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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-06-01 · Heft 6 (1.6.1887) · p. Seite 131

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 6 (1.6.1887)
Date
1887-06-01
Page
Seite 131 (sequence 11)
Language
German
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131 legenheiten Judäas hineingezogen wurden, andererseits eine fremde, idumäische Familie (Antipater) mit der Regierung betraut wurde, — in jener traurigen Zeit war es gewiß ein Gebot der Klugheit, sich möglichst neutral zu verhalten, die Arbeit zu lieben und ihr getreu nachzugehen, und die Herrschaft zu hassen. Und dieses Gebot sprach denn auch Schemaja, das Haupt des Synhedriums, ans, welcher selbst nebst dem besseren Teile des Volkes seine Thätigkeit auf den Ausbau des Gesetzes beschränkte. 11. „Abtaljon sagt: Ihr Weisen, seid vorsichtig mit euren Worten, ihr könntet euch sonst das Exil zu Schulden kommen lassen und nach einem Orte schlechten Wassers verbannt werden, so daß die euch nachfolgenden Schüler davon tränken und stürben, und folglich der Name Gottes entweiht würde." Dieser Spruch, welcher in seinem ersten Worte ebenso wie der vorhergehende Spruch Vorsicht und Zurückhaltung in politischer Beziehung anräth, giebt für «in solches Verhalten (klar und deutlich) den Grund an. Man meine nicht etwa, daß die Feigheit, offen aufzutreten, offen seine Gesinnung auszusprechen und für diesen oder jenen Prätendenten einzutreten, gegen Aristobul oder Hyrkan-Antipater das Wort zu reden, die Ursache dafür sei. Nein, das Motiv für ein farbloses Verhalten ist kein anderes als die Furcht vor der Strafe des Exils, wie sie schon früher in den Tagen Hyrkan's l. und des Alexander Jannai gar viele traf, die Furcht vor der Strafe der Verbannung nach dem Orte „schlechten Wassers", nach Alexandrien, wo die reine jüdische Lehre gefälscht und durch hellenistische Philosopheme getrübt wurde, wo viele durch das griechische Gift, welches in die jüdischen Schriften gedrungen, religiös getödtet wurden. Dies könnte gar leicht durch einen Sieg der Gegenpartei geschehen und in dessen Folge die Entweihung des Gottesnamens nur „der Gewinn" für sein Farbebekennen sein. — Gin jüdischer Hesandler. Ein Jude, und zwar einer, der sein Judentum niemals verleugnet hat, ist vom Präsidenten Cleveland zum „Envoy Extraordinary and Minister Plenipotentiary“ in Constantinopel ernannt worden und er wird jedenfalls vom Senat bestätigt werden. Der Gesandte, Herr Oskar S. Strauß, stammt von deutschen Juden in New-Aork, ist sechsunddreißig Jahre alt; er erhielt seine Erziehung in höheren Lehranstalten, empfieng auch eine rechtswissenschaftliche Bildung, betrieb dann mehrere Jahre in New-Aork mit Erfolg die Advokatur, bereiste darauf längere Zeit Europa und trat nach seiner Heimkehr in das große Porzellangeschäft von L. Strauß und Söhne in New-Iork, eine sehr bemittelte Firma, welcher er noch jetzt angehört. Ohne ein eigentlicher Politiker zu sein, beteiligte er sich lebhaft an verschiedenen politischen Reformbewegungen in New-Dork. Während des letzten Präsidentenwahlkampfes begeisterte er sich für Cleveland und diente als Sekretär des Cleveland-Clubs von New-Iorker Geschäftsleuten. Er ist auch

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