Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1887)
- Date
- 1887-10-01
- Page
- Seite 234 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Mädchen aus Aschaffenburg oder der näheren Umgebung mit einem Teile der Zinsen von Seiten der Stadt bedacht werden. — Von dem Penfionsfond für ist. Lehrer, Kantoren und deren Relikten in Baden (gegründet 1882) ist uns der vierte Rechenschaftsbericht für das Jahr 1886 zugegangen. Wir erfahren qus demselben, daß der Verein in erfreulicher Weise im Wachsen begriffen sei Das Vereinsvermögen hat sich um 2102.52 Mk. vermehrt. Hoffen wir, daß der nächste Bericht Kunde bringt von dem Auswachsen des Vereinsvermögens bis 10,000 Mk-, damit man an den Zweck des Vereins, dienstunfähige und kranke Lehrer zu stützen, Herangehen könne. — Am 4. Juli fand in Cassel die neunzehnte Jahresversammlung der ist. Lehrer Hessens unter Vorsitz des Herrn I)r. Stein statt, welcher in seiner Begrüßungsrede die Lehrer ermahnte, die Errungenschaften von Männern wie Dr. Moses Mdinger, Jeremias Uothfels, Dr. Jakob Michas zu Pflegen und zu hüten. Herr Oppenheim-Treysa hielt ein Referat „Uber die Fortbildung des isr. Lehrers im Hebräischen und Rabbinischen", wozu Herr Lehrer Plaut-Zimmersrode ein Eorreferat verlas. Als Ort für die nächste Versammlung wurde Hanau bestimmt. — Am 4. August tagte in Stuttgart die Versammlung israelitischer Lehrer und Vorsänger Württembergs. Ehrenmitglieder wurden die Herren Oberlehrer a. D. Liebmann und Clsäher, welche wegen ihres hohen Alters kein Amt mehr annehmen konnten. — Von der Adols Ginsberg-Stistung in Berlin (Anmeldestelle: Direktion der akademischen Hochschule bis zum 15. Oktober daselbst) gelangt ein Stipendium von 2000 Mk. für Maler und in Ermangelung solcher Bittsteller für Bildhauer zur Verteilung. — Auf Anregung des Herrn Bezirksrabbiners vr. Mayer in Zweibrücken ist in einer dort am 20. April abgehaltenen Versammlung der israelitischen Kultusvorstände des Rabbinatsbezirkes Zweibrücken die Gründung eines israelitischen Zufluchtshauses für die Pfalz beschlossen worden, in welchem erwerbsunfähige, hilfsbedürftige und würdige Israeliten der Pfalz beiderlei Geschlechts — Waisen inbegriffen - Aufnahme finden sollen. Der zur Ausführung der nötigen Vorarbeiten gebildete Ausschuß, bestehend aus den Herren Bezirksrabbiner Ür. Mayer (Zweibrücken) Kultusvorsteher M. May (Zweibrücken), Kultusvorsteher Bloch (Rodalben) und Kultusvorsteher Kahn (St. Ingbert), ist nun behufs weiterer Agitation mit den sämtlichen Gemeindevorständen der Pfalz in Verbindung getreten. Wir wünschen diesem edlen Unternehmen Erfolg. — Die vom Verein für Sozialpolitik in Deutschland im Umlauf gesetzten Fragebogen, den Wucher betreffend, haben ergeben, daß die Juden in einzelnen Gegenden aber auch nur in einzelnen Gegenden nicht etwa allein den Wucher betreiben, aber sich doch relativ stärker an demselben beteiligen als die Christen. — In Nr. 28 der Protestantischen Kirchen-;eitung steht ein Urteil über den Herrn Hofprediger Stdmer, das uns Einsicht gewährt, wie man in christlichen Fachkreisen von ihm denkt; es heißt daselbst: „Die Unwahrheiten und Unverschämtheiten des Hofpredigers Stöcker sestzunaglen, ist keine angenehme Aufgabe". Wir halten diese Aufgabe, wenn auch nicht für angenehm, so doch jedenfalls für verdienstlich. — Herr Prof. Stade in seiner „Geschichte des Volkes Israel" schreibt: „Unser Thun und Streben wird bei weitem mehr beeinflußt von der Gedanken und Gefühlswelt, welche Israel erzeugt hat als von der Noms und Griechenlands. Unsere gesamte heutige Kultur ist tief durchsättigt mit Richtungen und Trieben israelitischer Herkunft. In diesem Punkte ist unser Volk durch und durch hebraisiert, wenn man will semitisirt." Diese Äußerungen sind für die Antisemiten sehr beachtenswert und auch Juden können durch dieselben an Selbstachtung gewinnen. — Der in Coburg abgehaltene