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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-07-01 · Heft 7 (1.7.1887) · p. Seite 152

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 7 (1.7.1887)
Date
1887-07-01
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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152 Kränkungen sollten das Herz Israels treffen, noch schwerere Heimsuchungen über sein Haupt ergehen. Ron« hatte seine Waffen nach Palästina getragen, das Wort seiner Cäsaren sollte in Israel gebieten, was seine Heerführer und Landpfleger bestimmten, das sollte Gesetz und Recht sein, wenn sich der Sinn des Volkes noch so sehr dagegen empört. Noch einmal sollte der 17. Tamus durch ein verhängnisvolles Ereignis verewigt werden — ein Götzenbild wurde aufgestellt in dem Heiligtume, das von altersher war geweiht dem einen Gotte, den kein Gedanke fassen, den kein Bild darstellen kann! — von seiner Stätte vertrieben lebte er fort in den Herzen seiner Bekenner. Alles konnte der höhnende Uebermut, die blutige Gewalt des Römers ihnen nehmen, nur nicht ihren Gott, ihre Ueberzeugung, ihre Wahrheit. Ja, der Geist der Wahrheit ist unbesiegbar, unverlöschlich, er ist ein Quell ewigen Lebens und fortwährender Verjüngung. Von ihm geleitet ist Israel stets fortgeschritten, von ihm genährt hat Israel sich stets erhalten, von ihm belebt hat Israel sich stets erhoben aus den Tiefen des Verderbens, aus den Gräbern der Vernichtung. Babylon, Antiochien, Rom — Nebukadnezar, Antiochus, Titus — sie sind Leichen, ob sie einst auch Riesen gewesen; kein Dasein ersteht mehr aus ihrem Grabe, kein Leben erwacht mehr unter ihrer Asche; sie sind bedeckt von dem Fluche der Vernichtung, von der Schmach Ihrer Sündhaftigkeit, Israel aber lebt fort, schreitet fort, in ewiger Erneuung und Verjüngung, die Zeiten überdauernd, die Ewigkeit begleitend, verherrlichend den Namen des einen ewigen Weltengottes. Erzherzog Kark v. Hesterreich in der Schweiz im Jahre 1797. (Nach Notizen aus dessen Tagebuch und nach Aufzeichnungen in Handschriften.) Es war im Sommer 1797, als Erzherzog Karl von Oestreich die Franzosen bei Stockach besiegte und sie über beit Rhein nach der Schweiz vertrieb, da drang er dann mit seiner Armee dem Feinde nach bis an die Schweizer Berge und setzte sich zwischen der Limmat und Aar nieder. Bei dieser Gelegenheit kam das Hauptquartier nach Endingen, dem sogenannten damaligen schweizerischen Ghetto, wo allein in der Schweiz dazumal nur Juden wohnen durften. Der Ort liegt in einer idyllisch-schönen Thalschlucht und obschon drei Konfessionen, Juden, Katholiken und Protestanten das Dorf bewohnen, so hat dasselbe weder Kirche noch Pfarrhaus und das schönste monumentale Gebäude daselbst ist die Synagoge. Die meisten Bewohner befassen nur einfache, niedere Häuschen und nur die besseren jüdischen Familien hatten schöne, massiv gebaute, große, geräumige Häuser. Unter diesen ragten vor allen die des Gemeindevorstehers Michael-Trius-Dreyfus und seines Sohnes Wolf Dreyfus hervor. Selbstverständlich wurden dieselben alsbald von den höchsten Offizieren in Besitz genommen und so kam es, daß Erzherzog Karl in jenem des Vorstehers Michael Dreyfus und Erzherzog Ferdinand in dem Hause des Wolf Dreyfus Quartier nahmen. Michael Dreyfus war eine ehrwürdige Gestalt, hochgewachsen und ungeachtetet seiner etlichen siebenzig Jahre noch vollkommen aufrechter, gerader Haltung. Sein silberweißes Haar und sein schneeweißer, bis auf die Brust wallen-

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