Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1887)
- Date
- 1887-03-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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durch Rabbi Akiba, dem aus politischen Gründen nnd mit Rücksicht darauf, daß seit Esra zehn Geschlechter und seit der Zerstörung des zweiten Tempels vier römische Kaiser zu seiner Zeit gezählt wurden, besonders daran lag, die Wichtigkeit der Zahlen Zehn und Vier darzuthun. Hierdurch wurde das ältere „Aboth" erweitert und vermehrt (Sprüche II, 8—14. V, 1—6. 9b-15). — In folgenden Mischna- Sammlungen des Abba Saul und des R. Meir kamen hinzu die Sprüche vieler Tannaim aus früheren und den letzten Geschlechtern, soweit sie noch im Gedächtnis lebendig waren, und wohl auch einzelne anonyme Sprüche. — Durch R. Juda „Hannaßi" wurden wiederum mehrere Sprüche eingefügt; und selbst nach seiner Zeit erhielt der Traktat Zusätze (11, 1—4a VI, 20b—22.) — Der ganze sechste Abschnitt aber wurde erst in noch späterer Zeit aus praktischen Bedürfnissen hinzugefügt, als nämlich die Einrichtung getroffen wurde, an den Sabbath-Nachmittagen zwischen Peßach und Schebuoth je einen Abschnitt der Aboth zu lesen. — Bezüglich der nicht chronologischen Anreihung und Einfügung von Sprüchen sei noch bemerkt, daß dafür verschiedene andere Rücksichten maßgebend waren: so wurden beispielsweise 1,16—17 nach dem Spruche Schammai's eingefügt, wiil ihre Autoren, Gamliel „Hasaken" und dessen Sohn Simon in die Zeit zwischen Hillel und Schammai einerseits und R. Jochanan b. Sakai (11, 8a) andererseits hineinragen, dagegen wurden 1, 18—II, 4a vor den letzten Sprüchen Hillel's und denen des R. Jochanan b. S. eingefügt, weil die Patriarchen und Nachkommen Hillels nacheinander genannt werden sollten; ferner waren dafür maßgebend Ähnlichkeiten des Inhalts und des Ausdrucks, wie die Folge und Ordnung der Sprüche 11, 15—16 (statt hinter 111, 16], III, 3 (statt hinter IV 13b], III 8, (statt hinter IV, 10J beweist. — Nach diesen Bemerkungen treten wir nun in die Darstellung der historischen Beziehungen der einzelnen Sprüche ein. (Forts, f.) Won aisschau. In dem Geburtshause Moses Mendelssohns ist durch eine Stiftung der Familie Mendelssohn eine Heimstätte für würdige jüdische Gelehrte, vorzugsweise Rabbiner, errichtet worden. Die Stiftung steht unter der gemeinsamen Verwaltung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und der jüdischen Gemeinde zu Dessau. Es ist jetzt dort eine Freistelle zu besetzen. Dieselbe bietet freie Wohnung und 200 Mark jährliche Beihilfsgelder. Bewerber müssen das 60. Jahr überschritten haben. Meldungen sind unter Schilderung der Lebensverhältnisse und Einsendung von Zeugnissen (letztere auch nur in Abschrift) bei dem Bureau des D.-J.-G.-B., Berlin W., Sigisinundstr 5, einzureichen. Auch müssen die Bewerber den Nachweis genügender Nebeneinkünfte führen, da die gewährten 200 Mark zu dem Lebensunterhalt in Dessau erfahrungsgemäß nicht ausreichen. — Aus der Mendelssohu-Mftuug in Berlin wurden, wie „Hamagid" berichtet, fünf Stipendien ä 750 Mk. verteilt. — Am 18. Januar hielt der Mendelssohn-Derein in Frankfurt a. M. einen Vereinsabend und am 27. Januar eine Generalversammlung ab. In letzterer wurden in den Vorstand gewählt die Herren: I)r. Adolf Brüll, l)r. ]ur. Simon Maas, Gustav Nathan, Dr. Wittner, Jonas Wertheim, Ferdinand Seligmann, Bernhard Türk, Referendar I. Blau, Louis Sundheimer, Louis Ketsch. — Znr För-