Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1887)
- Date
- 1887-06-01
- Page
- Seite 136 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch sonst wurden dem Jubilar noch viele Zeichen der Anerkennung von Seiten des Rabbinats, des Großherzoglichen Oberrats und von vielen Mitbürgern auch anderer Konfessionen zu Teil. — Aus faupljcim, 5. April, schreibt man uns: Herr Oberlehrer Etlicher hat seitens des königl. Ministeriums für Kirchen und Schulwesen folgendes Ehrenschreiben erhalten: „Euer Wohlgeboren beehre ich mich zu benachrichtigen, daß Ihnen aus Anlaß Ihres bevorstehenden Ausscheidens aus dem aktiven Dienst im Vollmachtsnamen S. M. des Königs von S. K. H. dem Prinzen Wilhelm am 28. v. M. die nebst Patent beiliegende goldene Zivilverdienstmedaille gnädigst verliehen worden ist. Indem es mir zum Vergnügen gereicht, Euer Wohlgeboren diese Mitteilung zu machen, füge ich meinen aufrichtigen Glückwunsch zu der Ihnen zu Teil gewordenen Anerkennung ihrer langjährigen verdienstvollen Amtsführung und Berufsthätigkeit bei. Mit vollkommener Hochachtung der Staatsminister Sarway." So ehrt der König und seine Regierung einen Lehrer, welcher wohl auch jeder Ehre wiirdig ist, nachdem er volle 50 Jahre mit Hingebung, Fleiß und Geschick dem Vaterlande in Schule und Oeffentlichkeit gedient hat! — Herr Hauptlehrer M. Aumenseld in Essen ist nach fast fünfzigjähriger Thätigkeit anr 31. März in den Ruhestand getreten und erhielt aus diesem Anlasse den Hohenzoller'schen Hausorden. — Herr Professor Emil Breslauer, Direktor des Berliner Klavierlehrer-Seminars und Redakteur der musikpädagogischen Zeitschrift „Der Klavier-Lehrer", erhielt vom König von Italien das Ritterkreuz des St. Mauritius-Ordens. — Der Präsident des Vorstandes der Gesellschaft der Freunde in B-rlin (gegründet 1792), Herr Geh. Kommerzienrat Benjamin Liebermann, feierte am 23. März das Fest seiner fünfundzwanjährigen Angehörigkeit zum Vorstande. — Aus Lissa berichtet man uns: Der etwa vierzig Jahre am hiesigen Königl. Gymnasium amtirende, hochverdiente Oberlehrer, Herr Julius Töplih, ist zum Professor ernannt worden. Der Genannte, welcher Hierselbst geboren und Schüler des hiesigen Gymnasiuins gewesen, gehört seit etwa zwanzig Jahren dem Vorstande der Synagogengemeinde an. — Der Prinz-Regent von Bayern hat dem Antiquitätenhändler Moses Ette»- l)ki»ier in München zu seiner goldenen Hochzeit ein Glückwunschschreiben zugesandt und deinselben eine herrlich ausgestattete mit Silber beschlagene hebräische Bibel überreichen lassen. — In rierlrom feierte am 3. März die „Chebra Kadischa“ (heilige Bruderschaftdas füufundsiebenzigjährige Fest ihres Bestehens. Herr Rabbiner Bloch aus Zarotschin hielt die Festrede. — Am 5. April wurde die neuerbaute Synagoge in Stendal eiugeweiht. — Von Berlin schreibt man uns: Der Verfasser des Voeabulariums zum Pentateuch, Herr Äoel Nathan, starb im Alter von 82 Jahren. — Das Haus, in welchem Moses Mendelssohn lebte (Spandauerstraße 68), wird abgerissen. Auf demselben Platze wird sich ein prächtiger Neubau erheben. — Die hiesige Gemeinde will eine große Synagoge erbauen lassen. Bauplätze hiezu sollen bereits erworben sein. — Das Provinzial- Schulkollegium der Provinz Posen erließ an die Vorstände der Synagogengemeinden derjenigen Städte, an deren staatlichen Gymnasien jüdischer Religionsunterricht erteilt wird, in jüngster Zeit folgende Verfügung: „Nach einer Entscheidung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten besteht eine Verpflichtung des Staates zur Gewährung nichtchristlichen Religionsunterrichtes an die Schüler höherer Lehranstalten nicht. Wenn nichts destoweniger für diesen Zweck eine Remuneration in den Etat des staatlichen Gymnasiums daselbst gestellt wird, so ist dies von den Angehörigen der jüdischen Gemeinde als besonderes Entgegenkommen anzuerkennen. Dieses Entgegenkommen