Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-07-01 · Heft 7 (1.7.1887) · p. Seite 154

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 7 (1.7.1887)
Date
1887-07-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969740-2969748--2004-2972170
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

154 etwas verlegen an seinen Dreispitzer (Hut mit drei Spitzen nach damaliger Mode). — „Prinz", nahm der Adjutant das Wort, „ich weiß von Prag aus, daß es den Juden verboten ist, eine religiöse Uebuug mit entblöstem Haupte auszuführen." Der Erzherzog: „Will Ihrem Gewissen keinerlei Zwang anthun, bedecken Sie sich!" Vorsteher Dreyfus setzte hierauf seinen Dreispitz auf und sprach mit lauter Stimme: „Bortich schenosan mikwodo lebo^chor weilain.“ „Wollen Sie mir dies auf deutsch erklären", bat hierauf der Prinz, worauf Dreyfus den Spruch mit den Worten: „Gelobt sei'st du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du von deiner Herrlichkeit auch Menschen mittheiltest", übersetzte. „Eine erhabene Idee!" sagte der Prinz zu seinem Adjudanten! Nachdem hierauf der Erzherzog seinem Diener einen Befehl in fremder Sprache gab, entfernte sich derselbe schnell. Auf die nebenstehenden Stühle weisend, sagte der Prinz: „Setzen wir nns" nnd ließ sich hiebei auf einen Feldstuhl nieder; die andern Herren folgten gleichfalls seiner Aufforderung Hierauf setzte der Erzherzog sein Gespräch weiter fort und sagte: „Wie es scheint, gebietet Ihnen Ihre Religion bei jeder Gelegenheit Pflichten zu üben." „Ja, Kaiserliche Hoheit! Bei Freud und Leid, bei jedem Genuß, sowie bei jeder seltenen Erscheinung sollen wir dem Schöpfer danken, der von allem der Urheber ist", bemerkte Dreyfus. (Schluß folgt.) Die Sprüche der Wüter und ihre historischen Beziehungen. Bon Rabbiner vr. S. Friedmann in Lublinitz. 12. „Hillel und Schammai empfingen von ihnen. Hillel sagt: Sei von den Schülern des Aharon, liebe den Frieden und jage dem Frieden nach, liebe die Menschen und ziehe sie zur „Lehre" heran!" Mit List. Blut und Gewalt hatte es Herodes, der jüngere Sohn des Antipater, verstanden, König von Judäa zu werden (37) und das Hasmonäische Priesterkönigtum zu beseitigen. War dieser Umstand ein harter Schlag für Land und Volk, so kam es nur darauf an, daß die inneren Zwistigkeiten zwischen Pharisäern und Sadduzäern aufhörten, und daß das durch Herodes erniedrigte Priestertum einen rechten Ersatz fand in einem allgemeinen Priestertum, in dem Streben des ganzen Volkes nach Frieden und Erhaltung der Lehre. Darum schien es dem derzeitigen Leiter des Synhedriums geeignet, eine von seinen Lehrern getroffene Maßregel wieder aufzuheben, und während Schemaja und Abtaljon den Jüngerkreis beschränkten und ein „Entree" für den Besucher des Lehrhauses festsetzten, damit nicht Unberrufene kämen, erschien es dem weisen Hillel gerathen, das Lehrhaus zu einer Stätte zu machen, von der aus der Frieden der Parteien gefördert würde, und zu der deshalb alle Glieder des Volkes herangezogen werden sollten. Darum mahnt auch Hillels Spruch zur Ausübung oer Priestertugenden, der Friedens- und der Menschenliebe. (Sanh. 6 b. Ab. d. R. Rath. c. 12). 13. „Er pflegte zu sagen: Wer sich durchaus einen Namen macht, dessen Name geht zu Grunde; wer nicht hinzuthut, geht unter; wer nicht lernt, ist des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.