Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-09-01 · Heft 9 (1.9.1887) · p. Seite 211

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 9 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969740-2969750--2063-2972231
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

211 wenn an 20—30 Kinder in zumeist sehr engen Wohnungen zusammen sind, die Fensterscheiben erzittern bis zum Zerbrechen und wer an dem Haus vorübergeht, bleibt vor Verwunderung stehen und fragt: ,,N' was geht's beim Juden vor, was giebts?" Dieses Gekreisch wird ohne Erbarmen drei Mal wiederholt. Nachdem dieser Akt geschehen ist, bekommen die vom Kreischen angegriffenen Schulkinder ihre Sachen und die Erwachsenen thun ihre Schuldigkeit' am Tische. Ist das dein Glaube Israel? — In Potzrlitz trat am 17. Juli Herr Direktor Emanuel Kondi nach fünfzigjähriger Lehrthätigkeit in den Ruhestand. Dem verdienten, auch durch seine schriftstellerischen Arbeiten bekannten Pädagogen wurden viele Zeichen ehrender Anerkennung zu Teil. — Herr Julius Her; in Wien wurde in den Ritterstand erhoben. — In Kelovar wurde Herr War Kosenbrrg einstimmig in den Kroatischen Landtag gewählt. — Zum Dekan der medizinischen Fakultät in Gra; für das laufende Studienjahr wurde der Professor der Anatomie Herr Dr. Emil Zuckermandel, ein Jude, erwählt. — Mit dem kursorischen Talmudunterricht am Rabbiner-Seminar in Budapest wurde an Stelle des Herrn S. L. Brill Herr Dr. Ludwig Blau, ein früherer Schüler der Anstalt betraut. — Bei Gelegenheit der Einweihung des neuen Universitätsgebäudes in Krakau erhielt auch Herr Dekan Prof. Dr. Blumenstock den Franz-Josephs-Orden. — Herr Dr. Adolf Talai in Allofen wurde zum Mitgliede des Landes- Sanitätsrates ernannt. — In Petschemsin wählte man Herrn War Hessel zum Bürgermeister. — Am 19. Mai starb in Eisenstadt der Rabbinatsassessor Isaak Tachauer. — In Ushely starb am 20. Juni Herr Dr. jur. Jakob Crönyi im 42. Lebensjahre. Er veröffentlichte im Jahre 1883 in ungarischer Sprache ein Werk „Betrachtungen über die Juden und die Judenfrage." — Am 6. Juli wurde in Groß-Kani;a der Kondukteur am dortigen Bahnhofe, Herr Isidor Gottreich, der am 18. Juni ein Opfer der Antisemiten wurde, in Ehren zur letzten Ruhe geleitet. — In Budapest verstarb Herr Moritz Burian, Buchhändler und Redakteur der „Neuen jüdischen Pester Zeitung." — Der Doktorand der Medizin, Herr E. A Iischel in Wien, aus Stanislau stammend, hat, weil er bei der letzten Prüfung auf 6 Monate zurückgestellt wurde, sich das Leben genommen. Er war ein rühriges Mitglied des Vereins „Kadimah" in Wien, dessen Präsident, Herr Dr. Burg, ihm einen tiefempfundenen Nachruf hielt. — Am 14. Juli starb in Borislaw Herr Postmeister Jakob Wohllerner. Er war wegen seines humanen Wirkens in allen Kreisen der Bevölkerung sehr geachtet. — Am 16. Juli fand eine Gedenkfeier für den seligen Freiherrn Leop. v. Popper de Podhragy im isr. Kultustempel zu Hlinik statt. Die Gedenktafel wurde durch Herrn Bezirksrabbi Mose« Neubauer enthüllt. Die Fest-Predigt hielt Herr Dr. David Leimdörfer, Prediger aus Hamburg. — Aus Nag-Ujhely schreibt uns Herr L. Klein: Herr Kitter Adolf von Schenk, Sohn eines dortigen Gemeindebeamten, hat zu Händen des Ungarischen Kultusministers ein Kapital erlegt, dessen Erträgnis er zu zwei Stipendien ä 210 fl. ö. W. für Schüler der oberen Klassen der Mittelschule in seinem Geburtsorte bestimmt hat. Das Bestimmungsrecht über ein Stipendium hat die israelitische Kultusgemeinde, über das andere die städtische Behörde. — Herr Freiherr von Springer hat alle Güter des Grafen Breiner im Waagthale gelegen, attgekauft. Die Besitznahme derselben hat er mit Gründung vieler humanitärer Anstalten inaugurirt. — Die Vag-Welyer israelitische Gemeinde vollführt einen Totalumbau ihres baufällig gewordenen Tempels aus eigenen Mitteln. — Die Nag-Ajhel>;rr Realschule — die einzige jüdische im ganzen Lande — besteht jetzt fünfundzwanzig Jahre. — Her Graf Pongrah, Probst in Pag- 18*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.