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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-11-01 · Heft 11 (1.11.1887) · p. Seite 255

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (1.11.1887)
Date
1887-11-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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255 Namen seiner Getreuen liebend bewahrt. Möge sein Andenken uns allen zum Segen gereichen! Bei der am 26. August in der neuen Synagoge abgehaltenen Trauerfeier am Sarge des edlen Heimgegangenen, der unter einer Fülle von Blumen und Kränzen aufgebahrt war, hielt Herr Rabbiner Dr. Maybaum die Trauerrede, die uns gedruckt vorliegt. Der Redner entwarf ein von tiefem Schinerze durchhauchtes Bild des Freundes und Genossen, indem er dessen her» vorragenden Eigenschaften des Geistes und Herzens ebenso scharf und klar zeichnete, ausgehend von den Worten der Schrift: „Die Lehre der Wahrheit war in seinem Munde und kein Falsch auf feinen Lippen, in Frieden und Geradheit wandelte er mit mir und brachte Viele zurück von der Sünde." Ueber seine Art zu predigen, schreibt er: Da war Nichts auf den Schein, Nichts auf den Glanz und die Eitelkeit berechnet, da gehörte Alles notwendig zum Ganzen. Er suchte auch nicht durch die Fülle des Ausdruckes zu betäuben oder durch mannigfache Bezeichnungen eines Begriffes zu blenden; seine Rede war vielmehr stets knapp und gedrungen, seine Sprache keusch und rein und das Wort stets die durchsichtige Hülle des klaren Gedankens. Auf dem Friedhofe sprachen die Herren Rabbiner Dr. Ungerleider, Dr. Uogelstein-Itetti» und Namens der Schüler von der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Herr Dr. Oppenheim. Möge Gott die trauernde Gattin trösten, die ein „rührendes Bild dienender und pflegender Liebe zwei Jahre um ihn gekämpft, um ihn gerungen mit dem Tode." Möge sie Trost und Beruhigung schöpfen aus dem Bewußtsein, daß ihren Schmerz alle Edlen in Israel mit empfinden. — Am 21. Augnst starb in Nürnberg der Lehrer a. D. Simon Krämer. Er war als Jugendschriftsteller in weiteren Kreisen bekannt. — In Breslau starb im 79. Jahre Herr Leopold Ireund, Herausgeber der „Breslauer Morgenzeituug." — Am 11. September wurde auf dem jüdischen Friedhofe in Kerlin dem verstorbenen Ludwig Löwe ein Denkstein geweiht. Außer dein Rabbiner Herrn Dr. Maybaum sprach auch Namens der freisinnigen Partei Herr Albert Träger. — In Kempen starb der katholische Pfarrer, Josef Imarchiewic;, der von der Kanzel herab den Antisemitismus als eine Schmach des neunzehnten Jahrhunderts bezeichnete. Bei seiner Krankheit zeigte sich große Teilnahine unter den Juden Kempens. Auf seinen Wunsch wurden in der Synagoge während seiner Krankheit Psalmen gebetet. An seinem Leichenbegängnisse beteiligten sich viele Juden. Auf dem Friedhofe dankte ein Geistlicher den Söhnen Israels für die Liebe und das Wohlwollen, das sie dem Verstorbenen stets entgegengebracht haben. — In dem Monatsbericht No. 8 der „Alliance Israelite Universelle“ befindet sich Seite 166 ein Artikel „Die sogenannten Münzen der Alliance Israelite", aus welchem hervorgeht, daß es sich nicht, wie berichtet wurde, um wirkliche Miinzen handelt, welche Niemand im Lande des Sultans prägen darf, sondern nur um Bronee-Marken, welche die in Jaffa gegründete Ackerbauschule fabrizieren ließ und die man in Ermangelung von Kleingeld als Zahlungsversprechen aus der Hand giebt. — Herr Bezirksrabbiner Dr. Israel Mayer in Zweibrücken hat an die Gemeinden, die ihm unterstehen, zum Vorlesen am ersten Rosch-Haschonoh-Abeud in den Synagogen auch in diesem Jahre einen Brief erlassen mit der Ueberschrift „Etwas über falsche und unnötige Eide". Bedauerliche Vorkommnisse in dem Kreise seiner Wirksamkeit haben ihn veranlaßt, gerade diesem Gegenstände, über den man früher nicht zu ermahnen nötig hatte, seine ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Mögen seine Mahnungen von Erfolggekrönt sein! — Die „Professor HerMd-Stiftuug" zum Besten von Wittwen und Waisen der jüdische;« Lehrer im Herzogtum Krauulchiveig, von den Kindern

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