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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-11-01 · Heft 11 (1.11.1887) · p. Seite 257

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (1.11.1887)
Date
1887-11-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
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257 Laufe der Rede sagte er aber : „Wir nehmen lein Mitglied jüdischer Konfession auf, weil wir glauben, daß das Verhältnis der Juden zu den Mitgliedern bereits so weit entwickelt ist, daß wir dazu nichts zu thun brauchen." An Herrn von Schorlemer ist man sonst schneidige Klarheit gewohnt, die hier sehr vermißt wird. — Herr Josef Ännmald in Zlichov bei Prag begieng jüngst das fünfundzwanzigjährige Bestehen seiner Glasfabrik daselbst. In der Kirche des Ortes fand aus diesem Anlasse eine Feier statt und hielt der katholische Ortspfarrer eine hierauf bezughabende Predigt. . Er pries die Tugenden des Juden Jnnwald, mahnte zur Duldung und Eintracht, man möge jedem Menschen, der ehrlich und redlich im Leben wandelt, Achtung und Liebe'bezeugen, ob er ein Jude oder Christ ift; die Liebe Gottes habe vor keiner Konfession Halt gemacht. Er wies bei dieser Gelegenheit auf die neue Seuche des Antisemitismus hin, welchen er als eine Versündigung am Geiste des Christentums verwarf. Solche Worte von der Kanzel herab, zum Volk gesprochen, müssen wahrhaft segenspendend wirken und ehren den ganzen Priesterstand. — Am 21. August hielt Herr D. Ritter v. Gutmann aus Wien seinen Einzug in das von ihm erworbene Gut Tobischau, welches früher dem aus altem Adel stammenden Grafen Khuenburg gehörte. Für die Stadt, die dortige jüdische Gemeinde und Umgegend wird dieser durch seinen Wohlthätigkeitssinn bekannte Besitzer viel Segen stiften. — Herrn Adolf Engel in Iüilfkirlhen wurde das Adelsprädikat „von Janösi" verliehen. — Beim Empfange der Deputation der israelitischen Kultusgemeinde in Neutra am 4. September sprach Kaiser Franz Josef „Die unbedingte Gleichberechtigung ist in jeder Beziehung ein Gebot der Gerechtigkeit." — Bei seiner jüngsten Anwesenheit in Preran dankte Kaiser Franz Josef I. dem Herrn Rabbiner Or. I. Tauber, der ihn namens der Israeliten des Bezirkes in Ergebenheit und Loyalität begrüßte, und sprach huldvollst die erhebenden Worte aus: „Er sei von der Treue und Anhänglichkeit der Israeliten vollkommen überzeugt." — Auch eine Deputation der jügischen Gemeinde aus Kremfier begrüßte den Monarchen auf seiner Reise nach Mmiitz. Herr Rabbiner Irankl-Griln sprach die üblichen Segensworte. Der Kaiser erkundigte sich eingehend nach den Verhältnissen der jüdischen Gemeinde in Kremsier. — Man berichtet uns: Eine große Pariser Blumenhandlung erhielt vor einigen Tagen den telegraphischen Befehl, für den Tag der Ankunft der Prinzessin Stephanie von Oesterreich einen kostbaren Blumenkranz bereit zu halten. Ans seinen weißen Schleifen sollen die Worte gestickt werden: „Kaiserin Elisabeth ihrem Lieblingspoeten". Schon lange war es der Herzenswunsch der Kaiserin, einmal das Grab Heines mit einer Blumengabe zu schmücken, doch wolle sie dies fromme Amt nicht fremden Leuten übertragen und warten, bis sie selbst oder eine Dame ihrer Familie nach Paris komme. Die Anwesenheit der Kronprinzessin in Paris gab Kaiserin Elisabeth die erwünschte Gelegenheit, diese „Herzensschuld", wie sie es nannte, in würdigster Weise abzutragen. — Den Schönheitspreis errang jüngst in Budapest Fräulein Gisela Schal; aus Oroshaza, eine Jüdin. Sie erhielt einen Apfel ans reinem Golde mit der Inschrift „der Schönsten unter den Töchtern." — In Drohobic; hat sich ein jüdischer Verein „Einigkeit" gebildet, welcher das Interesse für jüdische Litteratur durch Abhaltung von Vorträgen, durch Auflegen von entsprechenden Zeitschriften, durch Anlegung einer Bibliothek wecken und erhalten will. Wir bringen solchen Bestrebungen die wärmsten Sympathieen entgegen. — Herr vr. Mar. Arutsch, bisher in Mährisch-WeMirchen, hat die Stelle als Rabbiner in Ottakring angetreten. — Herr Dr. Ignatz Iriedlieber, Prediger 22

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