Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1887)
- Date
- 1887-06-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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138 des Gottesdienstes als ein Postulat der Zeit erkannte, das er mit Konsequenz durchführte. Dr. Itlirfjnri Sachs war der erste Prediger dieses Tempels, in welchem Chor und Orgelspiel eingeführt wurden. Gegenwärtig wirkt Herr Regierungsrat Prof. Di-. |lnem|if schon über vierzig Jahre daselbst, dessen Verdienst es ist, daß das frühere bescheidene schmucklose Gebäude in der Geistgasse in einen herrlichen Bau umgewandelt wurde. In der Festpredigt am 15. April gedachte auch Herr Prof. Dr. Kaempf des derzeitigen Vorstandes,' dessen Obmann, Herr Samuel Fischet, von dem Geiste des wahren Judentums und edler Menschenliebe in seinem Wirken erfüllt ist. — Aus Battonya schreibt uns Herr Oberlehrer Zgnnh Spitzer: Dem Budapester Direktor der israelitischen Volksschule und Präses des ungarischen Landeslehrervereines, Herrn Eleäzär Szüntö, verlieh Se. Majestät Kaiser-König Franz Josef 1. in Anerkennung der Verdienste, die sich derselbe durch vieljähriges Wirken als Lehrer erworben, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. — Die Altofener israelitische Kulturgemeinde hat in ihrer jüngsten Repräsentantenversammlung den Szigetvärer Rabbiner Herrn Dr. Julius Klein als einzigen Kandidaten für die erledigte Oberrabbiner-Stelle proklamirt. — Das mit so großem Aplomb in Gratz (Steiermark) gegründete antisemitische Tagblatt „Deutsche Presse" hat nach 2l'-i monatlichem Bestände sein Erscheinen gänzlich eingestellt. Der Verlust des Unternehmers übersteigt weit 100,000 fl.— In Budapest weilten zwei englische Missionäre, Mr. Barnett und Mr. Baron, und verteilten behufs Bekehrung ärmerer Israeliten Bibeln in hebräischem Urtexte, doch mußten selbe unverrichteter Dinge die Stadt verlassen. — Am 23. März fand für das Seelenheil des verstorbenen Budapester orthodoxen Oberrabbiners Joachim Schreiber in der Synagoge im Orczy'schen Hause ein Trauergottesdienst statt. Die Gedenkrede hielt der aus Paks berufene Oberrabbiner Susman Schreiber, ein Bruder und Schüler des Verewigten.—Unser Glaubensgenosse, der Majolikafabrikant Ä. Fischer, hat vom serbischen Könige das Ritterkreuz des Takova-Ordens erhalten. — Die jüdischen Hörer der Budapester Universität hielten am 31. März d. I. im Turnsaale der Budapester Religionsgemeinde eine Versammlung, die vom religiösen und patriotischen Geiste durchweht war. — Der gewesene S. Ujhelyer Rabbiner, Herr Mar Löw, hielt am 30. März seinen poinpösen Einzug in seiner neuen Gemeinde Uugvär. Die Stadtvertretung mit dem Bürgermeister Bola Lehorky an der Spitze erwarteten den allbeliebten Seelenhirten, der sofort eine im patriotischen Geiste gehaltene Antrittsrede hielt. — Der ungarische König spendete für den Tempel und Schulbau in Clausenburg (Siebenbürgen) 150 fl. — In Oroszfalu (Szatmär) wurde unser Glaubensgenosse H. Jl. ZMtz zum Ortsrichter gewählt. — Unsere Glaubensgenossen Ludwig Moslroviz, Generaldireetor der ungarisch-französischen Versicherungs-Gesellschaft uud Jacob Schwarz. Großgrundbesitzer in Szarmärer Com. erhielten durch allerhöchste Entschließung in Anerkennung ihrer um die Förderung der heimischen Landwirtschaft und Industrie, sowie die des Gemeinwohls erworbenen Verdienste taxfrei den ungarischen Adel mit den Prädikaten „Zempläni" und „Zalkai". — A. Koffer, der Redakteur des Preßburger antisemitischen Schandblattes „Westungarischer Grenzbote" wurde irrsinnig. Als man ihm die Freiheit nehmen wollte, drohte er mit der Erhenkung von 50 Antisemiten! Wie sich die Zeiten doch ändern!! — Die edelherzige Präsidentin des Budapester Frauenvereines, Frau David Bischitz, wurde durch Verleihung des serbischen Natalia-Ordens ausgezeichnet. — In Budapest starb der Schriftsteller Ignatz Reich, bekannt durch sein Familienbuch „Beth-El“, welches Biographieen