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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-03-01 · Heft 3 (1.3.1888) · p. Seite 54

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 3 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 sondern von den Gebäuden heimtückischer Bosheit, die ihr in euerem Geiste aufführt, von den verderblichen Ratschlüssen, die ihr gegen Israel ersinnet, von den unheilvollen Anschlägen, mit denen ihr unsere Vernichtung herbeiführen wollet, die will der Herr vereiteln, von ihnen sagt der Prophet im Namen Gottes „Sie werden bauen und ich werde zerstören, sie werden schaffen und ich werde umreißen." Wirst du etwa leugnen wollen, fuhr R. Elieser fort, daß dieses Wort in Erfüllung gegangen ist? Nein, du hast dich auf Thatsachen berufen, die deine Meinung bekräftigen sollen, auch ich will dir zur Bewahrheitung meiner Meinung solche vor Augen stellen. Du zeigst mir das ewige Rom, ich zeige dir das unsterbliche Israel. „Ich sterbe nicht und lebe fort und erzähle von den Thaten des Herrn". Diese Worte können wir euch heute noch zurufen wie ehedem, das ist unser Jubel-, das unser Siegesruf. Wie habt ihr euere ganze Macht aufgeboten, alle Mittel des Frevels und der Gewalt zu Hilfe genommen, um Israel zu vernichten! Ihr habt sein Reich zerstört, sein Gut geraubt, habt ihm die Krone vom Haupte gerissen, habt seine Ehre in den Staub getreten, seine Krieger erschlagen, seine Söhne und Töchter in euere Bergwerke geschleppt, auf euere Sklavenmärkte geschickt, habt den letzten Rest unserer Hoffnung zu vernichten gesucht. Aber Israel lebt heute noch und wenn ihr auch fort und fort seinen Untergang beratet und beschließt. Sie werden bauen und ich werde zerstören, spricht der Herr. Wenn ihr alles im Stande seid, über Israel habt ihr keine Gewalt, es ist von dem Geist des ewigen Lebens beseelt. Wahrlich, du sprichst jetzt selbst wie ein Prophet, antwortete der Römer. In den Ratsversammlungen Roms wird gar oft die Angelegenheit der Juden zur Sprache gebracht. Es vergeht kein Jahr, in welchem nicht einmal ernstlich daran gedacht wird euch den Garaus zu machen. So verschiedenfache Richtungen in unserem öffentlichen Leben hervortreten, in diesem Punkte gehen sie alle zusammen, sie treten zusammen, sie verhandeln und beraten und beschließen, aber es kommt doch nichts zu Stande, da ist ein alter Ratgeber, der macht stets solche Beschlüsse zu nichte. Du verstehst also jetzt die prophetische Verheißung, die durch Maleachi uns verkündet wurde, sagte darauf R. Elieser, und bestätigst durch das, was du mir eben mitgeteilt hast, durch die Anführung von Thatsachen, die mir unbekannt waren, die Richtigkeit meiner Auffassung jenes alten Prophetenwortes, doch zuletzt hast du dich nicht deutlich genug äusgedrückt und dunkel, zweideutig wie euere Orakelsprüche, ist mir der Sinn deiner Rede. Ehe es zum Schluffe unseres Gespräches kommen soll, muß ich auf das Ende deiner Rede noch einmal eingehen und da du mir etwas von der göttlichen Gabe des Prophetentums zuschreibst, diese Worte, die dir selbst etwas unverständlich sind, ein wenig erklären. Du sprichst von einem Greise, der immer Roms Anschläge gegen Israel zu nichte macht. Den Namen dieses rätselhaften Greises hast du mir nicht genannt, du kennst ihn wohl auch nicht, aber ich will dir genau sagen, wer er ist und wie er heißt. Der Greis, der stets jung bleibt, immer von Neuem eure Pläne vereitelt, das ist der nie alternde, ewig lebende Gott Israels, der das Weltall zum Reiche seiner Herrschaft geschaffen und durch denselben Propheten Maleachi, dessen Wort bis jetzt der Gegenstand unserer Besprechung gewesen, uns zuruft: Vom fernen Osten, wo die Sonne zuerst aufstrahlt, bis zu den äußersten Grenzen des Westens, wo von Tag zu Tag sich ihr leuchtendes Haupt in die Finsternis der Nacht hinabsenkt, ist mein Name gelobt und gepriesen unter den Völkern. Sie kennen mich nicht, aber unbewußt dienen sie mir, bringen sie ihre Verehrung

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