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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-09-01 · Heft 9 (1.9.1887) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 9 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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209 Raffel wirkt und ein ausgesprochener Liebling des Nesidenzpublikums ist, hat sich mit dem Großindustriellen Louis Mosbacher in Kassel verlobt und beendet mit Schluß der Theatersaison ihre kurze künstlerische Laufbahn an der dortigen Oper. Das Fräulein ist eine geborene Pesterin und die Tochter des Cantors am dortigen Tempel. — Am 12. Juli feierte Herr Obercantor H. Goldberg-Braunschweig in Leipzig seinen achtzigsten Geburtstag. Von ihm erschien 1843 bei Friedrich Vieweg und Sohn die erste Ausgabe seiner Synagogengesänge. — In Wildbad wurde am 9. Juli in dem neuen Betsaale der erste Gottesdienst abgehalten. — Die Zunz-Stiftung in Berlin bringt in diesem Jahre 1400 Mark zur Verteilung zum Zwecke der Herausgabe streng wissenschaftlicher Werke. Näheres kann man durch den Herrn Vorsitzenden Herrn Dr. K. Amman» (Von der Heydstraße 7) erfahren. — Der Verein für hebräische Litteratur „Mestize Uirdamm" versendet seinen Rechenschaftsbericht. Der Verein hat im zweiten Vereinsjahre 5042 Mk. eingenommen und 5023 Mk. verausgabt. — In Bassenheim wurde das von Frau Abraham von Oppenheim aus Adln gegründete tospital eingeweiht. Die edle Frau übergab dem dortigen Bürgermeister 300,000 iark, von deren Zinsen die Anstalt erhalten werden soll. — Herr Äean Dolfns, ein Christ, in Mühlhausen hat auch 2400 Mark für das jüdische Hospital daselbst letztwillig bestimmt. — Für die in Posen zu errichtende jüdische Lehrerbildungsanstalt wurde ein Platz um 180,000 Mk. erworben. — Am 17. September wird die mit einem Kostenaufwande von 700,000 Mk. neuerbaute Synagoge in Danzig ihrer Bestimmung übergeben werden. — Am 6. Juli besuchte der Prinzrezent die ihrer Vollendung entgegengehende herrliche Synagoge in München. — Wiederholt hat die Kaiserin von Österreich das lebhafteste Interesse für Heinrich Hll..r bekundet, im vorigen Jahre ließ sie den Neffen des Dichters, Baron Gustav Heine, zu sich bescheiden und erbat sich ein in dessen Besitz befindliches Porträt des Sängers des Romancero, um danach eine Büste modellieren zu lassen/ damals erkundigte sich die Kaiserin auch lebhaft und ungemein teilnehmend nach den Familienbeziehungen Heine's und erfuhr dabei, daß die Schwester des Dichters, Frau Charlotte Embden in Hamburg, die meisten Familienerinnerungen an Heinrich Heine bewahre. Die Kaiserin traf am 3. Juli unter dem Jncognito einer Gräfin von Hohenems in Hamburg ein und stattete Frau Embden einen Besuch ab, über welchen Folgendes berichtet wird: Als die Kaiserin in der Behausung der Schwester Heine's um 10 Uhr Morgens erschien, war Frau Charlotte Embden noch nicht angekleidet und mußte um Entschuldigung bitten lassen. Die Kaiserin wartete mit liebenswürdiger Geduld und gab sich zugleich der Tochter der Frau Embden zu erkennen. In der nun folgenden Unterredung mit Frau Embden sprach die Kaiserin ihre Bewunderung für den Dichter aus und erwähnte zugleich mit dem größten Interesse der neuesten Heine-Litteratur, mit welcher sie vollkommen vertraut ist. Dann nahm die Kaiserin alle im Besitze der Dame befindlichen Heine-Reliquien, wie Briefe, Porträts, Manuskriptfragmente und dergleichen, in Augenschein und verabschiedete sich nach anderthalbstündigem Verweilen in der herzlichsten Weise. — Wie einige Blätter berichten, wurden jüngst Handschriften von Ferdinand Lassaste aufgefunden, die demnächst zur Veröffentlichung gelangen sollen. — Der Antisemit io'dul hat jüngst bei einer mit Militärmusik abgehaltenen Versammlung in Berlin geäußert, daß die Judenfrage auf dem Wege der Gesetzgebung gelöst werden müsse und daß man vorerst den Begriff „Gastvolk" als Bezeichnung für die Juden festhalten müsse. — In Cassel wurde Herr Iadost Kothschild, der einen Landmann „Böckel" genannt, ans 18

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