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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-03-01 · Heft 3 (1.3.1887) · p. Seite 61

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 3 (1.3.1887)
Date
1887-03-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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des Denkens hervorgehoben, der bis auf den heutigen Tag noch das Ziel aller spekulativen Bemühungen zu sein scheint!" Wie vorteilhaft stieß doch dieses bescheidene Urteil Göthes über sich selbst ab, gegen dasjenige unserer heutigen philosophischen Jugend, die sich so weit über Spinoza erhaben zu sein erachtet! Mer die Juden in Wersten und Wataöar. Die hebräische Zeitschrift „Chabazeleth" brachte vor einiger Zeit einen Artikel über die Juden in Persien und Malabar, dem wir Folgendes entnehmen: Das Leben der Juden in Persien unterscheidet sich in vielen Stücken von dem der Juden in Europa. Viele Gebräuche, welche letztere heilig halten, sind ersteren ganz unbekannt. Die Juden in Persien treiben selten Handel, sie sind zumeist Ackerbauer. Auch die Frauen arbeiten wie die Männer. Das Klima ist ein sehr kaltes. Um sich vor Kälte zu schützen, findet man in den Häusern tiefe Gruben, die als Öfen dienen in welchen auch die Speisen gekocht werden. Nach dem Essen bedecket man die Grube mit einem Tische und breitet eine Decke über denselben. Ringsherum sitzt man dann und wärmt die Fuße mit der Decke. Geschlafen wird auch sitzend. Jede Gemeinde hat einen Gelehrten, der das geistig-religiöse Leben leitet. Zu gewissen Zeiten beten die Frauen, mit schwarzen Tüchern bedeckt, mit den Männern zusammen, besonders am Versöhnungstage. Den Gebrauch der Gebetriemen kennen die dortigen Juden nicht. Das Laubhüttenfest erfreut sich keiner besonderen Teilnahme. Die Festpflanzen sind ihnen gänzlich unbekannt. Dafür halten sie andere Tage heilig, die für uns minderwertig sind, so den 15. des Monat Schebat, unser Neujahr der Bäume. Man geht von Haus zu Haus und überall werden Früchte und Weizen geworfen. Auch im Monat Adar haben sie einen schönen Brauch, ihre Toten zu beklagen, der vielleicht damit zusammenhängt, daß der Tradition nach der siebente Adar der Todestag Mosis war, der auch in vielen europäischen jüdischen Gemeinden durch Reden und Mahlzeit begangen wird. Jeder, bei dem im Laufe des Jahres einer gestorben, veranstaltet ein Gastmahl zur Erinnerung an den Heimgegangenen. Bei demselben darf nicht getrunken werden. Unter vielen Zeremonieen wird das Essen zubereitet. Die Frauen kommen zusammen und weinen die ganze Zeit bis das Essen fertig ist. Auch bei Hochzeiten haben sie eigentümliche Gebräuche. Von der Verlobung bis zur Hochzeit dauert's nicht lange, manchmal sind beide an demselben Tage. Einen Tag vor der Trauung wird die Braut in das Haus des Bräutigams gebracht, dort wird bis Mitternacht tüchtig getrunken, dann kommt der Rabbiner und nimmt die Trauung vor, aber im Hause der Braut. An jedem der sieben Tage, innerhalb welcher die Hochzeit stattfindet, wird, wenn der Bräutigam aus dem Hause tritt, in die Pauke geschlagen und inan folgt ihm auf seinem Wege mit Musik. Die ganze Woche hindurch empfängt der Bräutigam Besuche, jeder bringt sein Essen mit und es wird zusammen gespeist. Gegen die sephardischen Juden stich sie sehr freundlich, nicht so gegen andere. In Malabar besteht eine Gemeinde von 200 Familien. Sie glauben noch vor der Zerstörung des ersten Tempels dahin gekommen zu sein, sie fanden dort bei Herrscher und Volk

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