Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1888)
- Date
- 1888-03-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Aber auch die' Analogie mit dem klassischen Altertum, welcher mit dem Grundsatz, nämlich die Bibel aus ihr selbst zu erklären, nicht in Widerspruch steht, da im Gegenteil, wie bereits bemerkt, die geschichtliche Forschung solche Vergleichungen überall aufsuchen muß, wenn sie das bei einem Volke Gegebene aus dem Gesamtgeiste heraus recht begreifen will, die Analogie mit dem Altertum zeigt uns klar, daß keine andere Deutung zulässig ist, daß vielmehr überall dieselbe Annahme von dem, was als Prophezeihung oder Weissagung gegolten, anerkannt wurde, daß sie nämlich nichts anders als göttliche Mitteilung enthalte. Diese Vergleichung dürfte um so wichtiger sein, als ein Urgöttliches überall zu Grunde zu liegen scheint. Der Paradiesesstrom göttlicher Offenbarung, in wie viele Hauptströme er sich auch später teilen mochte, entsprang doch wohl einer mächtigen ursprünglichen Quelle. (Fortsetzung folgt.) Ml o n a 1 s f ch a u. Bei der am 4. Januar stattgehabten ordentlichen Hauptversammlung des Mendelssohn-Uereins in IranKfurt a. M. wies der Vorsitzende in einer Ansprache auf die Bedeutung Moses Mendelssohns hin. Am Schlüße derselben erhoben sich die Anwesenden, um das Andenken Mendelssohns an seinem Todestage zu ehren, von ihren Sitzen. Nachdem hierauf die verschiedenen hiezu verpflichteten Beamten Bericht erstattet, gieng man an die Neuwahl des Vorstandes, der bis auf ein Mitglied, an dessen Stelle Herr Adolf L. A. Hahn trat, wiedergewählt wurde. — Am 7. Februar fand eine Monatsversammlung des Wendelssohn- Kereins statt. In derselben hielt ein Mitglied des Vereins, Herr Solomon femj, einen lichtvollen Vortrag über „Inden Mitglieder des Parlaments in der Provence im Anfänge des 17. Jahrhunderts". — An dem Hause Spandauer-Straße Nr. 68 in Berlin ließ der jetzige Besitzer eine eiserne Tafel mit der Inschrift „Hier wohnte Moses Mendelssohn, geb. in Dessau den 6. December 1729, gest. in Berlin den 4. Januar 1786" anbringen. — Am 31- December feierten Herr Zoses Liebermann und dessen Frau Emilie geb. Zender in Hamburg das Fest der goldenen Hochzeit- Der Jubilar ist erster Repräsentant und ältestes Mitglied der Teinpelgemeinde. Die aus diesem Anlasse von Herr Prediger Dr. 5. Leinidiirser gehaltenen Festrede nebst Gebet ist unter dem Titel „Der Familie hohe Zeiten" erschienen. Der begabte Redner gab den Gefühlen, die weitere Kreise erfüllten, tiefinnigen herzlichen Ausdruck. — In Mannheim begieng Herr Stifts- Rabbiner Wagner seinen 80. Geburtstag, zugleich das 50. Jahr seiner Anstellung an dortiger Gemeinde. — Herr Prof. Graeh hat die Zinsen der ihm anläßlich seines Jubiläums überreichten Ehrengabe zur Hebung und Förderung der jüd. Wissenschaft bestimmt. Er will Arbeiten zu einer talmudischen Encyclopädie anregen und gedenkt selbst ein umfassendes Werk über die heilige Schrift herauszugeben. — In Ludwigs Drama „die Makkabäer", das am deutschen Theater in Berlin zur Aufführung gelangte, spielte Herr Dr. Pohl, ein getaufter Jude, die Rolle das für das Judentum begeisterten Mathathia. Das ist doch echtes Spiel! — Die Karl v. Roth sch ild'sche öffentliche Freibibliothek in IranKfurt a. M. ist dem Publikum zur Benutzung übergeben worden. Als Bibliothekar fungirt Herr Dr. Berghöffer. — An der Universität in Ireiburg hat sich Herr Dr. Bamuel Keckendorf habilitiert und wird im Sommersemester Vorlesungen über