Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Angebot auf diese Gobelins gemacht haben, um mit denselben ein Zimmer des Fürsten Bismark zu schmücken. Eine Gedenktafel anzubringen, gebieten Pietät und Dankbarkeit. — In Düsseldorf ist ein Ko mite zusammengetreten, welches es hindern will, Heinrich Heine ein Denkmal in seiner Vaterstadt zu errichten. — Es ist uns zugegangen: Rechenschaftsbericht des Montefiore-Uereins zur Unterbringung armer Kinder in höhere Schulen in l'resla». Derselbe im Jahre 1884 gegründet, erhält sich durch allwöchentliche Pfennig-Beiträge von Schulkindern und durch Zuweisungen edler Menschen. Während der drei Jahre des Bestandes hat der Verein 1764,64 Mk. vereinnahmt und 1496,75 Mk. als Schulgeld für neunzehn Kinder verausgabt. Wir wünschen dem Verein, der sich bereits viele Freunde erworben, ferneres Gedeihen. Es wurden in den Vorstand wiedergewählt die Herren B- Ireudenthal, die Gemeinde-Repräsentanten Th. Oschinsky, A. Struck und vr. Louis Neustadl. Neugewählt wurden die Herren vr. S. Bruck, Ä. Kinkel und Rechtsanwalt Koth. An Stelle des Predigers Herrn vr. K. Neustadt, der aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl als Vorsitzender ablehnte, wurde dessen Sohn Herr vr. Louis Neustadt mit diesem Amte betraut. — Der deutsch-israelitische Gemeindebund in Berlin versendet Nr. 17 seiner Mitteilungen. Der Bund umfaßt zur Zeit 360 Gemeinden mit 270,000 Seelen. Hoffen wir, daß die kleinen Gemeinden, denen die Segnungen des Bundes zunächst zu Gute kommen, mit ihrem Beitritte nicht zurückbleiben. — Am 25. Oktober fand in Königsberg die siebente Generalversammlung des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens statt. — Der Vorstand des „Deutschen Reformvereins" in Kassel verlangt in einer privaten Zuschrift von den christlichen Ladenbesitzern Geld, um Flugblätter verbreiten zu können, damit man bei jüd. Ladeninhabern fortab nichts mehr kaufe. Das bereits entworfene mit beigelegte Flugblatt spricht von den „Fremdlingen im Vaterlande" und sagt, es heiße „Pulver in die feindliche Festung tragen, wenn man von Juden kauft." Es scheint, daß dem deutschen Reformvereine das Pulver ausgegangen sei. — Der verfolgte vr. Traugott Jerusalem, der sich in München am 30. Nov. erschoß, war einer der Hauptantisemiten in Leipzig. — Herr JJIj. Deutsch hat in Berlin (Klosterstraße 15) eine hebräische Sortiments- und Antiquariatsbnchhandlung eröffnet. — Die von Herrn Prof. vr. Graeh heransgegebene Monatsschrift hat zu erscheinen aufgehört. Als Ursache wird Mangel an Mitarbeitern angegeben. Diese Zeitschrift wurde 1844 durch den sel. vr. Zacharias Frankel begründet. — Am 30. Oktober fand auf dem Centralfriedhofe in Wien das Leichenbegängnis des verstorbenen Herausgebers und Chefredakteurs der „Allgemeineil Wiener Medizinischen Zeitung", vr. Bernhard Kraus, statt. Herr Rabbiner vr. Güdeinann hielt ihm einen warmen Nachruf. — Am 24. Oktober wurde in Wien Herr Simon Hock, der Verfasser der historigen Erläuterungen zu den von Herrn Koppelmann Lieben herausgegebenen Inschriften „Gal-Ed" des alten jüdischen Friedhofes von Prag, zu Grabe geleitet. Er hat auch sonst noch viele schätzenswerte Aufsätze in hebräischer und deutscher Sprache veröffentlicht. Bedenkt man, daß der Verstorbene ein Kaufnianll war, der seine Mußestunden der jüdischen Litteratur zuwandte, so ist das Grund mehr, ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren. — In Stanislau starb am 7. November Herr M. Ä. Horowih, Kreisrabbiner daselbst. Im Jahre 1861 hat er einige Rechtsgutachten veröffentlicht. Wegen seiner edlen Herzenseigenschaften war er überall geliebt. Die Beteiligung bei seinem Leichenbegängnisse war eine sehr große. — Am 6. November wurde in Trrbitsch der dortige Lehrer Herr Salomo» Trieschrr, der in früheren Jahren auch 2