Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1887)
- Date
- 1887-05-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 toi1» HLefemte und Milleitungen. Von der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, herausgegeben von Prof. Dt-. Ludwig Geiger itt Berlin (Braunschweig, C. A. Schwetschke und Sohn) ist das dritte Heft des ersten Bandes erschienen. Dasselbe enthält wertvolle historische Aufsätze von O. Stobbe, Moritz Stern, Dr. I. Krakauer, G. Wolf. Herr Dr. Ludwig Geiger teilt einen Brief Moses Mendelssohns und sechs Briefe David Friedländers mit (S. 253—273). In letzteren spiegeln sich crasse Gegensätze, wie sie damals innerhalb des Judentums und der Juden neben einander bestanden haben ab, und sind sie darum zur Charakteristik der Mendelssohn'schen Zeit und zur Beleuchtung der damaligen religiösen Denkart und Gesinnung von Wert. Es folgen noch interessante Miscellen und Nachrichten. — Der jüngst ausgegebene „Israelitische Letterbode", herausgegeben von M. Uoest, enthält eine interessante Notiz. Herr A. Neubauer, der über einige Handschriften des Herrn Dr. Gins bürg des Herausgebers der prachtvollen Massorah, berichtet, erwähnt (S. 164) ein Fragment von König Arthur. Es heißt am Ende: der das Buch geschrieben hat, der inzt von Gote in aus der Stat, Scheftil mit sein Namen genannt. Also hat die Artussage in der slavischen Stadt Kojetein einen Bearbeiter gefunden. — Von dem Compendium der Fest-, Fast- und ereignißreichen Tage aus der Geschichte der Juden u. s. w. von Rabbiner I. L. Grojjmann in Barania-Iient- Lörinc; ist uns das elfte Heft bis zum ersten Adar reichend zugegangen. — Von der Ausgabe der Mischnajoth, hebräischer Text mit Punktation, deutscher Uebersetzung und Erklärung von Dr. A. Sammter (Berlin, H. Jtzkowski) ist uns die achte Lieferung zugegangen. Der Autor ist kurz vor Ausgabe dieses Heftes gestorben, jedoch' soll eine tüchtige Kraft gewonnen sein, um das Werk zu Ende zu führen. In dem siebenten Hefte befinden sich eine orientierende Einleitung in die Mischnah und biographische Notizen über die Tanaim. — Herr Dr. Harkavy berichtet in der Zeitschrift „Woschod" von der Auffindung eines Teiles des durch Anan, den Begründer des Karaismus, abgefaßten „Buches der Pflichten" in Kairo, welches als der neue Talmud bezeichnet wurde, der berufen war, den alten Talmud zu verdrängen. — Im „Hamelitz" No. 35 u. 38 dieses Jahrgangs finden sich in einem Feuilleton interessante Reminiszenzen aus Berlin an Dr. Zunz und Prof. Lazarus und dessen Frau von einem jüdischen Schriftsteller in Rußland. — Ein hervorragender polnischer Schriftsteller beabsichtigt eine Geschichte der jüdisch-deutschen Jargon-Litteratur zu schreiben. Es sollen in derselben alle in Rußland in dieser Sprache erschienenen Schriften verzeichnet werden. — Von Herrn Dr. Isalr Miln; ist erschienen: „Ueber die jüdischen Aerzte im Mittelalter" (Berlin 1887, Verlag von M. Driesner). Diese Schrift ist die Umarbeitung eines Vortrags, den der Verfasser in einem wissenschaftlichen Vereine gehalten. Es ist über dieses Thema schon viel und gründlich besonders von E. Carmoly abgehandelt worden. Der Verfasser hat, einige Ungenauigkeiten abgerechnet, gestützt auf die früheren einschlägigen Arbeiten mit Hinzuziehung einiger neuen Momente ein übersichtliches, anschauliches Gesammtbild entworfen von den Männern, welche als Juden oft berufen waren, die erbittertsten Feinde und Gegner ihres Volkes am Leben zu erhalten. Die jüdischen Aerzte sind durch ihr Verhältnis zu Päpsten und Prälaten, zu Königen und Fürsten auch für ihre Glaubensgenossen oft helfend und rettend eingetreten,