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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-02-01 · Heft 2 (1.2.1887) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 2 (1.2.1887)
Date
1887-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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— 41 — A seinem Tode hingebungsvoll Vorstand. Das Elend der armen jüdischen Haustier, das er oft zu sehen Gelegenheit hatte, wurde durch seine Humanitären Bestrebungen gelindert. Ehre diesem guten Christen und edlen Menschen! — Der Mörder des Buchdruckers Aakob Schloßberg in Wie», Gerhard Knitter, wurde vom Schwurgerichte zum Tode verurteilt. — Herr Dr. M. Grünwald, Rabbiner in Jungbunffau, erhielt einen Ruf als Professor am „Collegico Rabbinico" in Kam, welches am 15. December eröffnet wurde. — In Ungvar wurde Herr Elieser Löw, bisher in Njhely, zum Oberrabbiner erwählt. — Am 25. November wurde das fünfundzwanzigjährige Jubiläum des Professors Graffado Isaia Ascoli an der Academia Scientifico-Litteraria in Mailand gefeiert. Ascoli, ein Jude, durch seine vorzüglichen Arbeiten auf dem Gebiete der Sprachforschung bekannt, erhielt von seinen Schülern eine goldene Medaille mit entsprechender Inschrift überreicht. — Am 1. December sind es fündundzwanzig Jahre geworden, seitdem Herr Dr. M. Kayserling in Budapest seine Laufbahn als Rabbiner begann. — Am 8. December feierte der Verwalter des israelitschen Hospitals in Wien, Herr Kaiserlicher Rat Dr. Bernhard Wülster, seinen siebenzigsten Geburtstag und am selben Tage Herr Adolf Fiflbof, ein Vorkämpfer für die freiheitliche Entwicklung Oesterreichs. — In Erebitfih wurde am 14. December der siebenzigste Geburtstag des dortigen verdienten Oberlehrers Herrn M. Kourad begangen. — Herr Oberrabbiner Dr. Klein in Groß-Becskerek wurde zum Mitglied des Comitatsausschusses gewählt. — Am 27. September wurde in Zilsek eine prachtvolle Synagoge eingeweiht. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Iacobi aus Agram. — Der akademische Verein „Kadimah" in Wien hielt am 18. December eine Makkabäerfeier ab. — Die israelitische Gemeinde in Budapest geht an den Bau eines neuen Hospitals mit einem Kostenaufwande von etwa 600000 fl. ö. W. — In Troppau wurde der Bau einer neuen Synagoge beschlossen. — Der Secretär der Wiener israelitischen Allianz, Herr Dr. Inedliinder, bereist Galiffen um sich von dem Erfolge der ins Leben gerufenen Unterrichtsanstalten zu überzeugen und für die Gründung neuer zu wirken. Es wurde ihm überall ein herzlicher Empfang zu Teil. — Der Oesterreichische Unterrichtsminister Dr. v. Gautsch hat in rechter Würdigung der Bedeutung des Religionsunterrichtes in den Mittelschulen durch einen Erlaß die Stellung der Religionslehrer sowohl materiell wie geistig gehoben. Die israelitischen Religionslehrer werden fortab in Oesterreich in allen Schulen eine den übrigen Lehrern coordinirte Stellung einnehmen und nicht wie bisher als Hilfslehrer der Laune und Willkühr der betreffenden Directoren anheimgegeben sein. — Ein Wiener Professor ließ unter dem Pseudonym Zulpiffus eine Schrift unter dem Titel „Was soll mit den Juden werden" erscheinen, in der er allen Ernstes verlangt: „das alte Testament muß verbrannt und dafür die an erhabenen Schönheiten reichere deutsche Mythologie gesetzt werden." Wo christliche Professoren so die Judenfrage gleichzeitig zu einer Christenfrage machen, können wir ruhig zusehen, denn das alte und neue Testament wird sich die gebildete Welt von einigen hirnverbrannten Menschen nicht nehmen lassen. — Pater Arche in Wien kam in einer Rede über die kirchliche Lehre von der Erbsünde, die er in einer Konferenz der Pfarrkirche zu St. Peter hielt, auch auf die Juden zu sprechen. Er sagte ungefähr: „Die Juden leben seit nnnmehr fast 2000 Jahren zerstreut auf der Erde ohne Verfassung, ohne Tempel, ohne Oberhaupt, ohne politischen und konfessionellen Zentralpunkt" u. s. w. Ueberall und fast zu aller Zeit habe man sie verfolgt und ihre Ausrottung angestrebt. Und doch sind sie nicht vernichtet, nicht ausge- 4

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