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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 61

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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sie aus vor dir. Ganz sollst du dich halten an Gott deinem Herrn. Denn diese Völker, die du anstreibst, hören auf Verwünschungen und Wahrsager; dir aber hat Gott, dein Herr, dies nicht gestattet. Einen Propheten aus deiner Mitte wird dir aufstellen Gott, dein Herr, ihm sollt ihr gehorchen. Ganz sowie du verlangtest von Gott, deinem Herrn am Choreb, ani Tage der Versammlung, sprechend: Ich möchte nicht weiter hören die Stimme Gottes, meines Herrn, und dieses große Feuer will ich nicht fürder sehen, daß ich nicht sterbe.. Da sprach Gott zu mir. Sie haben wohl geredet. Einen Propheten will ich ihnen aufstellen aus der Mitte ihrer Brüder, wie du bist, und will geben meine Worte in seinen Mund und er rede zu ihnen Alles, was ich ihm gebieten werde." Schon die ganze Fassung dieser Stelle, sowie ihr innerer Zusammenhang, stellt uns die Prophetie, wie schon Philo richtig bemerkt, als eine in Folge der himmlischen Gnade und der besonderen Stellung Israels, als eines Volkes, das sich ganz an Gott, seinen Herrn, halten sollte, dem Seher gewordene, unmittelbare Mitteilung Gottes dar, was aber nicht ausschließt, daß die Propheten in der vollkommenen Entwickelung ihrer Aufgabe, auch an die andern Völker gesandt, Boten Gottes an die Menschheit wurden. Denn eben dieses Gebot, sich ganz an Gott zu halten, bezweckt nichts Anderes, als das vollkommenste Gottvertrauen in jeder Beziehung, und daher einerseits in Betreff der zukünftigen Ereignisse seiner Leitung sich ganz hinzugeben, ohne im voraus schon den Schleier lüften zu wollen, und in diesem Sinne verspricht ihnen Gott Propheten wie Moses, die sie nämlich fortwährend in seiner Lehre erhalten sollten, durch deren Beobachtung sie ruhig und getrost der Zukunft entgegen gehen könnten; anderseits sollen sie, wenn die Zukunft doch im voraus gewußt werden wollte, diese nicht durch Menschen und deren Künste, sondern eben nur wieder von Gott selbst durch seine Propheten erkunden, was aber wesentlich wieder nichts Anderes heißt, als daß die Propheten auf der Basis des ihnen offenbarten göttlichen Rechtes, das nach dem Festhalten an demselben Gebührende im Namen Gottes mitteilen werden. Diesem Propheten, „den Gott stellen wird", will dieser deutlich seine Worte in den Mund legen, er soll ihnen vortragen, was der Ewige ihm befehlen wird. Der Inhalt dieses Ausspruchs läßt sich durchaus, ohne den deutlichen Worten Gewalt anzuthun, nicht bezweifeln. Es ist die Mitteilung Gottes, die der Prophet dem Volke offenbaret, es ist das Wort des Herrn, das aus dem Munde des Propheten spricht, er ist nur der Dolmetscher und Verkündiger des göttlichen Befehls. Dasselbe geht auch aus der Stelle hervor, wo vor den falschen Propheten gewarnt und im Gegensatz davon Israel ermahnt wird: Dem Ewigen, seinem Gotte, nachzufolgen, ihn zu fürchten, seine Gebote zu beobachten und auf seine Stimme, d. h. wie der Zusammenhang deutlich zeigt und Raschi richtig erklärt, auf seine d. i. die wahren, von ihm gesandten Propheten zu hören. (5. B. M. 13, 2—6.) Die Verkündigung der Propheten wird demnach deutlich als Stimme Gottes bezeichnet, was doch nichts Anderes als Mitteilung Gottes bedeuten kann. Und diese Ansicht, daß die Prophetie unmittelbare, in der besonderen Gnade Gottes ihren Grund habende Mitteilung Gottes sei, kehrt bei allen Propheten wieder. Jesaias wird zu seinem Prophetenamte durch die geheimnißvolle göttliche Erscheinung geweiht. Es ist die Stimme Gottes, welche spricht:

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