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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-08-01 · Heft 8 (1.8.1887) · p. Seite 182

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 8 (1.8.1887)
Date
1887-08-01
Page
Seite 182 (sequence 14)
Language
German
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' C fi; - -»>- f: ‘. r* $s*> — 182 - cffcit" (Lev. 26, 5). Das zu erobernde Land Palästina ist darum begehrenswert, weil man dariir „essen und satt werden kann" (Deuter. 8, 10). Die Blütezeit des israelitischen Staates unter Salomo wird im Buch der Könige (I., 5, 5) also geschildert: Und es wohnte Jehuda und Israel ruhig, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbäume, von Dan bis Beer Scheba, alle Tage Salomo's. „Genießest du deiner Hände Arbeit, Heil dir und dir ist wohl" (Ps. 127, 2), sagt der Psalmist, und der Talmud fügt hinzu: Heil dir in diesem Leben, und wohl dir in der Ewigkeit H. Nicht schöner und besser vermögen die Propheten Ainos und Secharia die trostreiche Zukunft Israels nach seiner Rückkehr aus dem Exile auszumalen, als in dem Bilde: „Sie werden erbauen verödete Städte und bewohnen und Weinberge pflanzen und ihren Wein trinken und Gärten anlegen und ihre Frucht genießen." (Amos 9, 14). „Denn der Same des Friedens ist: Der Weinstock giebt seine Frucht, und die Erde giebt ihren Ertrag und die Himmel geben ihren Thau und ich eigne dem Ueberrest dieses Volkes alles dies." tSechar. 8, 12). Das Ideal des glücklichen Menschenlebens, das zu erreichen ist, beschreiben die Prohcten Micha und Iesaia also: „Sie werden schmieden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Nebenmessern" (Jes. 2, 4); „und sitzen wird jeglicher unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbäume und Keiner stört." (Micha 4, 3 u. 4). In richtiger Erfassung dieses Gedankens erklärt der Talmud: In der Messiaszeit werden die Handtverker den Standpunkt der gewinnbringenden Arbeit aufgeben und der Beschäftigung mit dem Boden sich zuwenden2). Folgerichtig mußte das Judentum den Gesichtspunkt festhalten, den Zustand des möglichst gleichen Besitzes, der möglichst gerechten Verteilung der Güter, der geringen Gegensätze von Reichtum und Armut und die Vermeidung von Anhäufung unermeßlicher Reichtümer in den Händen einzelner bei gänzlicher Besitzlosigkeit der großen Massen im wirklichen Leben des Staates und der Gesellschaft herbeizuführen. Diesem Zwecke sollten zweierlei Mittel dienen. Mittel zur Verhütung der gänzlichen Verarmung und zur Rettung der Verarmten. Zur Verhütung der Armut wurden die Bestimmungen über die Ausgleichungen der im Laufe der Zeit durch Kauf und Verkauf oder Schulden herbeigeführten Ungleichheiten in Anwendung gebracht und die Menschen zur Arbeitsliebe erzogen. Zur Rettung der Armen dienten die Anordnungen über Schuld- und Pfandrecht, über die Ermöglichung der Selbsthilfe und Hintanhaltung der Bettelei und die Wohlthätigkeitsanstalten. Verhütung der gänzlichen Verarmung. Bei der Verteilung des Landes wurde der Grundsatz aufgestellt: „Und ihr sollt das Land unter euch verteilen nach dem Loose nach euer« Geschlechtern; dem der viel (Familie) hat, sollt ihr sein Erbe vermehren und dem, der wenig hat, sollst du sein Erbe vermindern! wohin das Loos ihn« füllt, das gehört ihm; nach den Stämmen eurer Väter sollt ihr es unter euch verteilen." (Num. 33, 54.) Diese Art der Verteilung, wonach nicht nur jede Familie, sondern das Verhältnis ihrer Mitglieder in Rechnung gezogeil wurde, verhinderte, daß in kleinen wenig bevölkerten Stämmen Einzelne unverhältnismäßig großen Grundbesitz ansammelten, >) Berach. 8. -) Jebam. 63.

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