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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-08-01 · Heft 8 (1.8.1887) · p. Seite 177

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 8 (1.8.1887)
Date
1887-08-01
Page
Seite 177 (sequence 9)
Language
German
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177 Moralität der Inden der Slovakei zn heben, durch Gründung von Schulen und sonstige Mittel, wobei ihm das Komitat an die Hand gieng, besonders seitdem mein Freund und Studiengenosse Ernst Hedry zum Obernotär und später zum Vizegespan gewählt wurde. Doch die Meisten dieser Juden waren aus Galizien eingewanderte Chassidäer, die dem Reformjuden nicht trauten und ihm Hindernisse in den Weg legten, trotzdem daß sie oft seinen und seiner Freunde Einfluß im Komitate in Anspruch »ahmen. Aber Holländer begnügte sich nicht mit feinem lokalen Einfluß; er initiirte den Kongreß der Vertreter aller Judengemeinden in Ungarn und agitierte für die Enianzipation. An der Bewegung von 1849—49 nahm er lebhaften Anteil, wurde Honvedhauptmann und Verpflegskommissär in Komorn. Nach der Kapitulation der Festung kehrte er wieder zu seiner alten Thätigkeit in Eperies zurück, wo seine Vermögensverhältnisse während des letzten Jahres bedeutend. gelitten hatten. Er mußte seine Münzensammlung, die Frucht jahrelanger Bemühungen, verkaufen, aber kaum hatte er sich wieder erholt, so begann er wieder, jetzt ausschließlich die Thaler der siebenbürgischen Fürsten zu sammeln, die er in einer vor ihm unerreichten Vollständigkeit zusammenbrachte, wobei er nochmals seine alte Thätigkeit für die Emanzipation und die Reform der Gebrechen der ungarischen Judenschaft aufnahm. Als ich vor zwanzig Jahren aus dem Exile zurückkehrte, suchte ich den alten Freund in Eperies wieder auf, wo er nicht erlaubte, daß ich anderswo als bei ihm absteige. Sein Haus war aber vereinsamt, seine zahlreichen Kinder und Enkel waren im ganzen Lande zerstreut; er selbst erfreute sich hauptsächlich an seiner Sammlung. Doch auch von dieser trennte er sich, als sein Augenlicht schwächer wurde, doch blieb sie im Lande, er verkaufte sie einem jüngeren Sammler, dem Goldschmied Resch in Kronstadt. Ich sah Holländer seitdem gewöhnlich zweimal im Jahre, entweder bei seiner Badereise, oder wenn er weitere Ausflüge ins Ausland machte, denn er hatte bis in sein hohes Greisenalter die jugendliche Frische des Geistes nicht verloren. In seiner Vaterstadt nahm er lebhaften Anteil an den Kommunalangelegenheiten, und erfreute sich der allgemeinen Achtung; er war ja der Patriarch der Judenreform. Wie ihm diese am Herzen lag, weiß wohl nicht leicht Jemand besser als ich, der Jahre lang sein Freund war. Die jetzige Generation kennt ihn kaum. Mögen diese Zeilen seinem Andenken geweiht sein. Er hat in jeder Hinsicht seiner Pflicht gegen seine Glaubensgenossen, gegen seine Mitbürger, gegen sein Vaterland in vollem Maße Genüge geleistet. Erzherzog Kart v. Hesterreich in der Schweiz im Jahre 1797. (Nach Notizen aus dessen Tagebuch und nach Auszeichnungen in Handschriften.) (Schluß). Während des Gespräches trat ein Mann ein, halb Civil, halb militärisch gekleidet, mit einer großen Mappe unter dem Arm. Es war der k. Hofmaler. Er machte eine Verbeugung, sprach einige Worte in französischer Sprache, setzte sich der Männergruppe gegenüber, öffnete seine Mappe, nahm die nötigen Zeichenutensilien heraus und einen scharfen Blick auf den altehrwürdigen Vorsteher

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