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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-01-01 · Heft 1 (1.1.1888) · p. Seite 16

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 1 (1.1.1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 und Buchdrucker, zur.letzten Ruhe geleitet. — In Inowraflaw sind jüdische Familien, die streng rituell leben, an der Trichinosis erkrankt. Ein junger Mann, Herr Spiro starb an dieser Krankheit. Die Aerzte haben konstatiert, daß auch bei Enten Trichinen Vorkommen. — In Strahlung sind die Juden behördlich verpflichtet worden, fortab ihre Toten in Särgen beerdigen zu lassen. Dasselbe ist auch in Galizien verfügt worden. — Herr Dr." Milch Silberschmidt, ein Jude, wurde zum Staatsanwalt am Landgerichte Aschasfenburg ernannt. — Herr Kandidat Schwubedilfe» in Berlin wurde von der dortigen Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden zum Missionsgeistlichen gewählt. — Herr Dr. H. Krause, welcher nach San Nein» zum deutschen Kronprinzen berufen wurde, ist vor Kurzem zum Protestantismus übergetreten. Derselbe, aus At. Krone stammend, ist der Schwiegersohn der sel. Frau Bertha Oppenheimer, welche eine begeisterte Anhängerin des Judentums war. (Vgl. Prof. Lazarus „Treu und frei." S. 261. Rede, gehalten an ihrem Sarge den 21. Mai 1880.) Sie kaufte die Bibliothek des sel. Prof. Julius Fürst in Leipzig und machte dieselbe der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin zum Geschenke. — Aus Meiseichen» schreibt man uns: Herr Anrich, der Lehrer der hiesigen israelitischen Schule, welcher krankheitshalber schon seit Jahresfrist an der Ausübung seines Amtes verhindert war, ist nun in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Fiir seine große Treue und seinen Pflichteifer während seiner fünfzigjährigen Wirksamkeit wurde ihm von Sr. Majestät unserm König der Adler des Hohenzollernschen Hausordens verliehen. — In Aimsig wurde der besoldete Stadtrat, Herr Dr. Kamter, nach Ablauf von zwölf Jahren wieder einstimmig als solcher gewählt. — Der Magistrat von Cd'rlin a. p. nahm das durch die dortigen Stadtverordneten gewählte Schuldeputationsmitglied den Apotheker Herrn Löwenstein, einen Juden, nicht an und forderte zur Wahl eines Christen für dieses Amt auf. Die königliche Regierung wird hierüber zu entscheiden haben. — Herr!i. Mir feierte in Morins sein Jubiläum als Kantor daselbst. Er wirkt in diesem Amte bereits dreißig Jahre. —In Goethe» feierte Herr S. A. Molts sein fünfzigjähriges Jubiläum als Kantor. — Am 1. November feierte Herr M. Karlrenheim, Prediger und Lehrer in Mühlhausen sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. — In Kawitsih soll eine neue Synagoge erbaut werden. — In Berlin hielt Herr Dr. Kalthosf, ein Geistlicher, einen beherzigenswerten Vortrag über „die Verwertung des alten Testamentes für die religiöse Jugenderziehung." — Am 26. Oktober hielt Herr Dr. Gustav Karpeles in Berlin im dortigen „Gsra-Merband" einen Vortrag über „den Palästina-Gedanken in der hebräischen Poesie". — Am 2. November sprach in demselben Vereine Herr oand. phil. Julius Steinschneider über „Jüdische Geschichtsschreiber". Derselbe wird demnächst sprechen über „Was könnte Palästina den Juden sein." — Der Vorstand der israelitischen Gemeinde in Coburg richtete an den Herrn Generalsuperintendent Dr. Müller anläßlich seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums eine Gratulationsadresse. In dem Dankschreiben des Jubilars wünscht derselbe von Herzen, „daß auch für die Zukunft Genossen verschiedener Religionen in unserer Stadt friedlich und einträchtig bei einander wohnen und in dein einen gesegneten Streben zusammentreffen, daß sie Gott fürchten und Recht thun." — Wie der „Schwäbische Merlrur" schreibt, sind die Synagoge und das Rabbinatshaus in Mergentheim früher Eigentum der Familie Börne gewesen, die diese der Gemeinde überließ. In der Rabbinatswohnnng befindet sich noch ein Gemach mit kostbaren Gobelins-Tapeten. Hofrat Streit aus Kilsinge» soll ein bedeutendes

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