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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 69

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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69 Sachs, Chajes, Jost, Luzatto, Fürst, Rappoport, Reggio, Steinheim u. A. Er gehört zu den gelehrtesten Männern der Judenheit, hat viele wertvolle kritische Schriften veröffentlicht und hebräische Zeitschriften durch seine Beiträge bereichert. Der Jubilar besitzt, wie „Hamelitz“ sich ausdrückt, den Thau des Himmels, aber ihm fehlt die Fettigkeit der Erde. Es ist eine Ehrenpflicht des Judentums, diesen Greis nicht nur zu beglückwünschen, sondern durch Zuweisung von Geschenken ihm den Abend seines Lebens, das voll Kampf und Entbehrung war, zu verschönen. — Herr S. H. Goldschmidt in Paris hat dem israelitischen Knabenasyl daselbst 60,000 Frs. überwiesen. — Der Oberrabbiner von Lyon Herr Alfred Lcvy wilrde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. — Am 5. Januar begieng Herr Oberrabbiner vr. Nathan Adler in London seinen 85. Geburtstag. — In Oravesend in England wurde ein jüdischer Lehrer Namens Berlrowih zum Bürgermeister erwählt. — Von Herr S. Schechter ist ein in London gehaltener Vortrag über die „Chassidim" gedruckt erschienen. — In Nom wird eine Synagoge erbaut werden, die den Plänen nach eine Zierde der Stadt zu werden verspricht. Der Pabst, erzählen die Blätter, soll sich überaus gefreut haben, daß er viele Juden in der Kirche während der Feier seines Jubiläums bemerkte. — Bei den Municipalwahlen in Neapel sind unter neun neu Gewählten vier Juden. — In Pesaro wurde wie die „Drohobyzer Zeitung" berichtet, das Denkmal welches italienische Patrioten dem Juden Sarina Löb Nathan, welcher zu den größten Freiheitskämpfern Italiens zählte, errichtet haben, enthüllt, an welchem feierlichen Akte sich die ganze Stadt beteiligte. Im Rossini-Theater hielt der Abgeordnete Antonio Kratti eine Rede in der er nicht nur die großen Verdienste des Gefeierten gedachte sondern auch die Thatsache hervorhob, daß Italien im Gegensätze zn anderen Ländern bis nun sich von dem giftigen Baume des Antisemitismus ferne hielt und auch fernerhin von ihm fernhalten werde. „Wir Italiener" rief er aus „lieben und ehren alle Mitbürger und insbesondere die jüdischen, denn wer würde verneinen, daß sie in unserer Gesellschaft ein höchst culturelles Element bilden? Wir müßten blind sein, um dem widerlichen Beispiele des Auslandes zu folgen. Für eine solche Barbarei sind wir zuviel politisch reif, wir schätzen jeden nach seinen Thaten und die Geschichte lehrt uns, daß wir den geringsten Grund nicht haben, uns über die Thaten der jüdischen Mitbürger zu beklagen." — In Parma starb Herr Dr. E. Levy, Professor der Philosophie und Jurisprudenz an der dortigen Universität. — Fräulein Ernestine Iriedrichsen hat ein Bild ausgestellt „Freitag Abend im Judenvierlel zu Amsterdam." — Eine Gesellschaft in Amsterdam, welche früher überhaupt Juden als Mitglieder nicht aufnahni, die „Maatschappy fot Nut va'n Allgemeen“ erwählte Herrn A <§. Wertheim, den Präsidenten der jüdischen Gemeinde, zu ihrem Vorsitzenden. — In Haag starb einer der letzten Veteranen der Schlacht von Waterloo, Chapman Enthoven, welcher für seine Tapferkeit von der Niederländischen Regierung das silberne Kreuz erhielt. Er erreichte ein Alter von 103 Jahren. — Der jüngst verstorbene Buchhändler Aron Samson in Stockholm hat 10,000 Kronen der Universität daselhst vermacht, deren Zinsen jährlich an einen Studenten der Medizin vergeben werden sollen. — In Stockholm wurden merkwürdige Beiträge zur Geschichte der Juden in Schweden aufgefunden im Besitze eines Antiquars, durch den sie zur Versteigerung gelangten. In Mitte des 17. Jahrhunderts lebte in Stockholm ein Jude A. L. Lewin, der Hofbanquier war und dann mit seiner ganzen Familie zum Christentum übergieng. Ein Erlaß des Königs vom 12. August 1745 erlaubt zwei Generaldirektoren in Gothenburg mit

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