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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-04-01 · Heft 4 (1.4.1888) · p. Seite 75

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 4 (1.4.1888)
Date
1888-04-01
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 Und ach! Mit dem tiefen Schmerze, mit welchem wir heute das Hinscheiden des unvergeßlichen, ruhmgekrönten Kaisers beklagen, verbindet sich die bange Sorge, die schon seit Wochen und Monden auf den Gemütern lastet und das Kaiserhaus, das Vaterland in schweren Kummer versetzt. Es lebe unser Herr, unser Kaiser und König! rufen wir heute dem erhabenen Thronfolger zu, der, seine Ruhe, seine Gesundheit hintansetzend, dem Willen des Volkes, der Stimme der Pflicht, dem Rufe des Gesetzes folgt und aus fernen Landen herbeikömmt, um das glorreiche Szepter der Herrschaft in seine Hand zu nehmen. Zu begrüßen unseren neuen König und Herren, den Helden, den Sieger, den edlen Vorkämpfer für Recht und Wahrheit, im Schmucke seiner Kaiserpracht, im strahlenden Glanze seiner Königsmajestät (Ps- 45, 5), das wäre in dem großen Schmerze, der alle Herzen durchzieht, unser einziger Trost, unser sehnlichstes Verlangen. Doch ach! Von schwerer Krankheit heimgesucht sieht er mit doppelter Betrübnis auf die Trauerstätte hin, auf die heute die Blicke des Landes gerichtet sind, und sieht in seinem edlen Wollen, in seinem eifrigen Streben, dem Volke als ein mutiger und mächtiger Führer voranzuschreiten, sich gehemmt durch das schwere Leid, mit welchem er zu kämpfen hat. Es lebe der König! Heil dem Kaiser, dem die Herzen seines Volkes in Liebe entgegenschlagen! Vereinen wir uns im Gebete vor dem Ewigen, um von ihm, dem Allerbarmer und himmlischen Gnadenspender, Heil imd Hilfe zu erflehen für unseren allergnädigsten Herrn und Kaiser, auf daß jegliches Ungemach und Mißgeschick von ihm ferne bleibe, daß langes Leben ihm verliehen sei, ein hohes Alter, Friede, Ruhm und Segen, daß der Glanz seines Thrones sich erhöhe und vermehre und aus dem Schmerze uns Trost erblühe mitten in der Klage, die sich durch alle Herzen ergießt. Zu Gott wollen wir hoffen! Zu Gott wollen wir beten! Möge die schützende Hand Gottes Alles zum Guten wenden, zum Segen und zum Heile, zum Frieden und zum Tröste! Amen. Wristkiche Stimmen gegen den Antisemitismus. Je kühner und dreister der Antisemitismus sein Haupt erhebt, desto dringender und heilsamer erscheint es, wenn berufene Stimmen sich gegen das wüste Treiben, des blinden Racenhasses erheben. Eine solche mannhafte und achtungswerte Äußerung findet sich in dem „Korrespondenzblatt für den katholischen Klerus Österreichs", redigirt von Berthold Anton Egger, Chorherrn von Klosterneuburg. Diese den Interessen der katholischen Kirche gewidmete Zeitschrift ent- 7*

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