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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-07-01 · Heft 7 (1.7.1887) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 7 (1.7.1887)
Date
1887-07-01
Page
Seite 165 (sequence 21)
Language
German
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165 Repräsentanz in Groß-Becskrrek lud auch den Rabbiner der dortigen jüdischen Gemeide zu dem Bankett, veranstaltet zu Ehren des daselbst am 15. April abgehaltenen Seniorats-Convents des BkKes-Danater evangelisch-reformirten Kirchendistriktes. Herr Rabbiner I)r. Klein feierte in seinem Toaste an der Hand der Kirchengeschichte den Einfluß der evangelisch-reformirten Kirche in Ungarn auf die nationale Sitte, Sprache und Kultur. Herr Johann Tatar, der Referent des Conventes, schloß seine Erwiderungsrede mit den Worten: „eine Konfession, die solche Führer und Seelenhirten hat, verdient nicht Haß und Verfolgung, sondern Wertschätzung und Liebe." — Herr Bischof llouai). der Erzieher int Oesterreichischen Kaiserhause, bezeichnet in seinem jüngst veröffentlichten Tagebuche den Antisemitismus als die „neueste Pest unserer Zeit". — In dem unter der Aegide Sr. Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen Erzherzog Rudolf erscheinenden Werke: „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild" heißt es Lieferung 34, S. 19: „Die jüdische Bevölkerung Galiziens beträgt 10°/o der Gesamtpopulation. So scharf diese ethnographische Gruppe auch abgegrenzt scheint, muß doch hervorgehoben werden, daß nach den neueren anthropologischen Untersuchungen der polnische Israelit in physischer Beziehung absolut verschieden vom spanischen Inden ist und höchst wahrscheinlich gar nicht zur semitischen Völkerfamilie gehört". — In einem Falle haben jüngst die ungarischen Gerichte in I. und II. Instanz entschieden, daß ein Jude, welcher zum Christentum Übertritt und eine Ehe nach katholischem Ritus eingeht, obschon er als Jude verheiratet war und diese Ehe gerichtlich nicht gelöst hat, wegen Bigamie nicht verfolgt werden könne. Durch den Uebertritt zum Christentum sei die nach jüdischem Ritus geschlossene Ehe eo ipso als gelöst zu betrachten, wenn die im jüdischen Glauben verbliebene Gatttin offen erklärte, daß sie mit ihrem Manne nunmehr nicht länger im Ehestand verbleiben will. — Nach den neuen Bestimmungen wird das Mandat eines ungarischen Abgeordneten, der dasselbe durch Aufreizung gegen eine Konfession oder Nationalität erworben hat, vom Abgeordnetenhause annulliert — Bei der Einweihung der protestantischen Kirche in St. Gallen am 1. Mai wurde auch die jüdische Deputation von Herrn Pfarrer Ichiinholzer in der Festpredigt begrüßt, unter Hinweis auf die wunderbare Geschichte des jüdischen Volkes, das in allen Leiden und Kämpfen seine Treue an den alten Bund bewährt hat. — Herr Baron Edmond v. Rothschild aus Paris, der die jüdische Kolonisation Palästina's unterstützt, ist in Begleitung seiner Frau in's heilige Land gereist, um persönlich den Stand der Kolonieen in Augenschein zu nehmen. — Fräulein Helene, eine Tochter der Frau Baronin Salomo» von Rothschild in Paris, heiratet einen belgischen Offizier Baron von Zuylen. Die Baronesse bleibt Jüdin. — Herr Baron R. Kanchetti, ein Neffe der Rothschilds, bisher italienischer Gesandtschafts-Sekretär in Madrid, wurde zum Botschafts-Sekretär in Constantinopel ernannt. — Am 16. März begieng die Herzogin von Mranto einen Selbstmord. Sie war, ehe sie deit Herzog heiratete, Jüdin und hieß Marks. Der Tod ihres Mannes war die Veranlassung ihrer That. — Die Prinzessin Beatrice, Frau des Prinzen Heinrich von Battenberg, hat Heine'» Lied vom wunderschönen Mai in Musik gesetzt und wird dieses Tonstück in London vielfach verkauft. — Der Rabbiner von Urbino, David Luzatto, ist in seinem Alter mit seiner Frau nach Palästina ausgewandert. — Das erste in Hus, der Hauptstadt von Tonking, geborene Kind europäischer Eltern gehört dem Judentume an. Der Vater desselben, Namens Alkan, ist Offizier bei den anamitischen Jägern. Der Knabe erhielt den Namen Daniel Abraham Hne. — In Livorno starb im Alter von 90 Jahren

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