Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1887)
- Date
- 1887-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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* 7'T'V-'y*"./'^.v — 119 — indeni der Strahl der Gunst, der sie beschien, auch auf die Juden siel. Wir brauchen nur an I a ko b L o a n s, den berühmten jüdischen Leibarzt Friedrich's HI. zu denken, dessen berühmter Berwandter Josef, unter dem Namen Jossel Roßheim bekannt, von demselben Kaiser zum offiziellen Vertreter und „Beselshaber" der gesammten deutschen Juden ernannt wurde und der unermüdlich überall für die Juden eintrat, wo sie unschuldigerweise verfolgt und mißhandelt wurden. Auch Aerztinnen waren im fünfzehnten Jahrhundert thätig, so die „Judenärztin" Sara, welche ani 2. Mai 1419 die Erlaubnis erhielt, im Bistum Würz bürg von ihr er Arzneikunde Gebrauch zu machen und die Frankfurter Judenärztin Zerlin, welche besonders als Augenkünstlerin sich auszeichnete. Die Schrift des Herrn Münz, wird gewiß dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der Leser, auf eine so eminente Seite des jüdischen Geisteslebens hinzulenken und das Interesse zu wecken, für jene Männer, die Tröster und Helfer der leidenden Menschheit waren, in einer Zeit wo Glaubeuseifer und Fanatismus eine fast unüberbrückbare Kluft zwischen Menschen und Menschen geschlagen hatte, die auf Fittigen reinster Humanität diese Kluft überschritten und am Krankenlager aller Menschen ohne Uilterschied der Konfession und des Standes als rettende Engel erschienen. — Von Herrn Rabbiner Elias Karprles in Dirn, dem die homiletische Litteratur schon manche schätzenswerte Leistung verdankt, ist erschienen: Sabbath-Reden für die israelitische Jugend für alle Wochenabschnitte des Schuljahres. (Berlin. Verlag von Preuß und Jünger. 2 Mk. 25 Pf.) Diese Reden verdanken ihr Entstehen dem in Oesterreich mit vielem Erfolge eingeführten Jugendgottesdienste und bilden also eine neue Art von israelitischen Schulreden für die noch keine Muster vorhanden sind, weil das praktische Bedürfnis hiefür nicht hervortrat. Herr Rabb. Karpeles hat es verstanden in möglichst knapper Form — die einzelnen Reden umfassen kaum je zwei Druckseiten — einen Gedanken ausführlich zu behandeln, was oft seine Schwierigkeiten hat. Soll die Heranwachsende Jugend dem Judentunie erhalten bleiben, so muß ihr durch einen Sabbatgottesdienst die Weihe und das Verständnis unseres Glaubens näher gebracht werden als dies bis jetzt nur durch den Religionsunterricht geschehen konnte. Mögen folgende Worte des Verfassers, der das Verdienst hat, auf dem Gebiete der Jugendgottesdienste erfolgreich thätig gewesen zu sein, in den Gemeinden Deutschlands weithin lebhaft anklingen: Möchte diese Institution auch in Deutschland und überall wo die israelitische Jugend die allgemeinen Schulen besucht, zur Einführung gelangen, damit unsere Jugend gekräftigt im Glauben der Väter, belehrt über Israels Vergangenheit und Zukunft, vertraut mit den Worten der Schrift und mit den Hoffnungen der Profeten, der großen, ihrer harrenden Aufgabe im Leben gerecht zu werden vermöge. — Die Stellung der Sklaven bei den Juden in rechtlicher und gesellschaftlicher Beziehung nach talmudischen Quellen ist der Titel einer in Breslau (Preuß und Jünger» erschienenen Schrift von Df. .3. Winter. Obwohl dieses Thema bereits vielfache eingehende Behandlungen erfahren hat, verdient diese Arbeit doch Beachtung und Anerkennung schon wegen der klaren lichtvollen übersichtlichen Darstellung des ganzen einschlägigen Stoffes. Auch Laien werden diese Schrift des jungen Autors, der sich mit derselben in die Gelehrtenwelt einführt, mit vielem Gewinn für ihre Erkenntnis lesen. — Kanonisierung und Feststellung des Textes der heiligen Schriften des alten Testamentes ist der Titel einer bei Ch. D. Kippe in Wien erschienenen hebräischen, zwanzig Seiten umfassenden Broschüre von Arthur K.Weijsinan». Es ist dies eine geistvolle kritische Untersuchung, die