Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1887)
- Date
- 1887-07-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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sei denn, daß sie vor ihr an Gelehrsamkeit und Mitgliederzahl hervorragte (Edujoth I, 5. Weiß a. a. O. II, 175). — Und gegen die Streitigkeiten und Zwiespalte jener Zeit ist auch sein Spruch gerichtet: Es giebt nur Gedeihen und Bestand, wenn die verschiedenen Lehrer und Schulen vom Streben nach Wahrheit geleitet werden, wenn sie in Recht und Gerechtigkeit mit einander verkehren und den Frieden unter einander fördern und erhalten. Aie fociate Arage im Judentums. Von Nr. Adolf Kur re in, Rabbiner und Prediger in Bielitz (Fortsetzung.) Diese Grunde machen erklärlich, wenn Männer wie R. Akiba und R. Jehnda den Reichen die gebührende Ehre bezeigten. R. Juda ließ den reichen den Boneas, der seine überflüssigen Einrichtnngsgegenstände andern unentgeltlich zur Benutzung überließ, bei einem Besuch einen Ehrenplatz anweisen. 0 R. Chija veranstaltete eine Sammlung, um ein neues Lehrhaus in Tiberias zu erbauen, da spendete ein sonst ganz unbekannter Mensch ein Pfund Gold zu diesem Zwecke, da setzte ihn R. Chija obenan neben sich, ans ihn den Spruch Solomons (Spr. 18, 16) amvendend: Die Gabe eines Mannes schafft ihm Raum und setzt ihn vor die Großen. R. Simon ben Lakisch fand in Bozra einen Mann, der sich einer eigentümlichen List beim Wohlthun bediente. Er ließ erst die ganze Gemeinde ihre Gaben bestimmen und gab dann für sich eine gleich große Summe. R. Simon ließ ihn dann immer neben sich obenan sitzen. ^) Der Reichtum hingegen, der einen unedlen Ursprun g hatte, oder des Guten baar war, konnte sich der Auszeichnung nicht erfreuen. R. Huna bar Chija, der wegen seines Reichtums sprichwörtlich war, sollte einst Vorsteher der Schule werden. Zu dem Zwecke begaben sich zu ihm Rabba und R. Josef, begleitet von 4M Schülern, denen er 400 goldene Stühle anbot. Als sie aber vernahmen, daß Zollpachtnng die Quelle seines Reichtums sei, bedeuteten sie ihm, die Würde nicht zu schänden. Er erklärte, den Pacht aufzugeben, und mit Ausnahme R. Josefs, der ihm die Anerkennung versagte, erklärten sie sich zufrieden.s) Bar Eleasa, der Schwiegersohn des Patriarcheil R. Juda, war sehr reich, aber auch nichts mehr, was ihn dieser Ehre würdig gemacht hätte. Bei einer fröhlichen Gesellschaft wurde er von Bar Kappara wegen seiner Unwissenheit zum besten gehalten und vor seinem Schwiegervater lind der ganzen Gesellschaft lächerlich gemacht. Einst wurde ein Richter von R. Juda ll. für Geld zum Amte ordinirt, da machte Bar Nachmani ihn lächerlich, indem er bei einem Vortrage dieses Rabbi, dem er als Matnrgeman dienen sollte, vergebens auf einen Gedanken, den er ihm zur Behandlung mitteilen würde, wartete und endlich den Vers aus Habakuk vortrug: (Habak. 2,10.) „Wehe dem, der zum Holze spricht: Erwache! sei munter! zum trägen Steine! er soll unterweisen? Siehe, er ist gefaßt in Gold und Silber, und kein Geist in ihm."f') ') Erub. 85, b; -*) Jalkut Mischte c. 957; ») Bechor. 31. 0 Jerns. Moöd K. 81, lll; Nedar. 51, a; °) Sanhedr. 7, b.