumenthal, den Commers mit einem Salamander auf S. M. den Kaiser als den erhabenen Beschirmer der Wissenschaft, woran derselbe in seiner eigentlichen Eröffnungsrede nach einer allgemeinen Begründung der Feier und nach einer kurzen Begrüßung der Gäste, die namentlich an die älteren Kollegen gerichtete Aufforderung zu geselligem Frohsinn und heiterer Festesfreude knüpfte. Nach dem ersten Festliede schilderte Herr Dr. Oppenheim die Verdienste, die sich der Gefeierte als Schriftsteller wie als Lehrer um die Wissenschaft des Judentums erworben, und schloß mit einem Salamander auf das Wohl des Jubilars; Herr eand. pliil. Schulmann dankte allen erschienenen Gästen für die durch ihr Erscheinen bewiesene freundliche Teilnahme durch einen Salamander, den er auf ihr Wohl reiben ließ; Herr eand. pliil. Kalischer toastete auf das Lehrerkollegium, das es nicht verschmäht habe, sich mit den Hörern der Lehranstalt einmal auch zu jubelnder Festesfreude zu vereinen; Herr cand. pliil. Dardoroirj dankte in längerer Rede dein Curatorium der Lehranstalt für alle den Hörern derselben erwiesenen materiellen und ideellen Wohlthaten. Von den Ehrengästen nahm zunächst der Jubilar selbst das Wort, um das Verhältnis zwischen Lehrern und Lernenden, wie es im Judentum zu allen Zeiten aufgefaßt wurde und wie es sich auch in den alt- und neuhebräischen Bezeichnungen für „Meister und Schüler" ausgeprägt, als ein Verhältnis gemeinschaftlichen Lernens und Prüfens darznstellen. Im Namen des Lehrerkollegiums sprach Herr Prof. Steinthal; anknüpfend an den Refrain des 4. Liedes : „Frei ist der Bursch" hob er unter anderem in humorvoller, drastischer Weise die vorwiegend günstigen, zuweilen aber „für ihn" höchst unangenehmen Folgen der unbeschränkten Freiheit der Meinungsäußerung, die er in seinen Vorlesungen oder vielmehr Conversatorien seinen Hörern gewähre, hervor. Als Vorsitzender des Kuratoriums ergriff Herr Prof. Ikarus, das Wort, um in glänzender Rede zunächst seine lebhafte Freude über dieses erste von den Hörern der Hochschule veranstaltete Fest ausznsprechen und dann nach einem Ueberblick über die Geschichte der Gründung der Lehranstalt und der Gewinnung der ersten Lehrkräfte den jedweden Zwang oder Druck gegen die Gewissens- und Ueberzeugungsfreiheit der Studierenden entschieden ausschließenden Charakter der Hochschule besonders zu betonen. Ferner