Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 66

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969754-2969758--2217-2972391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 tals in Colberg wurden daselbst 110 Arme unentgeltlich verpflegt. Die Einnahmen im abgelaufenen Jahre betrugen 10017 Mk. 77 Pf. die Ausgaben 8016 Mk. — Nach dem Rechenschaftsbericht des Vereins zur Unterstützung von Wittwen und Waisen armer israel. Lehrer und Borsänger^in Württemberg hat derselbe iin Jahre 1886—1887,5576 Mk. 75 Pf. eingenvininen und 5381 Mk. 11 Pf. ausgegeben. — Der Liwjath-Clicn-Sßereiii in Breslau mit dem Zwecke, unbemittelte Hörer des jüdisch-theologischen Seminarslzn unterstützen, hat int Jahre 1887, 3745 Mk. 45 Pf. eingenommen welcher Betrag auch ausgegeben wurde. — Die Freie Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesiens hielt am 26. Deceinber ihre dritte Versammlung in Köuigshütte ab. — In Hintersteinau machen die Lehrer in der Schule stark i» Antisemitismus. — Die Staatsanwaltschaft in Dortmund hat wegen „groben Unfugs" gegen den Verleger der antisemitischen Flugblätter, die über ganz Deutschland verbreitet wurden, Herr Th. Fritsche in Leipzig Anklage erhoben. — Herr iludolf fJirdjoi» in Berti» beklagte es tief in einer anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Stiftungsfestes des liberalen Berliner Arbeitervereines, am 28. Deceinber gehaltenen Rede, daß im Kreise der akademischen Jugend „der abscheuliche Gedanke des Autiseinitisinus Wurzel gefaßt habe. „In Berlin" rief er aus : „In der Stadt Mendelssohns wird die studirende Jugend antisemitisch"! — Der Preis für die von kt'. Morih Bappopor'schen Stiftung in Wien gestellte Frage: „Welchen Einfluß haben die hebräischen Psalmen ausgeübt auf die Gestaltung die Liturgie auf die Entwicklung und Fortbildung der Hymnologie in den verschiedenen Kirchen, vorzugsweise unter den modernen Völkern" wurde Herrn Julius Steinschneider cand. phil. in Berlin zuerkannt. Die nächste Preisaufgabe lautet: „Geschichte der Inden in Roin seit der ersten Niederlassung in der Hauptstadt des römischen Reiches bis zum Verschwinden des römischen Ghetto unter der Regierung Humbert I." Die Arbeit kann in deutscher, französischer oder italienischer Sprache verfaßt sein und muß bis zum 31. Deceinber 1880 Mittags 12 Uhr im Secretäriat der israelitischen Eultusgemeinde in Wien (Seitenstättengasse 4) abgeliefert werden. Der Preis beträgt 1000 fl. ö. W. — Man schreibt uns aus Wien: Am 3. Januar verschied hier der königl. niederländische General-Eonsnl Friedrich Bitter v. Bosrnberg, ein hervorragendes Mitglied der hiesigen Kaufmannschaft, der für seine Verdienste vom Kaiser von Oesterreich und anderen Monarchen durch Verleihung zahlreicher Orden ausgezeichnet wurde. — Am 5 Januar starb in Wien der kaiserl. Rath Herr Di-. David Winterlich, der über ein halbes Jahrhundert in aufopferender Weise seinem Berufe lebte. Um die medicinische Litteratur hat sich der Verstorbene sehr verdient gemacht. Von ihm stammt die klassische Uebersetzung des „diätetischen Sendschreiben des Maimonides an den Sultan Saladin." — In Wie» starb Frau Charlotte pinslrer, die Wittwe nach dem verewigten Professor S. Piuslier, bekannt durch seine Schriften über das babylonische Accentsystem und über die karäische Litteratur. Die Verstorbene war eine Schwester von L)r. Julius Barasch, der als Schriftsteller und Philantrop sich um die Juden in Rumänien verdient gemacht. — In Moisburg starb am 18. Januar Herr Rabbiner Dr. M. Feuchtivang, geboren 1815 zu Pappenheim, früher Rabbiner in Geklingen uttb Deut ca. — Am 19. Januar starb iit Horfchih der dortige Rabbiner und Feldprediger des dritten Armeekorps, Herr vr. Adolf Chrentheil. Er trat im Jahre 1850 mit einer Schrift „Karmel" Sagen und Legenden aus dem Talmud auf und hat sich später als anregender Schriftsteller hervorgethan. Am 22. Jan. fand sein Leichenbegängnis statt. — Man schreibt uns am 27.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.