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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-06-01 · Heft 6 (1.6.1887) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 6 (1.6.1887)
Date
1887-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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137 ist aber davon abhängig, daß seitens der letzteren, wie dies auch in anderen Provinzen geschieht, die Hälfte der zu zahlenden Remuneration getragen wird. Wir werden daher, falls der Vorstand sich rechtzeitig hierzu verpflichtet, die im Etat ausgesetzte Remuneration von jährlich . . . vom 1. April d. I. zahlen lassen, im anderen Falle aber von demselben Zeitpunkte ab den jüdischen Religionsunterricht gänzlich einstellen, wenn nicht etwa der dortige jüdische Religionslehrer sich zur Fortleistung der bisherigen Stundenzahl gegen Gewährung der Hälfte der jetzigen Remuneration bereit erklären sollte." — In diesem Jahre wird von der Michael Deer'schen Stiftung für Maler und Bildhauer jüdischer Religion in Berlin der Preis für Bildhauer bestimmt. Die Ablieferung der Arbeiten muß bis zum 15. Oktober an den Senat der königlichen Akademie der Künste in Berlin erfolgen. Unter anderem muß von den Bewerbern zur Beurteilung ihrer bisherigen Studien eine in Relief ausgeführte Skizze: „Moses verteidigt die Töchter Reguels" (Exod. Kap. II., Vers 16—17) miteingereicht werden. — Die „Israelitische Waisen-Erziehungs-Anstalt für Knaben und Mädchen aus Westfalen und Rheinland" zu Paderborn hat im verflossenen Jahre 32156 M. eingenommen und 26400 M. ausgegeben. — Das Komitä zur Unterstützung ausgewiesener Israeliten in Königsberg, das im Januar seine Thätigkeit abgeschlossen hat, verausgabte seit September 1885 an 51000 M., durch welche 1640 Ausgewiesene unterstützt wurden. — Vom Uaphtali Epkein-Uerein (Verein zur Unterstützung kranker Lehrer und Lehrerswittwen) ist der Rechenschaftsbericht für das Jahr 1886 erschienen. Es wurden im abgelaufenen Jahre 1430 M. an neun Lehrerwittwen und an sieben kranke oder bedürftige Lehrer verteilt. — Aus Korboch schreibt man uns: In der Nacht vom 19. zum 20. April wurden auf dem israelitischen Friedhofe Hierselbst sieben Grabsteine aus den Sockeln herausgebrochen, die beiden größten in der Mitte umgebrochen, außerdem einige halb umgerissen. Ein ähnliches Bubenstück wurde schon vor mehreren Jahren einmal daselbst verübt, ohne daß es gelungen wäre, den oder die Urheber zu ermitteln. Die israelitische Gemeinde setzt eine Belohnung von 200 M. auf die Entdeckung des Frevlers, dem nicht einmal die Stätte des Todes heilig ist. Wir wollen hoffen, daß sie diesmal gelingt. — Der vielgenannte Antisemit Simon Mai hat das Talmudstudium an den Nagel gehängt und ist Geschäftsführer des Restaurant „Königshof" in Berlin geworden. — Im Zaargebietc hat sich ein Verein gegen den Wucher gebildet. Solche Vereine müssen unterstützt werden, weil durch dieselben die Fabel vom jüdischen Wucher am leichtesten zum Schweigen gebracht wird. — Aus Kranlrfnrt a. M. schreibt man uns: In der „Allgemeinen Zeitung" des Judentums wurde dem jüngst hier verstorbenen Herrn Kommerzienrat Iaques Reiß ein warmer Nachruf gewidmet. Es ist ja nicht zu leugnen, daß derselbe um seine Vaterstadt sich sehr verdient gemacht hat, für das Judentum ist er nur soweit bekannt geworden, als er dasselbe verlassen und verleugnet hat. Ueber solche Kleinigkeiten sieht man in der Redaktion des genannten Blattes hinweg. Es geht doch nichts über die Toleranz! — Am 31. Mai und 1. Juni findet in Crefeld eine Konferenz des Vereins isr. Elementarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz statt, bei welcher zugleich die Generalversammlung der Unterstützungskasse des Vereins abgehalten wird. — Am 19. April waren es fünfzig Jahre, daß die ehemalige Altsynagoge in Prag, deren Erbauung bis ins dreizehnte Jahrhundert reicht, in einen Tempel verwandelt wurde, in welchem ein geregelter Gottesdienst eingeführt wurde. Die Herren Bankier Leopold von Liimel, Leopold Jerusalem, M. Ä. Landau und Ludwig Pollack standen damals an der Spitze des Vereins, welcher die Regelung 10

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