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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-03-01 · Heft 3 (1.3.1887) · p. Seite 64

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 3 (1.3.1887)
Date
1887-03-01
Page
Seite 64 (sequence 16)
Language
German
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64 derung des Handwerkes und der technischen Gewerbe unter den Israeliten hat Herr Aathan Händler in Leipzig der dortigen jüdischen Gemeinde IM,000 Mk. überwiesen, deren Zinsen zu solchen Zwecken verwendet werden sollen. — Von Freiburg sind uns zugegangen: „Statuten für den Verein zur Förderung des Handwerks und der technischen Berufsarten unter den Israeliten des Badischen Oberlandes". Wir wünschen diesen edlen Bestrebungen Teilnahme und Gedeihen. Die Zahl der Mitglieder beträgt bereits 150. Anmeldungen sind an den Vereinspräsidenten, Herrn Universitätsprofessor Dr. Kolm und Geldbeträge an den Kassierer, Herrn Hauptlehrer A. Heidingsfeld, zu richten. — In München hat die Wittwe des Parfümerie-Fabrikanten Aron 139,000 Mk. für die Armen bestimmt, deren Zinsen alljährlich zur Hälfte an jüdische und zur Hälfte an nichtjüdische Arme zur Verteilung gelangen sollen. — Die israelitische Waisenanstalt in Posen, am 15. Oktober 1836 mit 14 Zöglingen eröffnet, deren Stifter ein Christ Freiherr Ernst von Kottwih war, feierte am 17. Dezember das Fest des fünfzigjährigen Bestandes. — Aus Aliona schreibt man uns von der Einweihung der neuerbauten Klaussynagoge. Herr Klausrabbiner A. M. Cohn, der länger als 50 Jahre thätig ist, eröffnete die Feier mit einer Ansprache. Die eigentliche Weihrede hielt Herr Oberrabbiner Dr. Lob. Zum Schluffe sprach noch Herr Klausrabbiner C. Munk. — In Hamburg wurde eine B'nai-Berith-Loge mit Namen „Henry Jones-Loge installirt." — Herr Professor Df. Mendel aus Chvrlottenburg begiebt sich nach Amerika, um die ihm angetragene Vice-Präsidcntschaft in der Section für Neuralgie und Psychiatrie bei dem nächsteil internationalen Aerzte-Kongreß in Washington zu übernehmen. — Herr L. Landshut, geb. am 13. Januar 1817 in Lista, bekannt durch seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Geschichte der jüdischen Liturgie, feierte seinen siebzigsten Geburtstag in Berlin. — Aus Bonn berichtet man uns von dem ain 3. Dezember erfolgten Tode des Herrn Konsistorial-Rabbiners Df. Ahro» Auerbach im 77. Lebensjahre. — In Hannover starb Herr Stiftsrabbiner A. Z. Mrimke, in Anowrasiaw der Rabbinatsassesor M. A. Zalinger und in Treuchklingen Herr Kantor A. Uaumburg. — Der 13 Jahresbericht über die Verwaltung des jüdischen Kurhospitals in Colberg wurde ausgegeben. Eingenommen wurden 13,707 Mk. und verausgabt 7,041 Mk. — Wie verschiedene Blätter berichten, sollen die israelitischen Gemeinden in Zalzivedel und Stendal angewiesen worden sein, ihre Kultusbeainten, welche Ausländer sind, zu entlassen. — In Äastroiv wurde am 28. Dezember die Synagoge beraubt und geschändet. — Herr Dr. Äoel Müller, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin hielt daselbst in: Saale der Gesellschaft der Freunde am 31. Januar einen Vortrag „über die jüdische Kanzelberedsamkeit im achtzehnten Jahrhundert" der in unseren Monatsblättern zuin Abdruck gelangen wird. — Herr Rabbiner Samson Haphael Hirsch in Frankfurt a. M. stellt in einem Aufsatze tiber die Sprüche der Väter die Behauptung auf:. „Die jüdische Gotteslehre hat nichts Ueberirdisches und Jenseitiges zum Inhalt." (Jeschurun 1887, Nr. I.) Hier begegnet sich die Orthodoxie mit dem Materialismus. Aus solchen dem Supernaturalen feindlichen Ideen wächst die Giftsaat des Religionsmaterialismus auf, der das erhabene Judentum in eine Art Heidentum umwandelt. — Im Alter von 49 Jahren verstarb in Lemberg Herr Dr. Philipp Zucker, Präsident der dortigen jüdischen Kultusgemeinde, Landtagsabgeordneter, Handelskammerrat und Vicebürgermeister der Stadt. An seinem Leichenbegängnisse beteiligten sich die polnischen Landtagsabgeordneten mit dem Grafen Potocky an der Spitze. Der Abgeordnete Koma-

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