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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-06-01 · Heft 6 (1.6.1887) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 6 (1.6.1887)
Date
1887-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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141 Sitzung vom 21. April den Antrag der deutschen Thierschutzvereine, das rituelle Schlachten betreffend, einstimmig abgelehnt. —.In einem von der Regierung in Holland veröffentlichten Berichte über die Resultate der Fabrikinspektion und über die Lage der Arbeiter wird den jüdischen Arbeitern große Anerkennung zu Teil. Die Fabrikanten erklären ihre jüdischen Handwerker für fleißig und energisch, für nüchtern und sittlich. Wenn die Sabbatruhe nicht manche Unzukömmlichkeiten für den Fabriksbetrieb mit sich brächte, wären die jüdischen Arbeiter den christlichen vorzuziehen. — In Warschau starb am 22. März der um die Aufklärung seiner Glaubensgenossen in Rußland verdiente Schriftsteller G. Z. Lichtenfeld. — Am 25. März starb in Bulnio der durch seine bedeutenden talmudischen Kenntnisse ausgezeichnete Schwiegersohn des sel. Rabbi Akiba Eger, Rabbi Samuel Birnbaum. — Frau p,inline Bnnma»» in Warschau hat dem Vorstande der dortigen jüdischen Gemeinde 70,000 Rubel zum Bau einer Handwerkerschule, in welcher arnie Israeliten Unterricht finden sollen, übergeben. Das Gebäude ist bereits fertig gestellt. Die Rumänische Negierung hat sämmtlichen Präfekten strengstens aufgetragen, die Verbreitung autiseniitischer Bilder und Publikationen auf das entschiedenste zu verhindern. — Der akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr zu Dorpat in Rußland begieng das Fest seines 3. Stiftungstages. Er zählt 48 Mitglieder. — Die Türkische Regierung hat verordnet, daß der Aufenthalt für ausländische nach Palästina zugereiste Juden fortab auf 30 Tage zu beschränken sei. — In Jerusalem befanden sich jüngst die Herren Heitlin aus Dresden, D. Feuchtmanger aus Fürth und S. Simmel aus Berlin als Gäste. — In Jerusalem erscheint eine neue Monatsschrift in jüdisch-deutscher Sprache unter dem Titel „Heiliger Anzeiger". — In Uew-Uorlr hat am 13. März der Sohn seinen Vater A. Löwenthal und dann sich selbst getötet. Sterbend söhnten sich beide aus, da traurige Familienzerwürfnisse, herbeigeführt durch eine Stiefmutter, Ursache großer Zwistigkeiten und dieser unerhörten That waren. —• In St. Louis ist der Versuch gemacht worden, Laien in der Synagoge predigen zu lassen. — In Calcutta leben, wie in in der „Hazephira" berichtet wird, von den nahezu 6000 jüdischen Seelen in Indien 1100. Etwa vor neunzig Jahren wunderte der erste Jude aus Damascus daselbst ein. Es befinden sich daselbst zwei prachtvolle Gotteshäuser, das eine genannt „Magen David“, das andere „Beth El“. Weferate und Umleitungen. Herr Stadtrabbiner Dr. M Steckelmacher in Mannheim hat die am 22. März 1887 in der Synagoge daselbst zur Feier des neunzigsten Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers Wilhelm gehaltene Festpredigt im Drucke erscheinen lassen. Aukuüpfend an Psalm 21, 2—8 schildert der Redner in ebenso tiefempfundenen als wohldurchdachten Worten, wie durch das Leben des erhabenen Monarchen und durch sein weltgeschichtliches Wirken der Gedanke der Gottesleitung mächtig und klar hindurchleuchtet und wie bei dem Lebeil dieses gottbegnadeten Fürsten eine wunderbare Harmonie von Lebenszeit und Lebensinhalt wahrzunehmen sei. Er schildert den greisen Kaiser ferner als den Hort des Friedens, vor dem die Furien des Krieges sich verbergen müssen und schließt

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