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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-05-01 · Heft 5 (1.5.1887) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 5 (1.5.1887)
Date
1887-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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120 dadurch, daß sie hebräisch geschrieben, nur noch an Wert gewinnt und die Wege für die freie Forschung in Kreisen ebnen hilft, wo man noch der wissenschaftlichen Erkenntnis sich verschließt. Diese Schrift ist nur der Vorläufer einer größeren kritischen Untersuchung über den Pentateuch, die nach diesen Proben Gediegenes verspricht. — Von der Verlagsbuchhandlung von Karl Konegen in Wien ist uns zugegangen: „Biblische Chronologie und Zeitrechnung der Hebräer von Dr. Eduard Möhler, Assistent der k. k. österreichischen Gradniessnng in Wien." Diese Arbeit ist nus mehreren Aufsätzen hervorgegangen, die in den Schriften der kais. Akademie der Wissenschaften erschienen sind und enthält sehr beachtenswerte Resultate für die biblische Chronologie. Wo bei der Darstellung einer historischen Thatsache Naturereignisse astronomischer Art erwähnt werden, fixirt der Verfasser, indem er auf mathematischen Wegen letztere feststellt, auch erstere. Als Anhang ist beigegeben : 1. Tafeln zur Umwandlung des neueren jüdischen Kalenders in Tage der julianischen Periode und umgekehrt, II. Tafeln zur Umwandlung des julianischen und gregorianischen Kalenders in Tage der julianischen Periode und umgekehrt, III. Tafeln für den Festkalender. Für Fachmänner wird diese Schrift von ganz besonderem Interesse sich erweisen. — In einem uns zugegangenen Vorträge: Die Symbolik in Kultus und Dichtung bei den Hebräern von Di'. G. Deutsch, isr. Religionslehrer in Brünn behandelt der Verfasser die symbolische Bedeutung der Opfer und gewisser pentatenchischer Gesetze. Im Bezug auf die „Cherubim" schreibt der Verfasser (S. 9) „Cherubim! Eines der schwersten Rätsel für die Bibelforscher; vergebens versucht der Etymologe seine Kunst, denn keine semitische Sprache wird ihm eine verwandte Wurzel zur Verfügung stellen, der Archäologe ist ganz ratlos, denn kein derartiger Rest althebräischer Kunst ist auf uns gekommen." Herrn Dr. Deutsch ist es völlig entgangen, daß die „Cherubim" mit den „Kernbi" der Keilschrift (vergl. Monatsblätter Jahrg. VI. S. 266) identisch sind über die wir durch die aufgefundenen enormen Kolosse, welche geflügelte Tiere mit Menschenkopf haben, genau unterrichtet sind. — Der unter dem Namen „Aboth de Kabbi Klothan" bekannte talmudische Traktat ist durch Herrn Solomon Sch echter in London unter Benutzung von Handschriften in zwei Rezeilsionen in schöner Ausstattung herausgegebeu worden. Diese Sammlung, welche äußerst wertvolle haggadische und historische Stücke enthält, liegt uns in der Schechter'schen Ausgabe zum ersten Male in einer den Anforderungen der modernen Wissenschaft entsprechenden Weise vor. In einer sehr instruktiven Einleitung ergehet sich der Herausgeber der nebst seinem gründlichen talmudischen Wissen auch Fleiß und Liebe zu seiner Arbeit mitgebracht über die verschiedenen Ansichten, welche über den Verfasser und die Zeit der Abfassung der Traktate zu Tage getreten sind wie über das Verhältnis dieser Sammlung zur Mischnah und insonderheit zu den „Sprüchen der Väter" und werden in zwei Jndices die zitierten Bibelverse und die angeführten Autoren verzeichnet. Wir sind dem Herausgeber für diese Ausgabe zu Dank verpflichtet. Wir wollen hier noch auf Seite 53 a Hinweisen, wo sich eine äußerst wichtige Stelle, die auf Jesus und seine Jünger sich zu beziehen scheint, befindet. Inhalt: Das Judentum im Kampfe mit der modernen Weltanschauung. — Josef Ritter von Wertheimer. Neues über Paul de Lagarde. — Aus einem Bortrage des Herrn Rabbiner Dr. Jaulus in Aachen über den Talmud, gehalten im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur am 23. Februar in Bochum. — Unsere Zustände. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. __ Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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