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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 58

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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58 Rede davon sei«, und so verbleibt das Verdienst Mendelssohns um Einführung und Förderung dieser höchstwichtigsten Lehrform in den Schulen ein unvergängliches, unsterbliches. Darmstadt, im Januar 1888. M- Mannheimer. Ktavius Josephus und die heilige Schrift. Bon vr. Vogelstein in Stettin. (Fortsetzung.) Daß der Richter Gideon, der seine öffentliche Laufbahn mit der Zerstörung des Baalsaltars beginnt, nach glücklich beendetem Kriege sich von den Israeliten goldene Ringe geben läßt, um aus ihnen ein Idol anfertigen zu lassen, das, in seinem Hause aufgestellt, dem Volke zum Fallstricke wird, erscheint Josephus zu widerspruchsvoll und das Andenken des frommen Gottesstreiters verunzierend, weshalb er es niit dem Schleier der Vergessenheit verhüllt. Aus welchem Grunde er aber, da er die Wunderthaten Elias sonst fast wörtlich der biblischen Darstellung gemäß berichtet, die schöne Erzählung von der Heilung des aussätzigen Syrischen Feldherrn Navman wegläßt, die ihm doch Gelegenheit gegeben hätte, die Uneigennützigkeit der Propheten und die Bekehrung Naöman's zu dem Glauben an den einzigen Gott zu schildern, ist mir nicht einleuchtend. — Oder sollte vielleicht das Nachspiel zu dieser Erzählung, die Pflichtverletzung und die Habgier des Dieners Elisas, der dem Naöman nacheilt und unter einer falschen Vorspiegelung ihm reiche Geschenke entlockt, bei Josephus Bedenken erregt haben? Glaubte er vielleicht, dem Judentume zu schaden, wenn er auch nur eine so untergeordnete Persönlichkeit wie den Diener des gottbegeisterten Sehers als vom Dämon des Eigennutzes ergriffen bezeichnet«? Das wäre doch eine allzu große Ängstlichkeit, die ich selbst dem überängstlichen Jesephus nicht zutrauen möchte, denn dann hätte er ja auch die schwere Doppelsünde David's verschweigen müssen, dessen Leben und Wirken in der Geschichte des israelitischen Volkes ja so oft als ein gottgefälliges bezeichnet, und der den späteren Königen als ein Muster vorgehalten wird; das thut er aber nicht, sondern schickt der betreffenden Erzählung nur die Bemerkung voraus: „Um diese Zeit fiel David, der sonst ein gerechter und gottesfürchtiger Mann war und streng an den väterlichen Satzungen festhielt, in eine schwere Sünde." Doch dem sei, wie ihm wolle: wir haben genügende Beweise erbracht, daß Josephus ihm bekannte Thatsacheu seinen Lesern absichtlich vorenthält, wenn er so dem Zwecke seines Werkes, den Römern eine günstige Meinung vom Judentume beizubringen, einen Dienst erweisen kann. Aber außer dieser freilich schwer wiegenden Unterlassungssünde kann man ihn nicht einer absichtlichen Unwahrheit beschuldigen, alle anderen Abweichungen von der heiligen Schrift beruhen teils auf einer falschen Auffassung, teils auf einer anderen Lesart, teils hat er die biblischen Berichte nach dem in anderen Quellen Vorgefundenen ergänzt und corrigirt, teils hat er offenbare Widersprüche oder Schwierigkeiten sich in seiner Weise zurecht gelegt und erklärt, teils endlich

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