Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1887)
- Date
- 1887-10-01
- Page
- Seite 232 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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232 werden wir darüber belehrt, daß das Heil Israels nur auf seiner geistigen Er» Hebung beruht, daß hingegen der Abfall von Gott und die Verleugnung und Außerachtlassung der heiligsten Wahrheiten seinen Sturz herbeiführt. Nehmen wir diese Mahnung und Lehre unserer Vergangenheit mit verständigem Sinne und mit offenem Herzen auf, wenden wir mit ernstem Eifer und thatfreudiger Hingebung uns unserem Berufe wieder zu, brechen wir mit dem unseligen Asaselsdienste, mit Bestrebungen, die nur von Arglist und Bosheit, von Thorheit und Einbildung uns eingegeben werden, fördern wir das Recht, hüten wir das Licht und die Wahrheit und unser Losungswort sei heute und immer „Alles für Gott!" Wonaisschau. In feierlicher Weise fand am 11. August in Mannheim die Grundsteinlegung der neuen zur Klausstiftung gehörigen Synagoge statt, zu welcher sich ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Nachdem der Vorsitzende der Klausstiftungs-Kommission, Herr Simon Bensheim» die feierliche Handlung mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte und die in den Grundstein einzulegenden Dokumente verlesen waren, hielt Herr Or. Appel die Weiherede, die mit dem Wunsche schloß, es möge der Bau vollendet werden dem Begründer und den Erbauern zum Ruhme, der israelitischen Gemeinde und der Gesamtheit zum Heile, der Stadt zur Zierde. Nach Niederlegung der Dokumente in den Grundstein erfolgten die üblichen drei Hämmerschläge durch die anwesenden Herren der Klausftistungs-Kommission und des Synagogenrates. Eine Ansprache des Leiters des Baues, Herrn Architekten W. Manchot, welcher das Gelingen der Arbeiten dem Schutze des höchsten Bauherrn empfahl, schloß die schöne und erhebende Feier. — In Ichlettstadt wurden zum Bau der Synagoge aus Stadtmitteln 6000 Mark bewilligt. — Herr A. Weiler in Uördlingm hat aus Anlaß der dort stattgehabten Synagogenweihe einen Festmarsch herausgegeben, der mit vielem Beifall ausgenommen wurde, da demselben jüdische Melodieen einverleibt sind. In jüdischen Kreisen wird dieser Festmarsch (Pr. 80 Pf.) gewis gute Aufnahme finden. — Am 24. Juli wurde in Colberg das dreizehnte Stiftungsfest des dortigen Kurhospitals durch einen Festgottesdienst, bei welchem Herr Rabbiner £>r. Goldschmidt die Rede hielt, begangen. — In Geistinge» wurde am 6. August das fünfnndzwanzigjährige Bestehen der dortigen Synagoge gefeiert. Die Festrede hielt Herr Rabbiner vr. Cohn-Bonn. — In Göttingen wurde Herr Professor Irensdorf zum Prorektor der Universität daselbst gewählt. — Der Antisemit Pödu-l hat seine Stellung an der Universitätsbibliothek in Marburg aufgegeben. — Herr Marih Steinschneider in Berlin hat für seine Arbeit über Christus von der Akademie der Inschriften und schönen Künste in Paris einen Preis erhalten. — Zum Leiter der „Vereinigung israelitischer Cultusbeamten Deutschlands zur gegenseitigen Versorgung ihrer Hinterbliebenen" wurde in der Generalversammlung in Bromberg am 7. August Herr Cantor Leipziger aus Thor» gewählt. — Am 9. August feierte der Dichter Mar King in Berlin seinen siebenzigsten Geburtstag. — Die Stadt Kilsingen hat Herrn L. Simons aus dem Haag, einen alten Badestammgast, zum Ehrenbürger ernannt. — In Grenzhansen wurde ein jüdischer Friedhof eingeweiht. Die Rede hielt Herr Dekan Müller. — In Thann wurde