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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-11-01 · Heft 11 (1.11.1887) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (1.11.1887)
Date
1887-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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259 Mitarbeiter im Fuggetleffeg, hat sich umgebracht. — Der neue Bischof von Klagenfurt hat von den Antisemiten viel zu leiden wegen seines Namens, er heißt: Dr. Josef Kahn. — Cardinal Hainald aus Kalotscha verkehrte in Bad Ems viel mit Herrn Rabbiner Dr. Klein aus Sjigetonr. Windhorst schloß sich ihnen ofk an. — Auf die Petition der oberösterreichischen Aovokaturs-Konzipienten, welche darum nachsuchten, daß fernerhin keine Inden als Advokaturs-Konzipienten angestellt werdenmögen, hat die Advokatenkammer folgende Antwort erteilt: teilt: „Diese Eingabe wird den Herren Gesuchstellern zu Ihren, als des Erstunterzeichneten, Händen zurückgestellt, nachdem sich der Ausschuß der oberösterreichischen Advokatenkammer im Hinblicke auf die Staatsgrundgesetze und die Advokatenordnung nicht fiir kompetent erachtet, hierüber eine Verfügung zu treffen." — Die israelitische Kultusgemeinde in Großwardein ließ den neu installierten Bischof Schlauch durch eine Deputation begrüßen. Auf eine Ansprache erwiederte derselbe, daß das Hauptmerkmal seiner Kirche die Liebe sei. Man erkenne den guten Katholiken an der Liebe, welche er gegen Jedermann, auch gegen den, der nicht seines Glaubens, bethätige. Deshalb habe er, der Bischof, auch keine Gemeinschaft mit jener Strömung, welche diesen Gedanken der Liebe gegen die Juden verleugne. Er werde sich bemühen, die Liebe und Rechtsachtung in seiner Diözese zu Pflegen, wie er auch überzeugt sei, daß die jüdischen Mitbürger sich der gleichen Gesinnung gegen seine Gläubigen befleißigen werden. — Herr Rabbiner Dr. Bischer, an der Spitze einer jüdischen Deputation, begrüßte am 24. August den Bischof des evangelischen Kirchendistriktes A. K. jenseits der Donau, Herrn Alexander Karsay, zu dessen fünfzigjährigem Priesterjubiläum. — Gegen Herrn Dr. Kopp, den Verfasser der Schrift „Zur Judenfrage", in welcher Rohlings Angriffe zurückgewiesen wurden, ist eine Gegenschrift von einem „Abb6 Dr. Clemens Victor" erschienen. Von Klobenstei» aus (30. August 1887) hat Herr Dr. Kopp gegen diesen Pamphletisten eine Erklärung veröffentlicht, in welcher er denselben heimleuchtet. — Herr Dr. Kronawetter hat in einer von ihm in Wien einberufenen Versammlung auf eine Interpellation der Antisemiten, warum er ihre Sache im Abgeordnetenhause nicht unterstützt habe, in markigen Worten den Standpunkt der Humanität vertreten. Er sagte unter anderem: Ich werde nie mit Leuten gehen, welche aus blindem Racenhaß die Prinzipien der Menschlichkeit und — auch der Anständigkeit vergessen. — Am 13. September fand die Einweihung derneuen Synagoge in Malacflra durch Herrn Rabbiner Dr. Pisko statt. — Am 11. September fand die Grundsteinlegung der St. Leopold-Votivkirche in Gersthof durch Kardinal Fürst-Erzbischof Gangelbauer statt. In seiner Festrede hob P. Pictor Kolb S. I. dankend die Munifizenz des Herrn Aub, eines Juden, Hervor, der den Bauplatz für die Kirche unentgeltlich hergegeben. — Herr Joses Halevy aus Paris ist von der Türkischen Regierung damit betraut worden, die phönizischen Inschriften der jüngst in Saida aufgefundenen Särge zu prüfen. Die Resultate seiner Untersuchungen sollen auf Staatskosten durch den Druck verbreitet werden. — Nach Angabe des italienischen Professors Drunialti leben auf der Erde an 7,000,000 Juden unter 1480,000,000 Mitmenschen. Nach dieser Berechnung kommt ein Jude auf 212 Nichtjuden. — Herr Dr. Gregory A'Arbela hat seine Kunstsammlung dem „Collegio Romano“ in Rom als Geschenk überwiesen. Derselbe, bisher Leibarzt des Sultans von Zanfibar, hat den Posten eines medizinischen Superintendenten der jüdischen Ackerbaukolonien in Palästina, welche unter dem Schutze des Baron v. Rothschild in Paris stehen, angenommen. — Die in Turin erscheinende „Gaptta del Popolo" schreibt: Was man auch sagen mag, es gilt 22*

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