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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-02-01 · Heft 2 (1.2.1888) · p. Seite 27

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 2 (1.2.1888)
Date
1888-02-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 bracht, daß auf der eilten Seite das prophetische Wissen von allein philosophischen (menschlischen) sich dadurch unterscheide, daß es ohne Hilfe der Forschung, gleichsam mit einem Blicke erschaut werde (IV. 17, V. 12); daß die Prophetie also reine Intuition sei, in welcher Gott selbst seinem Auserkorenen sich gleichsam von Angesicht zu Angesicht offenbare (IV. 13) u. s. w., dagegen nach der anderen der höchste Geist aller Sinnlichkeit, aller sinnlichen Vermittlung, die sich doch von der Intuition, wenn sie kein bloßes Truggebilde der Phantasie sein sollte, nie ganz trennen läßt, entrückt werden muß. Deshalb huldigt der Verfasser einem gewissen sinnlichen Occasionalismus und läßt, wie Philo, «in dem Principe der Alexandriner gemäß den höchsten Geist nicht unmittelbar mit der Schöpfung sich befassen zu lassen geistige Wesen zwischen Gott und die Welt einschiebt, gleichsam sinnliche Wesen, freilich im Minimum der Sinnlichkeit, zuerst in dem Lichte, welches das feinste des Sinnlichen ist (IV. 3), sodann in der Luft, und anderen, gerade da schaffen, wo es ihrer bedarf, um sich den Propheten osfenbar zu machen. Indessen muß doch unterschieden werden und zeichnet sich auch hier die Ansicht des Verfassers des Khusari, durch sein positives Streben, von der auf dem Boden der Philosophie erwachsenen Anschauung Gebrauch zu machen und durch seinen die Wahrheit niemals ganz verkennenden klaren Blick von späteren Ansichten aus, die zum Teil schon bei Philo Vorkommen. Nach Philo war der Prophet gleichsam nur der Schreiber Gottes, der Wort für Wort seinem Diktirenden folgte. Nach Jehuda Halewi war nur der Inhalt der Prophetie, welcher dem Seher während seiner prophetischen Begeisterung durch die feinste Sinnlichkeit vermittelt und durch eine Anschauung, wie nur des Propheten lichter Geist sie fassen konnte, mitgeteilt wurde, Eigentum Gottes, die W o r t e dagegen, welche der Prophet an das Volk richtete, Eigentum des Propheten (V. 20). Wichtiger jedoch dürfte die Ansicht des Maimonides sein, da sie von dem entschiedentsten Einflüsse auf die Auffassung der Prophetie bei den späteren Religionsphilosophen in der Synagoge ist. Nach Maimonides fMore II, Kap. 36) ist die Prophetie ein Ausfluß Gottes vermittelst der thätigen Vernunft auf die Vernunft der Möglichkeit und dann «auf die Einbildungskraft. Um letzteres zu begreifen, dürfte die Bemerkung des Aristoteles, nach welchem die Ansicht des Maimonides sich erwiesenermaßen gebildet hat (durch Vermittlung der arabischen Uebersetzer) zum Verständnis notwendig sein. „Alle Gedanken sind nach Aristoteles von einem Phantasiebild < Phantasma) begleitet, welches dem Denken denselben Dienst leistet wie die ZeichnungdemMathematiker." (ZellerPhilosophie der GriechenS.581 Anm. 2., vergl. S. 558 Anm. 3.) Es fragt sich nun, was Maimonides unter der thätigen Vernunft versteht, ob er dieselbe in den Menschen selbst oder außer ihm in die Gottheit setzt. In Betreff des Aristoteles sind die Meinungen seiner Erklärer in dieser Hinsicht verschieden, sowohl im Altertum als im Mittelalter bei den Arabern und bei den neueren Erklärern desselben?) Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß Maimonides seinem berühmten zeitgenössischen Erklärer des Aristoteles, dem Averroes, hierin folgt. Nach Averroes ist nicht blos die Vernunft, die Alles in Möglichkeit ist, sondern ') Siehe Zeller, a. a. O. II. 2, Seite 563 ff. Brentano die Psychologie des Aristoteles. 3*

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