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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 60

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Mit großer Freude verweilt er bei den Darstellungen heidnischer Schriftsteller, wenn sie irgend einer in der Bibel erwähnten Thatsache oder Andeutung beistimmen, denn weiß ja, daß deren Zeugniß in beit Augen der Römer, für die sein Werk ausschließlich berechnet ist, als ein unverdächtiges angesehen wird, und das ist für ihn sehr wertvoll. Auch giebt er sich gern den Anstrich eines sehr gelehrten und belesenen Mannes. So bringt er sehr oft Citate aus Alexander Polyhistor, aus' Eupolemos, Demetrios, auch aus Herodot, den er einmal des Irrtums zeiht, da er die von dem Egypterkönige Sisak ausgeführten Thaten fälschlich dem Sesostris zuschreibe. Die Schriften des Chaldäers Berosus, der ein großes Geschichtswerk sowie ein Werk über Astronomie geschrieben, die phönizische Geschichte des Menander ans Ephesus sowie die Chronik der tyrischen Könige und viele andere zum Teil verloren gegangene oder doch nur in Bruchstücken erhaltene Werke hat Josephus eifrig studirt, und soweit wir ihn controliren können, sich einer großen Genauigkeit im Citiren befleißigt. Auf seine Abhängigkeit von dem Alexandriner Philo ist schon vorhin hingewiesen worden, nicht verschweigen wollen wir aber, daß er auch mehrmals in einem direkten Gegensatz zu ihm tritt und eine gründlichere Gesetzeskenntnis verrät als der Alexandrlnische Philosoph. Hin und wieder läßt sich Josephus auch durch eine mißverständlich aufgefaßte Bibelstelle verleiten, eine falsche Thatsache zu erzählen. Es heißt im Buche der Könige: Nach Hiskias Genesung von seiner schweren Krankheit schickte Merodach Baladan, der König von Babel, eine Gesandtschaft an ihn. Hieraus hat Josephus Veranlassung genommen, den Untergang des Assyrerreiches in die Regierungzeit Hiskias zu verlegen, während er doch erst ein Jahrhundert später erfolgt ist. Er konnte sich nämlich die Existenz eines Königs von Babel nicht anders erklären, als daß zuvor das assyrische Reich, von welchem Babylonien ja eine Provinz war, sein Ende gefunden haben mußte; er wußte nicht, daß die Statthalter von Babylonien, die besonders in der letzten Zeit der Assyrerherrschaft nur in einem sehr losen Abhängigkeitsverhältnisse zum Großkönige von Ninive standen, sich mitunter auch den Titel eines Unterkönigs beilegten, und daß die Gesandtschaft dieses Unterkönigs an Hiskia höchstwahrscheinlich den Zweck hatte, den König von Juda zu Anschlüsse an ein gegen Assyrien gerichtetes Bündnis zu bewegen. — (Fortsetzung folgt.) Die Aorin der Urophelie. Von T>r. E. Grünebaum, Bezirksrabbiner in Landau. Die erste und wichtigste Stelle über die Prophetie findet sich in der Bibel (5. B. M. 18, 9-18) und lautet: „Wenn du kommst in das Land, das Gott, dein Herr, dir gibt, so lerne nicht die Gräuel üben jener Völker. Es finde sich keiner unter dir, der seinen Sohn oder seine Tochter durch das Feuer führt, kein Wahrsager, keiner, der Verwünschungs- und Ahnungskünste treibt, kein Zauberer, kein Geisterbanner, kein Totenbeschwörer, kein Weissager und kein Totenbefrager. Denn ein Gräuel vor Gott ist jeder der solches thut, und ob dieser Gräuel treibt Gott, der Herr,

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