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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-11-01 · Heft 11 (1.11.1887) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (1.11.1887)
Date
1887-11-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 Beweise für das Gesagte erbracht. Und was man nicht beweisen kann, das zeigen Schimpfereien an, denn auf Seite 30 sind nicht weniger als 24 niedrige Schimpfworte zu finden, denen wir natürlich keinen Raum geben können. Statistiker und Kulturhistoriker, welche über den Fortschritt jener geistigen Epidemie des Antisemitismus sowie über den Stand der Bildung oder besser Unbildung der erkrankten Fanatiker Beobachtungen anstellen wollen, dürsten wohl in diesem Pamphlet ein recht nettes Material finden. Selbst gegen das ehrwürdige auch den Christen heilige alte Testament erhebt der Pamphletist seine schmutzigen Hände und bezeichnet es als ein verwerfliches Buch. Um noch ein Beispiel anzuführen, wie leichtfertig der saubere Herr Behauptungen aufstellt, sei erwähnt, daß er auf S. 71 sagt, in den preußischen Gefängnissen säßen dreimal so viel Juden als Christen wegen Meineids, ohne indessen die Quelle dieser Statistik oder die Berechnungsart anzugeben. Dies ist natiirlich zur Kontrole die Hauptsache! — Nun genug hievon! Wir wollten ja nur dieses neueste Pamphlet für den spätereil Kulturhistoriker hier festnageln, die geehrten Leser vor demselben warnen und die darin enthaltenen Schmähungen und unwahren Behauptungen mit Entschiedenheit zurückweisen. Ist uns dies gelungen, dann ist der Zweck dieser Zeilen erreicht. Eugen Elkan. Avraßams Kriege. Mit seinen! ganzen Heere und niit allen seinen Bundesgenossen hatte der König von Sodom sich aufgemacht, uni den Feind, der aus fernem Osten herangekommen und in einem raschen und siegreichen Eroberungszuge bereits bis zu dem fruchtbaren Jordanthale vorgedrungen war, zu bekriegen und aus dem Lande hinwegzutreiben. Aber so viele und große Streitkräfte er auch ins Feld gestellt hatte, er konnte sich in offener Schlacht nicht behaupten und statt des glänzenden Erfolges, den er davonzutragen hoffte, erlitt er die schmählichste Niederlage und vermochte in der Flucht nur mit Not das eigene Leben zu retten. Verloren war die Schlacht im Siddimthale, verloren das Land, das einem blühenden Garten ähnlich war und daher mit dein Paradiese verglichen wurde, alles Hab und Gut war zur Beute, das ganze Heer eine Schaar von Gefangenen in des Feindes Hand geworden. Da erschien ganz unerwartet ein Retter in der Not, und für das Volk, das in den Städten des Jordanthales wohnte, stand ein Befreier auf, der den gewaltigen siegreichen Gegner für immer aus dem Felde schlug. Wer war dieser Retter und Wohlthäter des Landes? War es ein Sprößling eines alten hier ansässigen Fürstengeschlechtes, der zum Schwerte griff und die Zurückgebliebenen um sich schaarte, um den letzten Verteidigungskampf gegen den Feind zu führen? oder war es ein Sohn des sodoniitischen Volkes, der die Schmach desselben nicht ertragen konnte und in Begeisterung für das Vaterland das Banner des Aufruhrs entfaltete? Nein. Es war ein Fremder aus unbekannten« Stamme, ein Eingewanderter, der nicht einmal einen festen Wohnsitz im Lande hatte, es war der Hebräer Abraham.

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