Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1887)
- Date
- 1887-08-01
- Page
- Seite 181 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Niger 1× ep/1824046
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181 auf die Unruhen in Judäa und Syrien, welche in Folge des Krieges zwischen den beiden Gegenkaiseru, Septimius Severus uild Pescenninus Niger (192) ausgebrochen waren. Niger, welcher Anfangs die Juden auf seine Seite bringen wollte und ihnen deshalb mancherlei Versprechungen machte, hat diese später, als er sich schon seinem Gegner gegenüber sicher glaubte, nicht nur nicht erfüllt, sondern sogar mit den trotzigen Worten zurückgewiesen: „Ihr verlangt eure Ländereien vom Zinse befreit, und ich möchte sogar die Luft, die ihr einatmet, mit Steuer belegen." 4a. „Er pflegte zu sagen: Mache seinen Willen zu dem deinigen, damit er (Gott) deinen Willen zu dein seinigen mache; gieb deinen Willen auf vor dem seinigen, damit er den Willen Anderer aufgebe vor dem deinigen." Schwer lastete zur Zeit Gamliels III. das Joch der römischen Herrschaft auf dem Nacken der Juden durch die Fülle der Steuern, welche sie entrichten mußten, und die Leiden verdoppelten sich, daß sie kaum wieder getragen werden konnten (Sota 49). Als den einzigen Trost und das einzige Schutzmittel in der Not empfiehlt G. das Joch der Gottesherrschaft, aus dessen williger Uebernahme allein Erleichterung und Mut und Hoffnung gewonnen und geschöpft werden könne (Sabbat 63a). 4b. „Hillel sagt: Trenne dich nicht von der Gemeinde und traue dir nicht bis zu deinem Todestage. Richte deinen Nächsten nicht, bevor du dich auf seinen Standpunkt (in seine Lage) versetzest. Sage nicht von einer Sache, daß es nicht möglich sei, sie zu hören, da sie schließlich doch gehört wird; und sprich nicht: Sowie ich Muße habe, werde ich studieren, — vielleicht wirst du keine Muße haben." Wenn der weise Hillel einerseits wohl bestrebt war, den Frieden der Parteien der Sadduzäer und Pharisäer zu fördern (Vgl. oben 1, 12), so hat er, das angesehenste Haupt der Pharisäer, doch auch andererseits dahin zu wirken gesucht, daß nicht die Sadduzäer einen neuen Zuwachs erhielten. Und darauf dürfte wohl das erste Wort dieses Spruches zu beziehen sein, obgleich „zibbur“ nicht genau „die Partei" bezeichnet,, zumal wenn wir die Anwendung der Worte „Glaube nicht an dich selbst bis an den Tag deines Todes." (Berach. 29 a.) auf die Trennung von den Pharisäern beachten. Die anderen Glieder dieses Spruches, welche von der Vorsicht im Urteilsällen, von dem treuen Bewahren des Geheimnisses, von dem steten Eifer für das Studium handeln, entsprechen in ethischer Hinsicht ganz dem Wesen ihres Verfassers. Die sociale Krage im Iudenlume. Bon Di'. Adolf Klirr ein, Rabbiner und Prediger in Bielitz. (Fortsetzung.) Eine Anbahnung, ein Erziehungsmittel zum menschlichen Glücke ist daher die Armut; sie führt zur Genügsamkeit. Das Glück Israels wird darum in den heiligen Schriften nur als eine einfache und natürliche Befriedigung der irdischen Bedürfnisse dargestellt. Der göttliche Segen, als Folge eines gottergebenen Lebens, besteht einfach darin: „Ihr werdet euer Brot zur Sättigung