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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-08-01 · Heft 8 (1.8.1887) · p. Seite 179

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 8 (1.8.1887)
Date
1887-08-01
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
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— 179 — ten eine Heimat geben, sie zu nützlicher Beschäftigung veranlassen, so würde man sich ein großes Verdienst um die Menschheit erwerben!" „Aber die Einsassen würden sich für diesen Zuwachs bedanken", wendete der kaiserl. Adjutant ein, Dreyfus jedoch entgegnete: „Wenn man Eigennutz, Vorurteil und Engherzigkeit zu Rate ziehen wollte, nie würde etwas Gutes zu Stande gebracht werden." „Solche edle Gesinnungen sind des Andenkens würdig", sagte der Erzherzog sichtlich bewegt und indem er sein Tagebuch hervornahm, notierte er sich verschiedenes. Diese Unterhaltung blieb nicht ohne fruchtbare Folgen für Israel, denn gleich nach dem Frieden kam in ganz Deutschland die Verordnung, daß alle vagabundierenden Inden als heimatberechtigt dahin gewiesen wurden, wo sie geboren worden oder sich verehelicht hatten. Diese wurden „Einleger" genannt und die meisten ihrer Nachkommen wurden tüchtige Gewerbsleute und mancher Chef, der an der Spitze eines großen Hauses steht, stammt von einem sog. „Einleger." Sonntags nach der oberwähnten Unterhaltung vollendete der k. Hofmaler das Porträt des Vorstehers Michael Dreyfus von Endingen. Der Prinz ließ darunter setzen: „Michael Dreyfus, die Religion in Person." Das Bild soll sich heute noch in Wien in der Kaiserlichen Bildergallerie befinden. (Anmerk, der Red.) Die Familie Dreyfus ist heute noch eine der ältesten angesehensten Familien der Schweiz. Im Bundespalast zu Bern existieren viele von dieser Familie herrührende Acten; nach einem dieser Dokumente hatte schon obbenannter Wolf Dreyfus sehr vertrauensvolle wichtige Missionen für sein Land zu erfüllen. Ans dieser Familie stammt auch der um die Emancipation der Schweizer Juden verdient gewesene im Jahre 1877 verstorbene Marcus G. Dreyfus. Die Sprüche der Mler und ihre Historischen Beziehungen. Von Rabbiner vr. S. Friedmann in Lublinitz 1. „Rabbi sagt: Welches ist die rechte Handlungsweise, welche sich der Mensch auslesen soll? jede, welche eine Pracht ist für den sie Uebenden und ihm zum Ruhme wird durch den Menschen. — Sei achtsam auf ein leichtes Gebot wie auf das schwere, denn du kennst ja nicht den Lohn für die Gebote, und berechne den Schaden (in Folge der Nichtbeachtung) eines Gebotes gegen seinen Lohn und den Lohn einer Uebertretung gegen ihren Schaden! — Merk' auf drei Dinge und du kommst zu keiner Uebertretung: wisse, was über dir ist, ein sehendes Auge und ein hörendes Ohr, und alle deine Handlungen werden in das Buch (des Gedächtnisses) geschrieben." Dem Wesen des wegen seines überaus gottesfürchtigen Wandels schon bei Lebzeiten durch den Namen des „Heiligen" ausgezeichneten Sohnes R. Simon's III b. Gamliel II, R. Jehuda Hannassi, entspricht voll und ganz dieser sein Wahlspruch, mit welchem er sich in den Fußtapfen des R. Jochanan b. Sackai (II, 9), des Akabja b. Mahalallel (III, 1) und des Ben-Asai (IV, 2) bewegend zeigt. Ihn zierten Bescheidenheit, Genügsamkeit, Menschen-

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