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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-09-01 · Heft 9 (1.9.1887) · p. Seite 208

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 9 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
Seite 208 (sequence 16)
Language
German
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208 ’talten in der hiesigen Gemeinde zu fördern. Die Statuten des Kranken-Untertützungsvereins, des Mädchen-Ausstattungsvereins und des Frauenvereins waren ein Werk. Daher wird ihm ein ehrendes Andenken dahier bewahrt bleiben. — In Zreudenthal starb am 26. Juni Herr Rabbiner M. Haas, geb. Mai 1811. Bei seinem Begräbnisse hielten die Herren Rabbiner Dr. Iilberstkin-Wiesbaden, Dr. Eugelbert-Heilbronn und Herr Lehrer Kofenfkld ergreifende Reden. — Am 25. Mai wurde der verdiente Lehrer der isr. Gemeinde in Gleicherwiefen, Herr Marcns Cramcr, zur letzten Ruhe geleitet. Herr Landesrabbiner Dr. Delsaurr widmete ihm einen warmen Nachruf. — Aus Bielefeld schreibt man uns: Am 18. Juli starb hier Herr Justizrat Weh im Alter von 60 Jahren. (Die Ernennung zum Justizrat hat erst kürzlich stattgefunden.) Die Beerdigung fand am 21. statt. Zwei Prediger, Lehrer B. B>»me»au von Bielefeld und Lehrer Li'ppmansohn vou Winden, dem früheren Wohnorte des Verstorbenen sprachen am Grabe, zu dem ein außergewöhnlich zahlreiches Trauergefolge die Hülle des Seligen begleitet hatte. Der deutsch-israelitische Gemeindebund hatte einen Kranz gesandt. Während Lehrer Blumenau besonders die Liebe für jüdische Wissenschaft, das beständige Studium der Gotteslehre des Verstorbenen hervorhob, teilte Lehrer Lippmansohn mit, daß der Heimgegangene, wie selten einer, in den wahren Geist der jüdischen Religion eingedrungen und stets ihr warmer Sachwalter war. So bewirkte er, daß in Minden der jüdische Religionsunterricht an den höheren Schulen als obligatorisch eingeführt ward. Auch von anderen Corporationen und Vereinen waren Kränze für den Sarg gespendet worden, da der Verewigte durch öffentliche Vorträge sich die Anerkennung und Dankbarkeit derselben erworben hatte. Die isr. Gemeinde Bielefeld verliert einen ihxer^ vorzüglichsten Vorstandsrepräsentanteu in dem Verewigten, der sich stets der "Gemeindeangelegenheiten mit großer Uneigennützigkeit angenommen hatte. Er war ein Biedermann im wahren Sinne des Wortes, überzeugungsvoll in Wort und That, jedem Großen und Guten hingegeben. Auch für die „Monatsblätter" hat er Arbeiten geliefert, die vielen Anklang gefunden haben. — In Tremesseu wurde der Getreidehändler Elias Ztrelih ermordet. — In Berlin starb Johannes Elias, der vor seinem Übergang zum Christentume Elias Cohn hieß und einer der eifrigsten Anhänger des Antisemitismus^ gewesen. Elias war der Sohn eines Rabbiners aus Krotoschin und besaß nicht unbedeutende talmudische Kenntnisse. Als christlicher Kaufmann hatte er kein sonderliches Glück. — In Dresden st arb Herr Meyer Ellran, bekannt durch seinen „Leitfaden der jüdischen Geschichte bis auf die Gegenwart" und in Altona starb der Klausrabbiner I. Maier. — Aus Lübeck schreibt man uns: Der Apotheker Iigfried Mühsam, Bruder des Landesrabbiners Dr. Mühsam in Graz, ist in die „Bürgerschaft", das ist in den gesetzgebenden Körper der freien Reichsstadt Lübeck berufen worden. Von 495 abgegebenen Stimmen fielen 445 auf ihn. Derselbe gehört seit Jahren der Prüfungskommission für Apotheker an, und seine litterarischen Arbeiten, besonders sein „Apotheker-Manuale," ein Werk, welches in einem Jahre zwei Auflagen erlebte, haben in Fachkreisen verdiente Anerkennung gefunden. — In Aettelbach feierte der Kreisarzt Herr Dr. Bing sein fünfzigjähriges Jubiläum. Er wurde zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. — Am 16. Juni hat sich die Tochter des Geheimen Kommerzienrates Herrn G. v. Blrichröder in Berlin, Fräulein Elsa v. Bleichröder, mit deni Kürassierlieutnant a. D., Rittergutsbesitzer Herrn v. Uechlrih verlobt. — Die königl. Hofopernsängerin Fräulem Kosa Kuschny, welche seit ungefähr zwei Jahren mit bestem Erfolge an dem Hoftheater zu

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